Wolle mer se reinlasse? Nö!

von Boris Dauber

1 Min.

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Lock­down heißt erst mal nicht viel an­de­res als »wir sper­ren was zu«. Der Lock­down war vor der Co­ro­na-Pan­de­mie vor al­lem Häft­lin­gen in US-Ge­fäng­nis­sen ein Be­griff. In Knast-Krei­sen be­deu­tet er, dass al­le In­sas­sen in ih­re Zel­len ge­sperrt wer­den.

Laut einem Beitrag des WDR, der den Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch zitiert, soll das Wort erstmals im Dezember 1973 im Zusammenhang mit einer Messerattacke in einer US-Haftanstalt verwendet worden sein. Hinsetzen bitte, denn jetzt kommt der Kracher: Opfer dieses Messerangriffs war demnach der Serienmörder Juan Vallejo Corona. Corona überlebte auch dank des Lockdowns, was witzigerweise das genaue Gegenteil dessen ist, worauf die aktuelle Ausgangssperre abzielt.

Allein, allein

Nun schlagen wir einen großen Bogen vom US-Knast im Dezember 1973 zum Lohrer Rathaus im Februar 2021: Denn dort wird am Faschingsdienstag zugemacht und die fastnachtstypische Frage »Wolle mer se reinlasse?« schlicht mit »Nö« beantwortet. Das Lohrer Rathaus steht damit im ganzen Landkreis ziemlich alleine da. Das ist unter Lockdown-Gesichtspunkten natürlich vorbildlich, weil jeder, der alleine da steht, niemanden anstecken kann.

Die Redaktion gönnt jedem Rathausmitarbeiter seinen freien Tag von Herzen, doch das machen offenbar nicht alle Lohrer. Die Frage, warum es in der Behörde faschingsfrei gibt, obwohl der Fasching ausfällt, ist an die Redaktion herangetragen worden. In Zeiten, in denen Fremdensitzungen ausfallen, weil jeder Haushalt nur noch mit einem Fremden von außerhalb zu tun haben darf, muss dem nachgegangen werden, auch wenn uns Missgunst fremd ist.

Genialer Werbegag

Die Lösung ist ganz einfach, soll aber offiziell noch nicht verlautbart werden: Es handelt sich um einen genialen Werbegag des Lohrer Rathauses, um den Nachwuchs für eine Karriere bei der Stadt zu begeistern. Da heuer die Faschingsferien an allen bayerischen Schulen ausfallen, blicken die Schüler erstmals neidisch auf die städtischen Einrichtungen und sagen sich: »Da möchte ich später auch mal arbeiten. Die lassen sich von keiner Krise vom einmal eingeschlagenen Weg abbringen.«

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