Wie kann man Schüler für Sport und Bewegung begeistern?

Bayern-Tour Schule und Verein: Aktionsabend stellt Nutzen von Sportarbeitsgemeinschaft zwischen Schulen und Vereinen vor

Main-Spessart
2 Min.

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Bewegung macht einfach Spaß - vor allem auch in der Gemeinschaft. Das demonstrierten gekonnt diese Lohrer Tänzerinnen der Gruppe "Beatvibezz", entstanden aus der Kooperation des JUZ Lohr mit dem TSV Karlstadt in einer Veranstaltung in der Aula des Karlstadter Gymnasiums. Foto: Schubart-Arand
Foto: Sylvia Schubart-Arand
Wie läuft optimal die Zusammenarbeit von Sportverein und Schule? Ein gutes Beispiel aus dem Bereich Leichtathletik demonstrierten Leichtathleten in Karlstadt zusammen mit ihrer Trainerin Ines Dirscherl in einer Übungseinheit zum Thema Hochsprungbei der Bayern-Tour Schule. Foto: Sylvia Schubart-Arand
Foto: Sylvia Schubart-Arand
Achim Engelking, Referatsleiter vom Bayerischen Landesamt für Schule/Landesstelle für den Schulsport au Schrobenhausen, der aus Lohr stammt und dort sein Abitur gemacht hat. Foto: Schubart-Arand
Foto: Sylvia Schubart-Arand
Wie kann man Kin­der für Sport be­geis­tern, Schü­ler hin­füh­ren zu mehr Be­we­gung und sport­li­cher Ak­ti­vi­tät und das in Zu­sam­men­ar­beit mit Ve­r­ei­nen? Um die­ses The­ma ging es am Don­ners­tag Abend in Karl­stadt in der Au­la des Jo­hann-Sc­hö­ner-Gym­na­si­ums und auf der an­g­ren­zen­den Freis­port­an­la­ge im Rah­men der Ver­an­stal­tungs­rei­he "Bay­ern-Tour Schu­le und Ve­r­ein".

Karlstadt war in diesem Jahr die einzige unterfränkische Station. Angelegt war sie als Sondertour zur "European Championship 2022". Diese Europameisterschaft findet vom 11. bis 21. August in neun Sportarten - Geräteturnen, Leichtathletik, Kanu, Klettern, Radfahren, Rudern, Tischtennis, Triathlon und Volleyball statt - 50 Jahre nach den Olympischen Spielen in München statt.

Bestandteil des Werbeabends für den Sport und die Kooperation von Vereinen und Schulen war eine Talkrunde mit Gerhard Neubauer, Präsident des Bayersichen Leichtathletik-Verbandes, Michael Weiß, Präsident der Bayerischen Sportjugend, sowie die Ministerialbeauftragte für die Gymnasien in Unterfranken, Monika Zeyer-Müller, die kurzfristig für die erkrankte Staatssekretärin Anna Stolz eingesprungen war.

Vorträge zu den bayerischen Kooperationsmodellen "Sport-nach-1" und "Sport im Ganztag" hielten Bildungsreferentin Birgit Dethlefsen von der Bayerischen Sportjugend und Referatsleiter Achim Engelking vom Bayerischen Landesamt für Schule/Landesstelle für den Schulsport. Als Beispiel aus der Leichtathletik stellte BLV-Geschäftsführer Peter Kapustin das "Lauf-Dich-Fit"-Kinderlaufprogramm vor.

Alle handelten von dem Ziel, verstärkt Kinder für den Sport zu gewinnen und zu begeistern. Wie das funktionieren kann, demonstrierten eindrucksvoll die 15- bis 17-jährigen Tänzerinnen der Gruppe "Beatvibezz" aus der Kooperation des Lohr Jugendzentrums mit dem TSV Karlstadt sowie die Leichtathleten mit einer Übungseinheit zum Erlernen des Hochsprungs unter Anleitung von Ines Dirscherl. Ihnen musste man nicht erzählen, wie wichtig Bewegung ist, wie viel Spaß sie in der Gemeinschaft mit Gleichaltrigen macht und wie wichtig sie ist, um Übergewicht vorzubeugen - ein zunehmendes Problem, wie Zahlen belegen: wegen Bewegungsarmut sind zehn bis 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen bereits übergewichtig.

Schüler können bayernweit an Nachmittagen 81 Sportarten vom Bogenschießen über Cheerleading, Klettern, Mountainbiking bis hin zum Reiten oder beispielsweise neu in Karlstadt seit 2021 Rudern in SAG ausprobieren. Mit 73 Kooperationen von Vereinen und Schulen ist der Landkreis Main-Spessart mit Ebersberg führend in Bayern, berichtete Landrätin Sabine Sitter. Sie betonte den gemeinsamen Einsatz von Vereinen, Schule und Politik für den Sport, erwähnte die Investition von zwei Millionen Euro für die Erneuerung der Freisportanlage am Karlstadter Gymnasium und unterstrich: "Die Kooperation von Vereinen und Schulen ist eine wertvolle Arbeit."

Karlstadts Bürgermeister Michael Hombach sagte, die sei unverzichtbar, weil die sportlichen Aktivitäten oftmals erst in den Schulen beginnen. Dieses gemeinsame Bewegen erzeuge Stimmung, so Schulleiter Gerald Mackenrodt, der bestätigte, dass die Zusammenarbeit klappt. In der Talkrunde wurde klar, wie wichtig Sport für die mentale, körperliche und persönliche Entwicklung eines Kindes ist, "weil Kinder auf Bewegung ausgelegt sind und Freude daran haben", so Zeyer-Müller.

Erfreulich nach der Corona-Delle: Seit September wurden 100.000 Neueintritte in den bayerischen Vereinen registriert. Es wurde aber auch die Forderung laut, dass man nicht nur ehrenamtliche Kräfte benötigt, sondern auch Übungsleiter fair honoriert für ihren Einsatz - nicht zuletzt für ihren Einsatz in Schulen. Hier sind auch Angebote für die Qualifizierung für Ganztagskoordinatoren geschaffen worden. sys

Hintergrund

Drei Fragen an Achim Engelking (55) Der Referatsleiter vom Bayerischen Landesamt für Schule/Landesstelle für den Schulsport in Gunzenhausen hat nach seinem Abitur in Lohr Lehramt für die Haupt- (heute Mittel)schule studiert mit dem Hauptfach Sport, war unter anderem Schulleiter in Oerlenbach und Seminarleiter für Jungleher in Kitzingen und Würzburg.

Was bringen Sportarbeitsgemeinschaften (SAG) den Schülern? Antwort: Nachmittags können sie gemeinsam für ein Schuljahr in eine Sportart hineinschnuppern, sich darin ausprobieren, ohne Vereinsmitglied zu werden. Sie erfahren trotzdem, wie breit ein Verein aufgestellt ist mit seinen Angeboten. Weil sie oftmals aus unterschiedlichen Schulen kommen, lernen die Teilnehmenden auch andere Kinder und Jugendliche außerhalb der eigenen Schule kennen - das sportliche Gemeinschaftserlebnis verbindet.

Welche Vorteile haben Vereine? Antwort: Sie werden bevorzugt bei der Hallenvergabe, wenn sie mit Schulen kooperieren, dürfen dafür kostenfrei eine Sportstätte nutzen, können Nachwuchs gewinnen und so manches Talent entdecken. Weil die SAG mit dem Schulsport gleichgestellt sind, sind die Teilnehmenden versichert, und die Übungsleiter bekommen einen Zuschuss.

Warum profitieren Schulen von den SAG? Antwort: Schulen profitieren durch externe Experten, die über den Schulsportunterricht hinaus neue Sportarten in die Schule bringen, die so über den Lehrplan nicht angeboten werden können. Das schafft Anreize für die Kinder. sys

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