Wie Gesetze entstehen und Abgeordnete arbeiten

Planspiel: Lohrer Realschüler sind für einen Tag selbst bayerische Landtagsabgeordnete

Lohr a.Main
2 Min.

Kommentieren

Sie müssen sich anmelden um diese Funktionalität nutzen zu können.

Spielerisch kam der Landtag in die Lohrer Realschule. Foto: Steffen Schreck
Foto: Steffen Schreck
Ju­bel auf der ei­nen Sei­te, ver­hal­te­ner Un­mut auf der an­de­ren. So­e­ben ha­ben die Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten ein recht li­be­ra­les Ge­setz zur Fle­xi­bi­li­sie­rung der La­den­schluss­zei­ten in Bay­ern mit Mehr­heit be­sch­los­sen. Es war der wei­test­ge­hen­de An­trag, so dass al­le wei­te­ren An­trä­ge da­mit hin­fäl­lig wa­ren.

Auch eine neue Erfahrung für die 56 Schüler der 10. Klassen der Georg-Ludwig-Rexroth-Realschule in Lohr. Denn sie waren es, die am Montag für einen Tag in die Rolle von Landtagsabgeordneten schlüpfen durften.

Alles fast wie in echt. Auch die lange Zeit von kurz vor 8 bis knapp 14 Uhr traf die Arbeit im Maximilianeum recht genau. Es wurden Fraktionen geschaffen, mit Rollenkarten Politiker erfunden. Einzig ihre Namen durften die Schüler selbst wählen. Es gab Ausschüsse, Sitzungen, Debatten und Aussprachen. Und am Ende eine Abstimmung, in die verschiedenste Meinungen einflossen.

Eine Schülerin, die eine Grünen-Abgeordnete spielte, meinte zum Thema: »Es gibt 65 mögliche Sonn- und Feiertage zum Öffnen, 20 davon sind genug.« Vor allem kleinere Unternehmen müssten auch die Möglichkeit haben, weniger als acht Stunden zu öffnen, lautete eine andere Meinung. Wie im richtigen Leben und vor allem auch wie im Unterricht gestaltete sich auch die Teilnahme. »Einige kennen sich gut aus, andere haben kaum Interesse an Politik«, sagt Studienrätin Nikola Schaupp.

Sie unterrichtet Sozialkunde und meint: »Einige sind so engagiert, die würden vielleicht bessere Entscheidungen treffen als manche 40-Jährige.« Sie zeigt sich erfreut, dass nach einem Jahr Pause und einem Jahr digitalem Planspiel in diesem Jahr das Team vom Centrum für angewandte Politikforschung (CAP) im Auftrag des Bayerischen Landtags wieder vor Ort war. »So ist das viel lebendiger, als theoretisch zu erklären, wie ein Gesetz verabschiedet wird«, so Schaupp.

Nach der Abstimmung im »Landtag« bekamen die Schüler Besuch der beiden Landtagsabgeordneten Thorsten Schwab (CSU) und Helmut Kaltenhauser (FDP). Sie stellten sich Fragen, die die Schüler vorher notiert hatten. Spannend war für die Schüler der Tagesablauf eines Abgeordneten sowie deren Verdienst.

Einkommen erläutert

Thorsten Schwab schilderte, dass er in 32 Sitzungswochen Dienstag bis Donnerstag Sitzungen im Plenum und Ausschüssen hat und an den anderen Tagen Termine in seinem Wahlkreis. Helmut Kaltenhauser sagte, dass zu 8500 Euro Diäten für die Abgeordneten 3000 Euro Aufwandspauschale sowie ein Budget für Mitarbeiter kommen. Pro Legislaturperiode gebe es zudem 12.500 Euro für neue EDV.

Kaltenhauser machte deutlich, dass im Landtag Menschen sitzen, die früher mehr oder weniger verdient hätten. Zudem sei der Beruf auch mit hohem Risiko behaftet, da die Gefahr bestehe, nicht wieder gewählt zu werden. »Beamte haben es da leichter«, so Kaltenhauser. Thorsten Schwab ergänzte, dass man nicht von einer 35 oder 39-Stunde-Woche ausgehen dürfe. Aber auch Themen wie die Legalisierung von Cannabis oder der geplante Bau der Bundesstraße B26n wurden angesprochen.

Kommentare

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie angemeldet und Ihre E-Mail Adresse bestätigt sein!


Benutzername
Passwort
Anmeldung über Cookie merken
laden

Artikel einbinden
Sie möchten diesen Artikel in Ihre eigene Webseite integrieren?
Mit diesem Modul haben Sie die Möglichkeit dazu – ganz einfach und kostenlos!