Zwei Bayern-Fans und eine Borussin auf Tour

Champions League: Unser Mitarbeiter Steffen Schreck erlebte das Finale mit zwei Freunden im Londoner Wembley-Stadion

Rothenfels
3 Min.

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Richtig gekleidet: Unser Mitarbeiter Steffen Schreck (rechts) und sein Freund Raik Tröbner freuen sich auf das Champions League Finale in London.
Foto: privat
Guter Blick von den obersten Rängen: Steffen Schreck ergatterte zum Preis von jeweils 76 Eurozwei Eintrittskarten für das Endspiel der Champions League am Samstag im Londoner Wembley Stadion.
Foto: Steffen Schreck
Main-Echo Mit­ar­bei­ter Stef­fen Schreck hat­te Glück: Er hat­te Kar­ten für das Cham­pi­ons Lea­gue End­spiel am Sams­tag im Wem­b­ley-Sta­di­on er­gat­tert und war da­bei, als der FC Bay­ern Mün­chen ge­wann. Ge­mein­sam mit sei­nem Freund Ra­ik Tröb­ner aus dem Bay­ern Fan­club »Red Net« und Ni­co­le Lerchl aus Ma­ri­en­brunn ver­brach­te er drei Ta­ge in der bri­ti­schen Me­tro­po­le. Hier sein Be­richt:
Nach dem Halbfinale hatten sich alle drei Fußballfans um Karten für das Endspiel im Wembley-Stadion bemüht. Sowohl der FC Bayern als auch Borussia Dortmund hätten ein Vielfaches der rund 23 000 zugeteilten Karten verkaufen können. So kam es, dass ein Teil der Fans über Karten, ein Teil über Zimmer, wieder andere nur über Flüge auf die britische Insel verfügten. Nur wenige konnten das komplette Paket ergattern.
152 Euro für zwei Endspielkarten
So erging es auch der Reisegruppe aus Rothenfels, München und Marienbrunn. Während Raik Tröbner aus München vor Wochen bereits ein Hotel in London gebucht hatte, ging er bei der Kartenverteilung leer aus. Nicole Lerchl hatte eine Fähre gebucht und von Borussia Dortmund eine Karte bekommen. Ich hatte Glück und wurde vom FC Bayern mit Karten bedacht. Zweimal Block 539, hinter dem Tor ganz oben, für den Schnäppchenpreis von 76 Euro das Stück.
Nicole musste im Dortmunder Block für die Kartenkategorie zwei für eine Karte 270 Euro ausgeben. Auf dem Schwarzmarkt wurden Karten zu hohen vierstelligen Preisen angeboten - und wohl auch verkauft. Preiswertere Tickets auf dem Schwarzmarkt waren oft gefälscht.
Jetzt mussten wir unsere Fußballreise neu organisieren. Raik buchte ein Beistellbett für das Hotelzimmer, Nicole passte die Fährverbindung an. Am 24. Mai ging es mit dem Auto über Calais nach Dover. Zwei Bayern Fans und eine Borussin gemeinsam im Auto: Kein Problem - das geht.
Eine Fähre früher als geplant erreicht das Trio die britische Insel. Noch 140 Kilometer sind es bis zum Hotel. Eine gute Stunde Fahrt ist eingeplant. Nach vier Stunden erreichen wir schließlich unser Hotel in der Londoner City: Extrem viel Verkehr, strömender Regen bei sechs Grad und gesperrte Straßen, die das Navigationssystem nicht kennt, machen die Anfahrt zur Tortour. Kurzes Kennenlernen der Fans beider Lager an der Hotelbar, ein Bier und müde geht es ins Bett vor dem großen Tag. 14 Stunden Anreise sind geschafft.
Samstag früh. Die Gruppe trennt sich. Nicole muss ihre Karte in einem Hotel in der Stadt abholen. Sie wird von Pamela und Gisbert aus Köln begleitet, ebenfalls Fans der Borussia. Für Raik und mich heißt es umziehen. Die Fanklamotten an und ab in Richtung Stadtmitte. Vor allem Dortmunder sind offenbar zu Tausenden auf die Insel gereist. Piccadilly Circus ist in gelber Hand. Aber auch viele Bayern Fans sind da.
Prächtige Stimmung
Die Stimmung ist prächtig. Trotz des gewöhnungsbedürftigen englischen Bieres und bisweilen gesalzenen Preisen steigt sie von Stunde zu Stunde. Für ein Bier zahle ich vier Pfund und bekommt dafür ein Pint. Das sind 0,568 Liter. Zumindest hier herrschen bayerische Verhältnisse. Ein Steak mit Beilagen kostet rund 20 Pfund - ohne Bedienung versteht sich. Beim Sortentausch musste ich für ein Pfund etwa 1,23 Euro zahlen. Polizisten wollen sich mit »German Fans« fotografieren lassen. Vor dem Hotel, in dem Nicole ihre Karte bekommt, stehen die Uniformierten gar in schwarz-gelber Kluft. Vor dem Wembley-Stadion ist alles noch teurer. Ein Becher Bier kostet hier sechs Pfund. Rund um das Stadion sind die Sicherheitsvorkehrungen hoch, schon drei Stunden vor Spielbeginn ist die Arena geöffnet, aber die meisten Fans feiern davor.
Mächtig ragt der rund 1,1 Milliarden Euro teure Fußballtempel in die Höhe. Mit Rolltreppen geht es bis in die letzte Etage. Eine Stunde vor Anpfiff sind die Fans auf die Choreographie der UEFA gespannt. Optisch schön schickt die UEFA »bewaffnete Statisten« auf den Rasen - Paul Breitner und Norbert Dickel an der Spitze sorgen für eine martialische Show. Dafür, dass die UEFA den Verzicht auf Gewalt propagiert, ist das aber ein fragwürdiges Szenario.
Nach dem Spiel regiert in der Londoner City das Chaos. Wo ansonsten jedes zweite Auto ein Taxi ist, ist jetzt keines zu bekommen. Pubs waren überfüllt, das Bier floss in Strömen. Unser Tag endet nach einer Odyssee mit der U-Bahn an der Hotelbar. Wieder feiern Dortmund und Bayern Fans gemeinsam. Etwas müde und noch ohne Stimmen fahren wir Sonntagmorgen zurück. In London herrscht schönes Wetter, der Verkehr ist überschaubar. Auf der Fähre geben wir die letzten britischen Pfund aus. Von Calais sind es noch 677 Kilometer bis Rothenfels. Am Samstag habe ich Karten für das Pokalendspiel in Berlin.
Steffen Schreck
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