Wenn die Natur zu Wort kommt

Grünseelchen-Spaziergang:In Lohrhaupten den Seelen von Bäumen gelauscht - Geschichten und Musik

Flörsbachtal
2 Min.

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Jutta Schreiber und Marga Eisenacher (von links).
Foto: Holger Senzel
Teilnehmende des Grünseelchen-Spaziergangs. Fotos: Holger Senzel
Foto: Holger Senzel
Was wä­re, wenn Bäu­me er­zäh­len könn­ten? Am Sonn­tag ka­men ei­ni­ge von ih­nen zu Wort. Bei ei­nem Sonn­tags­spa­zier­gang der Na­tur­im­puls Per­sön­lich­keits­ent­wick­lung GmbH und der Ge­mein­de Flörs­bach­tal, der im Rah­men des Kul­tur­som­mers Main-Kin­zig-Ful­da statt­fand, be­ga­ben sich 30 In­ter­es­sier­te zu Lohr­haup­ter Bäu­men.

Hier erfuhren sie die Geschichten von alten Eichen und Linden, einer Zeder und einem Birnbaum, der einst leckere Zuckerbirnen trug.

Mit dabei war bei diesem Spaziergang »Grünseelchen«, jedenfalls im Geiste. Jene mythische Gestalt, bei der es sich um das Waisenkind Lisa-Marie handelt, die Rosemarie Knechtel im Jahr 2018 erdachte. Mit der Eröffnung des Grünseelchen-Wanderwegs in Lohrhaupten begann damals dieser Mythos.

Zu Beginn erklärte Veranstalterin Marga Eisenacher, was es mit »Grünseelchen« auf sich hat. Denn Jutta Schreiber aus dem benachbarten Pfaffenhausen kannte das »Grünseelchen« nicht. So erfuhren die Teilnehmer, dass »Grünseelchen« alles Grüne liebt. »Angefangen von den saftigen Wiesen über die flinken Grashüpfer bis zu den dunklen Wipfeln der Fichten und den lindgrünen Blätterdächern der Laubbäume.« Da »Grünseelchen« (https://www.gruenseelchen.de) ein empfindsames »Seelchen« sei, habe sie eine besondere Begabung: »Lisa-Marie kann sich mit den Seelen der Bäume unterhalten.« Deshalb kam sie zu ihrem Namen, den Pfarrerin Jutta Ehlers kreiert hat.

Nicht fehlen durfte der Liedermacher und Gitarrist Leschek Karwoth bei diesem Spaziergang. Er sorgte dafür, dass bei den spannenden und anrührenden Geschichten der Bäume das »Grünseelchen« allgegenwärtig war. So galt es den Seelen der Bäume zu lauschen. Denn sie erzählen von Lohrhaupter Menschen und ihren Erlebnissen. So von Adam Freund, der im Jahr 1935 seinem Vater dabei half, eine Linde im Hof zu pflanzen. Als der Baum älter wurde, schreinerte der Nachbar Philipp Uhl eine Bank, die unter dem Baum ihren Platz fand, später eine zweite und schließlich Siegfried Vogel noch eine dritte Bank. Hier saß dann der greise Adam Freund, seinen Spazierstock an die Bank gelehnt und nickte den Vorbeikommenden freundlich zu.

»Ein Ort der Klarheit«

»Mit vielen Menschen führte er hier Gespräche und gab Wanderern gerne Auskunft über den Weg.« Vor zwei Jahren starb er im Alter von 96 Jahren. Seine Enkelinnen hatten mit ihm ein Interview durchgeführt und aufgezeichnet. Den Platz unter der Linde beschrieb er folgendermaßen: »Es ist ein Ort der Ruhe, Gelassenheit, Klarheit und gibt Kraft.«

Erika Müller erzählte von einem Birnbaum, der einst vor dem heutigen Feuergerätehaus stand. »Der Baum war alt und es wuchsen süße Zuckerbirnen auf ihm. Im Herbst, wenn der Baum geschüttelt wurde, kamen alle zusammen. Jeder hat so viele Birnen genommen, wie er wollte und hat die Birnen eingemacht. Von den Birnen aßen die Leute den ganzen Winter und den halben Sommer lang.«

Neben den Geschichten gab es kulinarische Überraschungen. So zum Beispiel einen Spessarteichenschnaps aus Lettgenbrunn und ein Picknick zum Abschluss.

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