Über das Solarpotenzialkataster des Landkreises

Veranstaltungsreihe: 80-minütiger Online-Vortrag des Klimaschutzbeauftragten Michael Kohlbrecher

Karlstadt
2 Min.

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Selbst Energie zu erzeugen, wird immer wichtiger. Foto: Sylvia Schubart-Arand
Foto: Sylvia Schubart-Arand
Der Wurm ist drin bei der Ver­an­stal­tungs­rei­he »En­er­gie und Kli­ma­schutz für je­der­mann«, die das Kli­ma­schutz­ma­na­ge­ment des Land­k­rei­ses Main-Spess­art und des Agen­da-21-Ar­beits­k­rei­ses Res­sour­cen in Zu­sam­men­ar­beit mit der VHS Karl­stadt or­ga­ni­siert.

Das stellte am Donnerstag der Klimaschutzbeauftragte Michael Kohlbrecher vor einem geplanten Online-Vortrag fest. Beim vergangenen Mal hatte ein Referent Probleme mit seinem Computer und dieses Mal wurde der Vortrag »Zuhause energieautark werden mit Sonnenenergie: So geht's!« kurzfristig abgesagt. Referent Jan Rettinger (Vertriebsingenieur bei der Firma PA-ID in Kleinostheim) war erkrankt. Die VHS gab noch am Veranstaltungstag den über 100 Interessierten Bescheid. Der Referent soll nun im August oder September zu einem Ersatztermin eingeladen werden, kündigte Kohlbrecher online an.

Ersatzweise hielt der Klimaschutzbeauftragte kurzfristig einen kostenlosen Vortrag über das Solarpotenzialkataster des Landkreises und demonstrierte, wie es funktioniert. Über 30 Teilnehmer blieben die 80 Minuten am Rechner, denn Kohlbrecher sprach auch die EEG-Novelle an, deren Regelungen im August in Kraft treten. Das Solarpotenzialkataster ging 2019 online mit Hilfe eines Softwarebüros, das eine Datenlage von 2014 nutzte. Deshalb ist es auch nicht ganz aktuell. Aber der überwiegende Teil der Main-Spessarter kann damit den Solar-Check für das eigene Dach vornehmen. Es ist ein unabhängiges Werkzeug, mit dem der Nutzer individuell für sein Dach eine Solaranlage konfigurieren und die Wirtschaftlichkeit einfach ermitteln kann mit der Eingabe von unterschiedlichen Parametern.

Faustregel formuliert

Verschiedene Szenarien lassen sich damit sehr realitätsnah simulieren. Kohlbrecher führte seine Zuschauer am Beispiel eines Dachs in Karlstadt durch das Programm und gab dafür den Haushaltsstromverbrauch für eine vierköpfige Familie an. Dann konnte gewählt werden, ob man eine möglichst hohe Eigenverbrauchsquote will und damit die Einspeisung ins öffentliche Netz herunterfährt. Als Nutzer kann man ausprobieren, ob es wirtschaftlich sein kann, das Dach nicht so voll zu pflastern mit Modulen. Der Klimaschutzbeauftragte berichtete, dass mittlerweile viele, die sich Photovoltaik aufs Dach holen, auch einen Batteriespeicher dazukaufen. Die Faustregel: Wer beispielsweise eine 10,6-Kilowatt-Peak-Anlage (kWp ist ein Maß für die Leistung einer Photovoltaikanlage) hat, fährt wirtschaftlich mit einer 11-kWh-Batterie.

Kohlbrecher beantwortete auch Fragen. So empfahl er, bei Batterieanbietern darauf zu achten, dass sie eine lange Garantie geben. Kurz streifte er auch das Thema Solarthermie; mit einer Wärmepumpe kann beim Einsatz der Photovoltaik auch für warmes Wasser im Haus gesorgt werden. Unter diesem Link können Interessierte ausprobieren, ob ihr Dach Energie produzieren kann: https://www.solare-stadt.de/main-spessart/Solarpotenzialkataster.

Die Bundesregierung hat das neue EEG 23 Anfang Juli beschlossen. Die bisherige 70-Prozent-Regelung entfällt am 1. Januar 2023 - »eine gute Sache«, kommentiert der Referent. Derzeit gilt: Photovoltaik-Anlagen dürfen nicht so viel Strom produzieren, wie sie eigentlich könnten. Ihre maximale Leistung wird auf 70 Prozent des theoretisch Möglichen heruntergeregelt.

Zudem gelten neue Vergütungssätze, die dann bis 1. Februar 2024 festgeschrieben sind und sich danach alle sechs Monate reduzieren. Es soll wieder attraktiver werden, Strom aus der Sonne zu produzieren. Deshalb steigt die Vergütung wieder von bisher 6,24 Cent/kWh auf 8,6 Cent/kWh. Bei Volleinspeisung gibt es sogar noch mehr: statt wie bisher 6,24 Cent/kWh nun 13,4 Cent/kWh. Dann könnte es sich rechnen, beispielsweise aufs Wohnhaus eine Anlage für den Eigenverbrauch und auf die Garage oder das Scheunendach eine Volleinspeisungsanlage zu montieren, führte Kohlbrecher aus.

Problemthema Denkmalschutz

Das EEG sage nichts zum Thema Denkmalschutz, aber Kohlbrecher war der Meinung, dass sich da viel mehr öffnen müsse. So ermöglicht beispielsweise die Altstadtsatzung von Karlstadt keine Photovoltaikanlage, die von Straßen oder Gassen aus einsehbar ist.

In der Vortragsreihe »Energie und Klimaschutz für jedermann« steht als weiteres Thema am 15. September um 19:30 Uhr der Vortrag »Photovoltaik: Was tun nach der EEG-Vergütung?« an, wieder in Kooperation mit der VHS Karlstadt und online.

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