Wo einst die Lachse sprangen

Lachsfangsteg: Heute Station zur Wasserstandsmessung an der Sinn

Gemünden a.Main
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Der Lachsfangsteg ist eine Messstelle des Wasserwirtschaftsamtes. Er liegt bei Flusskilometer 1,60 der Sinn. Foto: Lothar Fuchs
Foto: Lothar Fuchs

Meist nur Eingeweihte kennen das Wander- und Erholungsgebiet der Stadt an der Sinn unweit des Gesundheitszentrums Main-Spessart. Dort befindet sich nicht nur der Walderlebnispfad mit zwölf Stationen des Natur-und Kulturlehrpfades der Stadt, der in Zusammenarbeit mit dem Naturpark Spessart vor einigen Jahren entstanden ist, sondern es ist auch einer der schönsten Flussabschnitte der Sinn.

Bis Ende des 19. Jahrhunderts wurden in der Sinn an einer künstlich angelegten Stufe Lachse gefangen, die zu Zeiten der Würzburger Fürstbischöfe von den Gemündener Fischern komplett an das Hochstift abgegeben werden mussten. Zur Laichzeit kamen Lachse aus dem Rhein in den Main und von dort in die Nebenflüsse Lohr, Sinn und andere.

Ein eigener Lachsfängereid verpflichtete die Gemündener Fischer zur Ablieferung. Der echte Lachs, lateinisch Salmo salar, war der Luxusfisch der fürstlichen Küche, nicht nur in Würzburg, sondern auch in Kurmainz. Er wurde, wie urkundlich seit 1633 belegt ist, in Franken nur in der Sinn bei Gemünden systematisch gefangen.

Letzter Lachsfang 1894

Erst ab dem 19. Jahrhundert durften die Gemündener Fischer ihren Lachsfang behalten. Überhaupt sind die Gemündener Fischer mit der seit 1567 bestehenden Zunft eine der ältesten Fischerzünfte Deutschlands. Diese angesehenen und ehrbaren Bürger, waren auch in Notzeiten, wie etwa bei Überschwemmungen, für die Bevölkerung aktiv. Ein Bereich in der Stadtmitte Gemündens, »Am Fischmarkt« erinnert noch heute an diese Zunft.

Der Lachsfangsteg befindet sich etwa 1600 Meter oberhalb der Sinnmündung in die Fränkische Saale. Er ist noch in alten Karten verzeichnet. Der letzte Lachs wurde 1893 oder 1894 im Mühlgraben an der Straße nach Schönau gefangen. Zeuge des Fangs war Fischer Johann Philipp Roth. Lachse erreichten damals ein Gewicht von 19 bis 28 Pfund.

Doch diese Zeiten sind längst vorbei, den Lachsen haben die im 20. Jahrhundert gebauten Staustufen die Rückkehr ins Flusssystem des Mains verwehrt. Seit einigen Jahren versuchen die Betreiber jedoch, mit Fischtreppen Lachsen wieder eine Chance zu geben. Erhalten geblieben ist der Lachsfangsteg in neuerer Form als Wasserstandsmesser der durchfließenden Sinn.

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