Viele Ideen warten auf die Umsetzung

Marktheidenfelder Sozialausschuss: Gremium befürwortet Ernennung eines ehrenamtlichen Seniorenbeauftragten in der Stadt

Marktheidenfeld
2 Min.

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Schon wenige Stufen können im Alter zum großen Hindernis werden. Wird es Aufgabe eines ehrenamtlichen städtischen Seniorenbeauftragten in Marktheidenfeld sein, beim Umbau zu beraten? Syambolfoto: Mascha Brichta/dpa
Foto: Mascha Brichta
Et­wa 23 Pro­zent der Be­völ­ke­rung Markt­hei­den­felds, näm­lich 2782 Men­schen, ist über 65 Jah­re alt (Stand: 31.12.2021). Im Al­ter wan­deln sich die Be­dürf­nis­se ei­nes Men­schen nach Be­t­reu­ung oder an­ge­pass­tem Woh­nen.

Deshalb schlug der Sozialbeirat vor, dass die Stadt Marktheidenfeld dem Thema eine größere Bedeutung beimisst und einen ehrenamtlichen Seniorenbeauftragten ernennt.

Dieser solle die Interessensvertretung der Senioren in Marktheidenfeld übernehmen, so wie es in der Vergangenheit der Seniorenbeirat tat. Jetzt befasst sich der Sozialbeirat mit den Belangen aller Generationen, mit Integration und Gesundheitsthemen. Seine Aufgaben und Zielsetzung sieht er vor allem darin, die Stadtgemeinschaft zu stärken und dem Stadtrat beratend und unterstützend zur Seite zu stehen.

Knappes Votum

Denkbar knapp mit 6:5 Stimmen sprach sich der Sozialausschuss dafür aus, dem Stadtrat die Ernennung eines Seniorenbeauftragten vorzuschlagen. Keiner der Anwesenden stellte die Notwendigkeit einer solchen ehrenamtlichen Stelle infrage. Doch in der gemeinsamen Sitzung mit dem Beirat wurde kontrovers diskutiert, welche Aufgaben der Seniorenbeauftragte zukünftig übernehmen soll.

»Ähnlich wie die Stelle des Behindertenbeauftragten, die aktuell wieder ausgeschrieben ist, soll ein Seniorenbeauftragter eingeführt werden«, so das Ansinnen von Bürgermeister Thomas Stamm. Martin Harth (SPD) merkte an, dass die Stadtverwaltung erst eine Profilbeschreibung erstellen solle, aus der klar hervorgehe, wann der Behindertenbeauftragte zu hören oder mit einzubeziehen sei. Holger Seidel (Freie Wähler) schlug vor, für eine Stellenbeschreibung das seniorenpolitische Gesamtkonzept für den Landkreis heranzuziehen und dies auf die städtische Ebene herunterzubrechen.

Ludwig Keller (Promar) sah sich als Vertreter der betroffenen Altersgruppe und betonte, dass dringend ein Seniorenbeauftragter benötigt werde, damit Senioren eine Anlaufstelle für ihre Belange hätten. Beiratsmitglied Andrea Dürr schrieb dem zukünftigen Behindertenbeauftragten eine Vermittlerfunktion zu, insbesondere in Notfällen.

»Wir sollten nicht zu viel in diese Stelle reinpacken«, warnte Renate Schneider (CSU). »Die Beratung von Betroffenen kann aus meiner Sicht kein Ehrenamtlicher leisten«, so Seidel und erntete dafür die Zustimmung mehrerer Ausschussmitglieder. Caroline Kutz (Promar) sagte: »Ich fürchte, wir schlittern in die gleiche Problematik wie beim Umweltbeauftragten.« Der sollte sich ebenfalls ehrenamtlich engagieren. Erst nach der Ausschreibung dämmerte es dem Stadtrat, dass die Fülle an Aufgaben nur hauptamtlich zu stemmen sei.

Der Sozialbeirat hat sich im ersten Jahr seines Bestehens mit einer Vielzahl an Themen befasst, informiert die Vorsitzende Karin Schneider-Schüßler. Für die Handlungsfelder hat der Sozialbeirat Maßnahmen diskutiert, die jetzt von städtischer Seite priorisiert werden müssen. In einem ersten Schritt beschloss der Sozialausschuss einstimmig, eine Arbeitsgruppe zu bilden, die ein Spielplatzkonzept erstellen wird. Im Rahmen dessen soll der Bedarf an Spielplätzen im Stadtgebiet überprüft werden. Ziel ist es, bestehende Spielplätze in ihrer Qualität zu verbessern und gegebenenfalls neue Angebote zu schaffen.

Um Marktheidenfeld als attraktiven Wohnort zu stärken, sollen zum Beispiel im Bereich der Mobilität Verbesserungen geschaffen werden: Car-Sharing-Angebot, Organisation einer Mitfahrerbörse oder Einrichtung einer Bus-Nachtlinie auch nach 0 Uhr. Beirat Frank Dahinten sagte, dass es in Marktheidenfeld zu wenig Wohnraum gebe. Er wünsche sich Mehrgenerationenhäuser.

Für den Bildungs-Bereich wünscht sich der Sozialbeirat ein Treffen mit Vertretern der Stadt und den örtlichen Schulen, um zu erfahren, »wo der Schuh drückt«. Aus Sicht des Sozialbeirats hat Marktheidenfeld als Mittelzentrum im Verhältnis zur Einwohnerzahl wenige Facharztsitze. »Es besteht weiterhin ein drohender Hausärztemangel«, so Schneider-Schüßler.

Mehr Engagement erhofft

Falls das geplante Ärztehaus eines privaten Investors nicht zustande käme, solle die Stadt prüfen, inwieweit sie selbst einen aktiven Part zur Sicherstellung der örtlichen Gesundheitsversorgung übernehmen könne. Sie könne sich ein genossenschaftliches Modell vorstellen.

Um die Integration von Geflüchteten zu fördern, hoffte Beirat Kathrin Hörnig auf mehr Engagement, zum Beispiel mittels Patenschaften. Insbesondere Kinder hätten einen hohen Bedarf an Unterstützung. »Es wäre gut, sie hätten einen Ansprechpartner«, so Hörnig. Hierzu merkte Martin Harth an, dass die Hilfsbereitschaft in Marktheidenfeld für Geflüchtete sowohl in der Flüchtlingskrise 2015 als auch jetzt sehr groß sei. Man einigte sich darauf, Maßnahmen zu überdenken, die auf ein langfristiges Engagement für Geflüchtete abzielen.

Bürgermeister Stamm freute sich über die vielen Vorschläge und merkte an, dass einige der Punkte bereits umgesetzt werden würden: »Ich glaube, wir tun sehr viel, über das wir nicht reden.«

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