200. Jahrestag: Wanderfreunde feiern Prinz Luitpold

Immer noch Fans im Spessart - Videokonferenz statt Treffen am Wanderweg

Bischbrunn
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Das hätte sich der kleine Prinz Luitpold, der am 12. März 1821 in der Würzburger Residenz geboren wurde, nicht erträumen können. Zu seinem 200. Geburtstag verehren ihn immer noch seine Spessarter Fans.

Die Erinnerung an den sehr leutseligen Prinzregenten ist in den Spessartgemeinden Bischbrunn, Weibersbrunn, Altenbuch und Schollbrunn lebendig geblieben.

Es war anders geplant: Um des Prinzregenten zu gedenken, wollten die Heimat- und Wanderfreunde im Spessartbund Oberndorf-Bischbrunn eine kleine Feier am Festplatz veranstalten. Dort ist der Start zum Kulturwanderweg »Jagd des Prinzregenten im Spessart«, der auf zehn Kilometern durch den Bischbrunner Forst zu zahlreichen Stätten dieser Jagd führt. Doch die Corona-Pandemie machte dies unmöglich.

50-minütige Sendung

Kurzfristig wurde am Freitag eine Videokonferenz organisiert, die zu einer Lehr- und Geschichtsstunde über die »gute alte Zeit« wurde. Die Moderation übernahm CSU-Landtagsabgeordneter Thorsten Schwab, der auch die Technik zur Verfügung stellte. Die gut 50-minütige Live-Sendung vom Freitag ist im Internet unter www.facebook.com/thorstenschwab.csu abrufbar.

Alle Teilnehmer würdigten das Wirken des populären Prinzregenten und die Spuren, die er hinterlassen hat. Eberhard Sinner hat das Leben und Wirken des »fränkischen Wittelsbachers« von Kindheit an verfolgt. Bei seinen Jagdaufenthalten im Spessart habe er Bayern im »Home-Office« von Rohrbrunn aus regiert, meinte er. Aber nicht nur im Spessart, sondern auch in seiner Geburtsstadt Würzburg habe er mit dem Luitpoldkrankenhaus (heute Uni-Klinik), der Luitpoldbrücke (heute Friedensbrücke) »Leuchttürme« für die Landesentwicklung in Unterfranken geschaffen.

Prinzregent Luitpold wird im Spessart auch heute noch hoch verehrt. Reinhold Abt von den Senioren der Heimat- und Wanderfreunden, die den Prinzregenten bei den monatlichen Treffen hochleben ließen, stiftete das letzte Shirt der Gruppe. Thorsten Schwab überreichte es als Dank an Sinner für seinen unermüdlichen Einsatz für den Spessart. Dieser revanchierte sich mit einer »Prinzregententorte« an die Runde, die erstmals zum 65. Geburtstag des »Reschenten« kreiert worden war.

Zigarren für die Jagdhelfer

Der Geist und die Erinnerung an den sehr leutseligen Prinzregenten, der 50 Jahre lang jährlich zur Schwarzwildjagd in den Spessart kam, lebt in den Spessartgemeinden weiter. Unvergessen ist seine soziale Einstellung zu der armen Bevölkerung. Treue Jagdhelfer wurden mit Zigarren belohnt, die wie Reliquien verehrt und aufbewahrt wurden. Der Prinzregent residierte während der Zeit seiner Jagdaufenthalte im extra erbauten Jagdschloss Luitpoldhöhe in Rohrbrunn.

Die Teilnehmer der Videokonferenz verwiesen auf das Wirken des Regenten in ihrer Region. Marktheidenfelds Bürgermeister Thomas Stamm residiert im Rathaus an der Luitpoldstraße. Vom Bahnhof fuhr der Regent in der Kutsche und später per Auto nach Rohrbrunn zu seinem Schloss.

Gerhard Ermischer vom Archäologischen Spessartprojekt würdigte den Jubilar als »großen Brückenbauer und Schwarzwildjäger im Spessart«. Er schilderte das Jagdgeschehen im Wildpark und den leutseligen und sozialen Umgang mit den Jagdhelfern.

Bauten als Erinnerung

Landtagsabgeordneter Sandro Kirchner lobte sein Wirken in Bad Kissingen, das durch ihn zum Weltbad wurde. Heute erinnerten Luitpoldbad, Prinzregentenbau und -straße neben anderen Einrichtungen an ihn. Staatskanzleichef Florian Herrmann residiert heute in der Staatskanzlei, die ursprünglich als Armeemuseum gebaut wurde. Als Förderer von Kultur und Wissenschaft erinnern heute noch Justizpalast, Wirtschaftsministerium, Finanzministerium (im Leuchtenberg-Palais), Prinzregententheater in München an diese Zeit.

Bischbrunns Alt-Bürgermeister Richard Krebs erlebte zu Beginn seiner Amtszeit noch Zeitzeugen, die ihn kennengelernt hatten. In Erinnerung blieben auch die Zigarren, die er seinen treuen Mitarbeitern schenkte. Wurst und Weck, damals nicht alltäglich, gab es für die Kinder.

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