Unterrichtsfahrt echt »Stark«

Schiffserkundung: Kapitän Stefan Ludorf lässt Drittklässer auf seinem Güterschiff mitfahren

Triefenstein
2 Min.

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Das ist prak­ti­zier­te Hei­mat­kun­de für un­se­re Schul­kin­der: Sie le­ben hier an ei­nem Fluss und se­hen fast je­den Tag Schif­fe auf dem Main vor­bei­fah­ren, wä­ren vi­el­leicht ger­ne mal da­bei und wer­den sich vie­le Jah­re spä­ter noch im­mer wie­der da­ran er­in­nern, weil es ein Teil ih­rer Hei­mat war und ist.
Warum also mal nicht zusammen mit den Kindern der Frage nachgehen: Wie ist es denn auf so einem Flussschiff, wenn man da lebt und arbeitet und lange unterwegs ist?
Gesagt, getan: an einem Sommervormittag »enterten« an der Staustufe Lengfurt 24 muntere Drittklässler mit ihrem Klassleiter Peter Erdmann, der gleichzeitig Rektor der Grundschule Triefenstein ist, in Begleitung von Bernadette Erdmann, die ein Freiwilliges Soziales Jahr leistet, ein Schiff: die »Stark«.
Weizen und Trafo an Bord
Das Schiff der IZB-Cargo & Co. GmbH aus Triefenstein ist zusammen mit dem Schubleichter (einer »Barge«) etwa 170 Meter lang, hatte fast 1800 Tonnen Weizen (Zielhafen: Rotterdam) an Bord sowie einen mächtigen Transformator (sieben Meter lang, knapp drei Meter hoch, 348 Tonnen schwer. Für die Autobahn ist das entschieden zuviel. Nach Zwischen-Parken der Barge in Mainz geht der Trafo auf dem Rhein weiter nach Birsfelden in der Schweiz.
Kapitän Stefan Ludorf erklärte den Kindern die technischen Einzelheiten und die diversen Teile des Schiffs, ließ sie einen Blick auf die Fracht werfen, zeigte Anker und Tauwerk, und achtete auf vorsichtige Bewegung und sicheren Tritt auf schmalen Stufen und Gängen.
Fragen über Fragen
Er gab geduldig Auskunft bei den Fragen über das Schiff (wie schnell, wie schwer, welcher Tiefgang?) und ließ die Kinder auch in den Motorraum der Barge (und später auch des 95 Meter langen Schiffes) klettern, um ihnen zu zeigen, wie eng (und nicht nur durch die Hitze alles andere als »gemütlich«) die Räume sein können. Vor, während und nach der Fahrt ist schwere körperliche Arbeit zu leisten.
Unterstützt wurde Stefan Ludorf bei der Führung von seiner Frau Claudia und von seiner Schwester Julia Steffen. Beeindruckt waren die Kinder vom Maschinenraum, und fanden vor allem Spaß daran, einmal mit dem »Fahrerhaus«, wie es oft bei Brückenunterquerungen nötig ist, nach unten und wieder nach oben zu fahren. Sie staunten über die vielen Bedien-Knöpfe, die Radarbilder und Wasserwege-Karten, sie fragten nach der Kraft von Wellen.
Schon in Indien gefahren
Die »Stark«, Baujahr 1978, hatte bis vor zwei Jahren noch die See-Zulassung und war schon in Norwegen, London oder Le Havre, und hat noch unter anderem Namen schon Reaktoren auf dem Ganges transportiert. Die Kinder fanden die Wohnung an Bord des Schiffes klein, aber gemütlich. Ob sie sich vorstellen können, drei Wochen am Stück auf diesem Schiff zu verbringen, mit schwerer Arbeit? Doch wohl eher nicht.
Erkundung im unmittelbaren Anschauungsbereich in der Heimat steht als Erziehungs- und Bildungsziel im Lehrplan. Ja, alle Kinder fanden es spannend und interessant, auch wenn nach einer guten Stunde die vielen neuen Informationen für sie ein bisschen viel geworden sein mochten.
Raymond Roth
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