Bank-Bauvorhaben in Werbach nur aufgeschoben

Großprojekt: Volksbank Main-Tauber lässt Baugrube wieder zuschütten - Fertigstellung ist nun erst Ende 2023 geplant

Werbach
2 Min.

Kommentieren

Sie müssen sich anmelden um diese Funktionalität nutzen zu können.

In Werbach hat die Volksbank die Baugrube für ihre neue Filiale wieder zugeschüttet. Foto: Michael Geringhoff
Foto: Michael Geringhoff
Noch in die­sem Jahr hat­te die Volks­bank Main-Tau­ber nach dem Ab­bruch der al­ten ei­ne neue Fi­lia­le in Wer­bach er­öff­nen wol­len. Es geht um ein be­ein­dru­cken­des Ge­bäu­de, auch mit Woh­nun­gen und wei­te­ren Ge­schäfts­räu­men. Zwi­schen 2,6 und 2,8 Mil­lio­nen Eu­ro wa­ren ver­an­schlagt.

In der zweiten Wochenhälfte hat das Geldinstitut nun aber die bereits ausgehobene Baugrube wieder verfüllen lassen.

Der äußere Eindruck ist etwas unglücklich, manche Beobachter deuten das Bild als Beerdigung des Projekts. »Stimmt aber absolut nicht«, sagt dazu der Vorstandsvorsitzende der Volksbank Michael Schneider im Gespräch mit unserem Medienhaus. Das Projekt sei lediglich aufgeschoben, man plane jetzt einen Baubeginn im Frühjahr 2023 mit Fertigstellung zum Ende des Jahres 2023. »Das ist ein Versprechen, das ich so auch dem Werbacher Bürgermeister gegeben habe. Wir werden zusammen mit den Kollegen von der Sparkasse in Werbach einen für die Kunden und die Kommune wichtigen gemeinsamen Finanzpunkt haben, auch die projektierten Wohnungen werden gebaut werden.«

Vorbild für den gemeinsamen Finanzpunkt sei Großrinderfeld, dort teilen sich die beiden großen Geldinstitute schon jetzt eine Filiale, in der zu festgelegten Zeiten mal die Kunden des einen, mal die des anderen bedient werden. Schneider nennt sie die Blauen und die Roten. Blau ist die Grundfarbe der Volksbank, der Mitbewerber Sparkasse tritt in Rot auf. Schneider betonte, dass es weder am Geld mangele noch am Mut in unsicheren Zeiten noch am Bekenntnis zur Präsenz in der Region. Die Volksbank sei, wie viele andere Bauherren auch, schlichtweg den aktuellen Zwängen der Baubranche ausgesetzt. »Es ist auch für uns einfach schwierig, Handwerker und Material zu bekommen«, sagt Schneider.

Er sieht allerdings eine Beruhigung des Marktes. Schon jetzt fielen die Preise unter anderem für Baustahl. Zuletzt sei es so gut wie nicht mehr möglich gewesen, am Bau feste Preise auszuhandeln. Die Volksbank hätte im Baufall eine »Baukostenüberschreitung von mehreren 100.000 Euro« hinnehmen müssen. »Das hätte ich kaum vertreten können, wir werden nicht um jeden Preis bauen«, sagt Schneider.

Das akzeptiert so auch Werbachs Bürgermeister Ottmar Dürr, der ansonsten auf die Umsetzung der genehmigten Bauplanung im Volksbankareal an der Hauptstraße setzt. Laut Schneider war es auch Dürr, der um die vorübergehende Wiederverfüllung der Baugrube in prominenter Hauptstraßenlage gebeten habe.

Von Terminplanung überzeugt

Schneider ist sich sicher, dass seine neue Terminplanung zu halten sein wird. »Wir bekommen sehr schnell wieder Handwerker«, sagt er, unter anderem auch, weil die Bundesregierung am Mittwoch, innerhalb von nur Stunden, die KfW-Kredite hinfällig gestellt hatte. Das werde erhebliche Folgen am Bau haben, sagt Schneider. Bis zum Ende des kommenden Jahres trifft man die »Blauen« jetzt bei den roten Kollegen der Sparkasse ein paar 100 Meter die Werbacher Hauptstraße hinunter an - nächstes Jahr werden beide in kollegialer Eintracht in den dann fertigen Neubau umziehen, sagt Schneider.

Kommentare

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie angemeldet und Ihre E-Mail Adresse bestätigt sein!


Benutzername
Passwort
Anmeldung über Cookie merken
laden

Artikel einbinden
Sie möchten diesen Artikel in Ihre eigene Webseite integrieren?
Mit diesem Modul haben Sie die Möglichkeit dazu – ganz einfach und kostenlos!