Steinfeld kündigt schon jetzt Klage gegen Zubringer und gesamte B26n an

Straßenbau: Derzeit läuft die Prüfung verschiedener Trassen zwischen Wiesenfeld und Lohr

Steinfeld
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Gemeinde Steinfeld
Steinfelds Bürgermeister Günter Koser kündigt an, dass die Gemeinde gegen den geplanten Bau der B26n und des Zubringers nach Lohr klagen werde.
Foto: Johannes Ungemach
Wäh­rend sich der Loh­rer Stadt­rat der­zeit Ge­dan­ken dar­über macht, wie sich die Stadt zum Bau der B26n po­si­tio­niert, wird die Ge­mein­de Stein­feld vor­aus­sicht­lich ge­gen das Stra­ßen­bau­pro­jekt kla­gen.

Das sagte Bürgermeister Günter Koser gegenüber diesem Medienhaus. Er wolle dem Gemeinderat, der sich allerdings bereits klar zur B26n positioniert habe, nicht vorgreifen. Jedoch habe die Gemeinde bereits Kontakt zu einem auf dieses Themengebiet spezialisierten Anwalt in Frankfurt, sagt Koser.

Wie er aus seinen Kontakten unter den Gegner der B26n wisse, werde die Gemeinde Steinfeld mit ihrer Klage nicht allein sein, sagt Koser. Auch der Bund Naturschutz habe bereits ein ebenfalls auf solche Bauvorhaben spezialisierte Würzburger Anwaltskanzlei engagiert. Daneben hätten nach seiner Kenntnis auch schon Landwirte aus dem Arnsteiner Raum angekündigt, gegen die B26n zu klagen.

Wie Koser sagt, will die Gemeinde Steinfeld nicht nur gegen den aktuell erst im frühen Stadium einer Vorplanung befindlichen Zubringer nach Lohr klagen, der als dritter Bauabschnitt gilt. Man werde auch bereits gegen den ersten Bauabschnitt klagen, also gegen das bei Arnstein beginnende und Richtung Karlstadt führende, rund acht Kilometer lange erste Teilstück der B26n, für das nun das Planfeststellungsverfahren eingeleitet wurde.

Flächenmäßig direkt betroffen wäre die Gemeinde Steinfeld vom Bau des Zubringers nach Lohr. Dieser würde an der geplanten Ortsumgehung von Wiesenfeld beginnen und dann über die Feldflur Richtung Hausen führen. Dort würde die Trasse Teile des Steinfelder Gemeindewaldes durchschneiden und in das Buchental einschwenken.

Das Staatliche Bauamt lässt derzeit auch für dieses Gebiet mögliche Trassenvarianten untersuchen, macht diese jedoch nicht öffentlich. Doch Koser sagt: "Jede deser Varianten macht das Buchental kaputt." Der Steinfelder Bürgermeister ist verärgert darüber, dass die umweltrfachlichen Untersuchungen vor Ort begonnen wurden, ohne dass die Gemeinde informiert wurde. Man habe erst davon erfahren, als der Gemeindeförster im betreffenden Waldbereich von einem Fachbüro aufgestellte Insektenfallen gefunden habe. Das Bauamt habe sich hinterher dafür entschuldigt, nicht Bescheid gegeben zu haben, so Koser. Sein Eindruck sei, dass Gemeinden, die sich gegen die B26n positioniert haben, vom Informationsfluss abgeschnitten würden. Auch als das Bauamt vor drei Jahren erste Trassenvarianten für den Zubringer nach Lohr präsentiert hätten, sei die Gemeinde Steinfeld zunächst nicht informiert worden.

Konkrete Informationen oder gar eine Grafik dazu, welche Trassen aktuell geprüft werden, wollte das Bauamt auf Anfrage der Redaktion nicht bereitstellen. Es handle sich derzeit um ein "Bündel von sechs bis acht Linien", verriet der stellvertretende Amtsleiter Andreas Hecke. Für alle Linien würden aktuell Aspekte wie Natur, Lärm und Nähe zur Wohnbebauung abgeklopft. Beispielsweise laufe aktuell eine flächige Biotopkartierung im möglichen Baugebiet, parallel dazu eine technische Straßenplanung. Manche Trassen würden sicher wieder gestrichen, beispielsweise solche, bei denen eine 100 Meter hohe Brücke über das Buchental mit anschließendem Tunnel nötig wäre.

Solange die möglichen Zubringer-Trassen noch nicht feststünden, könne man sie der Öffentlichkeit und den Kommunen nicht präsentieren, sagt Hecke. Ansonsten würde eine Diskussion losbrechen um Varianten, die noch gar nicht festgelegt sind. "Das würde einen Aufschrei geben", sagt Hecke und spricht von einer "Diskussion, die wir nicht mehr einfangen könnten".

Das Bauamt hat angekündigt, die Prüfung der Trassenvarianten etwa bis zum Jahresende abschließen zu wollen. Dann würden die vom Zubringer tangierten Kommunen Karlstadt, Steinfeld und Lohr um ihre Stellungnahmen gebeten. Das Befassen der politischen Gremien mit dem Thema könne Monate dauern, sagt Hecke. Ein Bürgerdialog sei hingegen nicht vorgesehen. Die so genannten Träger öffentlicher Belange, also Verbände, Ämter und andere Institutionen, würden erst später eingebunden, so Hecke, dann nämlich, wenn aus dem derzeitigen Bündel an Linien nur noch eine einzige Trasse übrig ist, mit der weitergeplant werden soll.

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