Stolpersteine zum Gedenken an Opfer des Nationalsozialismus

Erinnerungskultur: Kontroverse Debatte im Stadtrat

Marktheidenfeld
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An ge­eig­ne­ten Stel­len in der Stadt Markt­hei­den­feld sol­len künf­tig so­ge­nann­te Stol­per­stei­ne an die Op­fer des Na­tio­nal­so­zia­lis­mus er­in­nern. Der Stadt­rat folg­te da­mit am Don­ners­ta­g­a­bend im Rat­haus nach kon­tro­ver­ser Dis­kus­si­on ei­nem An­trag der Grü­nen-Frak­ti­on.

Dieser sieht vor, in enger Kooperation mit dem Historischen Verein eine Liste der Mitbürger zu erstellen, die aus Marktheidenfeld deportiert und getötet wurden. Bis Ende 2021 sollen an geeigneten Stellen Stolpersteine des Kölner Künstlers Gunter Demnig zur Erinnerung an diese Menschen verlegt werden.

So solle einer Kultur des Vergessens entgegengewirkt werden, erläuterte Dritter Bürgermeister Dirk Hartwig. Mitbürger könnten einzelne Steine stiften, auch die Bürgerkulturstiftung könne sich beteiligen. Ein Stein koste 120 Euro, »das sollte uns das Gedenken an unsere Mitbürger wert sein«, fand Hartwig.

Martin Harth (SPD) befürwortete das Ansinnen zwar grundsätzlich, machte jedoch »nicht ganz unerhebliche Defizite« aus. Der Antrag werde auch der besonderen Herausforderung der Erinnerungskultur nicht gerecht, meinte Harth. In Marktheidenfeld habe man bisher andere Wege gefunden, sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen. Die Zahl der Todesopfer aus der jüdischen Bevölkerung benannte er mit 18.

Harth stellte einen eigenen Antrag, in dem er die Gründung eines Initiativkreises unter Leitung des Historischen Vereins anregte. Auch eine zeitliche Vorgabe bis 2021 hielt er nicht für sinnvoll, da in einigen Fällen sicherlich ein längerer Forschungsprozess notwendig werde. Er bat die Grünen, ihren Antrag zurückzuziehen und seinen Antrag zur Abstimmung zu stellen. Holger Seidel (Freie Wähler) regte an, auch Schüler und Jugendliche in die Aufarbeitung der Geschichte einzubeziehen.

Nach kurzer Beratung beharrten die Grünen auf ihrem Antrag. Daraufhin wurde Harths Antrag mit 13:12 Stimmen abgelehnt. Der Antrag der Grünen wurde anschließend mit 16:9 angenommen.

Helmut Adam (CSU) empfand es als »unerträglich, dass in diesem Gremium zu diesem Thema eine Kampfabstimmung stattfindet.«

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