Al Capone soll Kriminelle beruhigen

Resozialisierung: Ein Hund dient als »Eisbrecher« - Ausbildung vor allem für den Umgang mit Gewalt- und Sexualstraftätern

STUTTGART
< 1 Min.

Kommentieren

Sie müssen sich anmelden um diese Funktionalität nutzen zu können.

Schäferhund-Welpe Al Capone wird derzeit ausgebildet. Foto: Marijan Murat (dpa)
Foto: Marijan Murat
Als The­ra­pie­hund soll Schä­fer­hund-Wel­pe Al Ca­po­ne nach sei­ner Aus­bil­dung vor al­lem im Um­gang mit Ge­walt- und Se­xual­straf­tä­t­ern ein­ge­setzt wer­den.

Der Vierbeiner mit dem markanten Namen könne später in der Behandlung und Resozialisierung straffällig gewordener Menschen eingesetzt werden, sagt Sabine Kubinski, die Hundeführerin des kleinen altdeutschen Schäferhunds. Dort seien Straffällige oft unsicher, wenn es um Bindungen und Vertrauen gehe. »Hunde wie Al Capone sind Eisbrecher«, sagt Kubinski.

Vielen Menschen helfe die Nähe zum Hund nach Jahren im Justizvollzug. Es könne sogar sein, dass sie in seinem Beisein Gespräche über unangenehme Themen wie die Tat eher zuließen. Tiere wie Hunde, Pferde, Rinder und auch Tauben werden in Baden-Württemberg seit Jahren vor allem in den Justizvollzugsanstalten Adelsheim, Bruchsal, Freiburg und Ravensburg (Außenstelle Bettenreute) für Therapien eingesetzt. Al Capones Hundekumpel Watson, ein Golden Retriever, hat bereits Kinder und Jugendliche in zwölf Verfahren begleitet. Dabei gelingt es ihm nach Einschätzung von Kubinski, Vertrauen und Stabilität zu vermitteln.

Für einen Menschen mit Affinität zu Hunden habe der Kontakt eine positive Wirkung, erklärt Kubinski, die für die Sozialeinrichtung Prävent Sozial arbeitet. Die Ausschüttung des Stresshormons Cortisol werde gesenkt, die vom Bindungshormon Oxytocin aktiviert. »Das führt dann zu einem Gefühl der Geborgenheit und Sicherheit. Und so kann auch die Qualität der Aussagen verbessert werden.«

Bedarf wird es weiter geben, davon ist Baden-Württembergs Justizminister Guido Wolf (CDU) überzeugt. »Der Anteil von Straftätern mit schwersten Defiziten im Bereich sozialer und emotionaler Kompetenzen wächst«, sagt der CDU-Politiker. »Mit herkömmlichen Therapien sind diese Menschen oft nicht zu erreichen.«

Kommentare

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie angemeldet und Ihre E-Mail Adresse bestätigt sein!


Benutzername
Passwort
Anmeldung über Cookie merken
laden

Artikel einbinden
Sie möchten diesen Artikel in Ihre eigene Webseite integrieren?
Mit diesem Modul haben Sie die Möglichkeit dazu – ganz einfach und kostenlos!