Aus der Filiale wird der Finanzpunkt

Kooperation: Volksbank und Sparkasse planen gemeinsame Nutzung von Zweigstellen - Start in Großrinderfeld

MAIN-TAUBER-KREIS
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Diesen gemeinsame Selbstbedienungsterminal von Volksbank und Sparkasse im Wertheimer Stadtteil Reinhardshof gibt es schon seit 2015. Künftig soll es auch eine Kooperation bei Filialen geben, die von Mitarbeitern im Wechsel besetzt werden.
Foto: Matthias Schätte
Um die per­sön­li­che Be­ra­tung und Ser­vice-Leis­tun­gen in der Fläche zu er­hal­ten, pla­nen die Spar­kas­se Tau­ber­fran­ken und die Volks­bank Main-Tau­ber vor­aus­sicht­lich ab En­de April die ge­mein­sa­me Nut­zung von Fi­lia­len.

Wie es am Montag bei einer Online-Pressekonferenz der Bankhäuser hieß, wollen die beiden Institute vorerst an zwei Standorten die gleichen Räume einer Zweigstelle gemeinsamen nutzen. Am Standort Großrinderfeld - wo ein Investor gerade für die Sparkasse ein neues Gebäude errichtet - soll das neue Konzept Anfang April starten. Werbach soll dann Anfang 2022 folgen.

Filialen heißen Finanzpunkt

Die Filialen werden dann nicht mehr den jeweiligen Namen der Sparkasse oder Volksbank tragen, sondern lediglich noch neutral Finanzpunkt heißen. Das besondere an der Kooperation: Die Institute planen im Wechsel die gleichen Räumlichkeiten vor Ort zu nutzen, bleiben aber weiterhin Wettbewerber. Das neue Filialnetz funktioniert allerdings nur dort, wo es auch heute noch jeweils eine Filiale der jeweiligen Bank gibt - wie etwa in Werbach und Großrinderfeld. Mit der gemeinsamen Nutzung von Räumen verschwindet zwar eine der beiden Geschäftsstellen aus dem jeweiligen Ortsbild, die Beratungs- und Service-Leistungen der beiden Bank bleiben allerdings beide vor Ort.

»Zwei profitabel wachsende Banken gestalten mit der Finanzpunkt-Initiative eine Win-Win-Win-Situation: Für die Kunden, für die Region und für die Institute«, ist der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Tauberfranken, Wolfgang Reiner, überzeugt. Michael Schneider, Vorstandsvorsitzender Volksbank Main-Tauber, sieht in den neuen Finanzpunkten einen Service, der »vielen Kunden äußerst wichtig« sei: »Wir bleiben als Ansprechpartner für persönliche Beratungen der Privatkundschaft vor Ort.« Vorbild für die in Baden-Württemberg bislang einmalige Zusammenarbeit sind die Frankfurter Volksbank und die Taunus Sparkasse in Hessen, wo sich Reiner und Schneider ein gemeinsames Filialkonzept bereits angeschaut haben.

Einheitliches Konzept

Schneider umschreibt das Konzept der neuen Finanzpunkte im Main-Tauber-Kreis: Neben einer einheitlichen technischen Ausstattung wird es vor Ort von beiden Banken auch die gleiche personelle Besetzung geben - nämlich jeweils einen Berater oder eine Beraterin und eine Servicekraft zu festen Beratungszeiten des jeweiligen Instituts. Die Finanzpunkte werden über keine eigene Kasse verfügen. Der Bargeldverkehr erfolgt ausschließlich über Geldautomaten, die auch über eine Einzahlfunktion verfügen werden.

Volksbank und Sparkasse werden dabei wechselseitig Hausherren oder Nutzer der Filialen in Werbach und Großrinderfeld sein. Somit wird es auch keine gemeinsamen Präsenzzeiten geben. Um den Kunden deutlich zu machen, welches Institut an welchem Tag vor Ort ist, wird es ein Lichtkonzept geben: Leuchtet ein Kubus in der Bank rot, betreibt die Sparkasse den Standort, leuchtet er blau, hat die Volksbank geöffnet. Datenschutz und Vertraulichkeit sollen durch getrennte Öffnungszeiten und eigene Infrastrukturen gewährleistet bleiben. »Wir werden uns keine Kunden vor Ort abwerben«, sagt Voba-Vorstand Michael Schneider. »Wir werden Wettbewerber bleiben - auch in gemeinsam genutzten Räumen«, versichert auch Wolfgang Reiner.

Angelegt ist das Konzept vorerst bis Ende 2022: Dann wolle man überprüfen, ob der Kunde die neuen gemeinsamen Geschäftsstellen annimmt, hieß es am Montag bei der gemeinsamen Pressekonferenz. Zugleich zeigten sich die beiden Vorstandsmitglieder zuversichtlich, dass das Konzept der Finanzpunkte im Main-Tauber-Kreis funktionieren werde und man es in Zukunft auf andere Standorte wird übertragen können.

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