Gemünden: Übernachtungszahl "leicht stabilisiert"

Tourismus

Gemünden a.Main
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Campingplatz Saale-Insel Gemünden, Saisoneröffnung 2021 voraussichtlich 26.April 2021, so steht es in einem Aushang bei der Rezeption. Dazu informiert die Stadt über Internet weiter, dass der Campingplatz nach derzeitigem Stand noch bis zum 25.4. geschlossen ist, Zu welchem Zeitpunkt die einzelnen Campingparzellen für Dauer,- und Durchgangscamper bezogen werden können, wird rechtzeitig auf der Homepage der Stadt Gemünden a. Main bekannt gegeben. Während Dauercamper jederzeit einen Dauerstellplatz reservieren können, können Reservierungen für Durchgangscamper aufgrund der vorherrschenden Situation erst ab dem 19. April 2021 entgegen genommen werden. laf/Foto: Lothar Fuchs Bildunterschrift 2021-04-22 --> Campingplatz Saale-Insel Gemünden: Noch ist man hier zuversichtlich, dass die Wohnwagen ab 9. Mai wieder anrollen dürfen. Foto: Lothar Fuchs
Foto: Lothar Fuchs
Nach dem star­ken Ein­bruch 2020 hat sich die Tou­ris­mus­bran­che in der Drei­flüs­se­stadt in die­sem Jahr bis­lang et­was er­holt. Das hat Kul­turamts­lei­te­rin Jas­na Blaic am Mon­tag dem Stadt­rats­aus­schuss für Bil­dung, Ju­gend, Kul­tur und Stadt­ent­wick­lung be­rich­tet.

 Der Trend gilt aber nur für den ge­werb­li­chen Be­reich (ab zehn Bet­ten), bei den pri­va­ten Ver­mie­tern ging es wei­ter ber­g­ab. "Letz­tes Jahr war ein sehr schwe­res Jahr", mein­te Blaic. Die Über­nach­tungs­zah­len bei ge­werb­li­chen Be­trie­ben sack­ten ge­gen­über 2019 von gut 44.000 auf 30.500 ab. Die Gäs­te­an­künf­te re­du­zier­ten sich von rund 18.500 auf 13.500.

Nach den Worten der Kulturamtsleiterin hat sich die Situation "leicht stabilisiert". Inklusive August, aktuellere Zahlen lägen noch nicht vor, seien knapp 27.000 Übernachtungen gezählt worden, ein Plus von 23,6 Prozent. Die Gästeankünfte seien um 9,4 Prozent auf circa 10.300 gestiegen.

Weit von Auslastung entfernt

"Dennoch sind die Zahlen noch weit von der guten Auslastung der Vorjahre entfernt", betonte Blaic. Das gelte erst recht für die Vermieter von Ferienwohnungen und Privatzimmern. Die Ankünfte seien um weitere rund 29 Prozent zurückgegangen, die Übernachtungszahlen erneut um fast 20 Prozent gesunken.

Erklären lasse sich das damit, dass viele Privatvermieter mit den Unsicherheiten bei der Einhaltung und Überprüfung der Coronamaßnahmen und vorgeschriebenen Hygieneregeln überfordert gewesen seien. So habe man, auch zum eigenen Schutz, lieber auf eine Vermietung verzichtet. Zudem sei die Meldung nach wie vor freiwillig, so dass die Zahlen oft auch nicht vollständig und verlässlich seien.

Wieder etwas aufwärts ging es laut Blaic mit dem von der Stadt betriebenen Campingplatz auf der Saale-Insel. Von der Eröffnung im Juni bis Saisonschluss im Oktober sei die Zahl der Übernachtungen bei den Durchgangscampern leicht um sieben Prozent gestiegen, die Zahl der Gästeankünfte um 5,6 Prozent.

Bei den Wohnmobilstellplätzen am Saaleufer und auf der Lindenwiese sei der Trend nach oben auch in der Pandemie ungebrochen geblieben. Die Nachfrage und die Einnahmen stiegen ständig. Nach Angaben der Kulturamtsleiterin betrugen die Einnahmen vor zwei Jahren nur gut 1900 Euro, im vorigen Jahr bereits knapp 4300 Euro und im laufenden Jahr schon 7800 Euro.

In einem Ausblick auf den Advent kündigte Blaic die Absage fast aller Veranstaltungen an. Die Beleuchtung der Gemündener Stadttürme zum "größten Adventskranz Deutschlands" werde es selbstverständlich geben, aber ohne das gewohnte Rahmenprogramm. Auch an der Beleuchtung des Brunnens auf dem Marktplatz halte man fest.

Monika Poracky (SPD) und Matthias Risser (CSU) machten sich Gedanken, wo weitere Wohnmobilstellplätze geschaffen werden könnten. Bürgermeister Jürgen Lippert war von Porackys Einfall nicht begeistert, das auf dem Campingplatz Saale-Insel zu tun. Denn sobald die Pandemie vorbei sei, könne man den Campingplatz wieder voll auslasten.

Risser schlug den Basketballplatz auf der Lindenwiese als Wohnmobilstellplatz vor. Den Basketballplatz könne man auf einen aufgelassenen Tennisplatz verlegen. Diese Lösung habe man auch im Rathaus schon im Blick gehabt, so Lippert, aber mit ihr wäre Ärger vorprogrammiert.

Der Tennisplatz liege neben einem Wohngebäude. Ein geordneter Betrieb wie auf dem Tennisplatz wäre auf einem Basketballplatz nicht möglich.

Die Weiterentwicklung Gemündens als Tourismusstandort möchte Ferdinand Heilgenthal (SPD) vorantreiben. Dazu müsse die Stadt mit den Pfunden wuchern, die sie habe, der Lage am Main und der Geschichte als Eisenbahnerstadt. Er schlug Angler- und Fischereimessen, die Vermarktung der großen Eisenbahnanlage im Huttenschloss und die gezielte Ansprache von Trainspottern (Eisenbahnenthusiasten) vor.

Halle wird gebraucht

Zum Thema Eisenbahngeschichte werde gerade eine Mottostadtführung entwickelt, erwiderte Blaic. Viele Ideen wie etwa für Messen "stehen und fallen mit der Scherenberghalle", mahnte die Kulturamtsleiterin. Die Halle muss saniert werden.

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