Wohin mit neuen Funkmasten in Lohr?

Mobilfunk: Gutachten über Anlagenstandorte in Lohr wird am Dienstag in Alter Turnhalle vorgestellt

Lohr a.Main
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Immer mehr Datenverkehr beim mobilen Internet macht neue Funkmasten nötig - auch in Lohr. Nachdem es um mögliche Standorte einige Aufregung gab, hat ein Gutachten weitere untersucht. An diesem Dienstag wird es vorgestellt. Archivfoto: Schilde
Foto: Schilde
Vor et­li­chen Mo­na­ten wa­ren sie Auf­re­ger­the­ma in Lohr. Nun kom­men sie wie­der auf die Ta­ges­ord­nung: neue Mo­bil­funk­mas­ten im Stadt­ge­biet. An die­sem Di­ens­tag, 24. Ok­tober, wird ab 19.30 Uhr in der Al­ten Turn­hal­le ein Gu­t­ach­ten da­zu vor­ge­s­tellt, wie die Strah­len­be­las­tung in Lohr beim Auf­bau zu­sätz­li­cher Mas­ten mög­lichst ge­ring ge­hal­ten wer­den kann.
Das Gutachten für 19 500 Euro brutto hat die Stadt im vorigen Jahr in Auftrag gegeben, nachdem es in Sendelbach und Sackenbach Proteste von Anwohnern gegen zwei geplante Mobilfunkmasten der Telekom an der Buchenstraße beziehungsweise auf dem Schützenhaus gegeben hat. Das Ausbaukonzept des Konzerns sieht nach eigenen Angaben acht Masten in und um Lohr vor, vier mehr als bisher.
Immer mehr Datenverkehr
Der Grund dafür, dass die Masten benötigt werden, liegt auf der Hand: Das Handy, mit dem man nur telefonieren und Kurznachrichten verschicken konnte, ist bei den meisten Menschen längst durch das Smartphone abgelöst worden, einen Kleincomputer mit Internetanschluss. Ein immer stärkerer und schnellerer Datenverkehr erfordert aber immer mehr und immer nähere Mobilfunkmasten.
Allein die eigenen Kunden verursachen laut Telekom jeden Tag in Lohr einen mobilen Datenverkehr im Umfang von rund 300 Gigabyte - das ist eine Bibliothek mit circa 130 000 Büchern. Nach den Ausbauplänen der Telekom sollen zu den vorhandenen vier Mobilfunkanlagen auf dem ehemaligen Postgebäude an der Ludwigstraße, auf dem Beilstein, in Pflochsbach und Wombach vier weitere hinzukommen.
Drei Standorte im Blick
Bereits vorhanden ist die fünfte Anlage an der Friedensstraße. Die Buchenstraße in Sendelbach und das Sackenbacher Schützenhaus sollen Nummer sechs und sieben werden, die achte soll im Bereich des Bezirkskrankenhauses entstehen. Weil die Anlagen genehmigungsfrei, wenn auch anzeigepflichtig sind, erregten die Pläne der Telekom, vertreten durch ihre 100-prozentige Tochter Deutsche Funkturm GmbH, zunächst wenig Aufsehen.
Widerstand in Bürgerinitiativen
Anfang 2015 schloss der Schützenverein Sackenbach mit der Telekom-Tochter einen Nutzungsvertrag. Im Oktober desselben Jahres war die Stadt für ihr Grundstück in Sendelbach nach der Zustimmung des Haupt-, Finanz- und Bauausschusses (in nicht öffentlicher Sitzung) an der Reihe. Allerdings hat die Telekom von der Verwirklichung zunächst abgesehen, denn seit Frühjahr 2016 formierte sich Protest gegen die neuen Mobilfunkmasten.
In beiden Stadtteilen entstanden Bürgerinitiativen der Anwohner. Die Stadtratsfraktionen reagierten darauf mit Anträgen, die Stadt solle ein immissionsminimiertes Mobilfunkkonzept in Auftrag geben. Im Juli 2016 beschloss der Stadtrat ein Dialogverfahren (siehe »Hintergrund«), in das auch der dritte noch ausstehende Standort des Telekom-Konzepts im Bereich des Bezirkskrankenhauses einbezogen werden sollte.
Die Auftragsvergabe an das Umweltinstitut München für ein Gutachten erfolgte im September. Die Stadtverwaltung erledigte dafür umfangreiche Vorarbeiten. So wurden sämtliche Mobilfunkanlagen in der Stadt (also auch der Mitbewerber der Telekom) ermittelt und die Standortbescheinigungen bei der Bundesnetzagentur besorgt. Die beiden Bürgerinitiativen lieferten alternative Standortvorschläge.
Schlusspunkt setzt Stadtrat
Die Datenerfassung durch das Umweltinstitut dauerte bis kurz vor Jahresende, danach erfolgte die funktechnische Bewertung der Alternativstandorte. Diese wurden im Frühjahr 2017 von der Telekom geprüft. Danach erstellte das Umweltinstitut beziehungsweise die daraus hervorgegangene Firma Funktechanalyse das Gutachten, das jetzt vorgestellt wird. Schlusspunkt soll ein Stadtratsbeschluss über das Gutachten sein.
Thomas Josef Möhler
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