Stadtrat in Kürze

Gemünden a.Main
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Der Stadt­rat Ge­mün­den hat sich in der jüngs­ten Sit­zung auch hier­mit be­schäf­tigt:

Landschaft: Erhard Wiltschko (FWG) sprach sich dafür aus, die Aktion »saubere Landschaft« nicht zum dritten Mal in Folge wegen der Corona-Pandemie ausfallen zu lassen. Unter anderem entlang der Radwege sehe es schlimm aus, »es ist eine Schande«. Er sei entschlossen, die Aktion in diesem Jahr durchzuziehen, versicherte Bürgermeister Jürgen Lippert: »Das machen wir auf jeden Fall, die derzeitigen rechtlichen Grundlagen lassen es zu.«

Stolperstein: Er warte noch auf eine Antwort auf seine Frage, was mit dem »Stolperstein« gegenüber dem Hotel Koppen passieren solle, auf dem immer Autos parkten, beschwerte sich Matthias Risser (CSU). Mit den Stolpersteinen erinnert der Künstler Gunter Demnig an deportierte Juden, in Gemünden hat er mehrere davon verlegt. »Wir kommen auf Sie zu«, erwiderte Lippert.

Bolzplatz: Jörg Fella (SPD) sagte, dass auf dem Bolzplatz an der Keßlerstraße die Tore instandgesetzt und die Netze ausgetauscht werden müssten. Ferner berichtete er, auf dem Gelände des Tennisplatzes in Richtung Mühlgraben seien sechs Erlen gefällt worden. Davon wusste Lippert nichts, der sich erkundigen will.

Heimatfest: Klaus Strohmenger (BfB) wollte wissen, ob es in diesem Jahr wieder ein Heimatfest gibt. Er persönlich sei dafür. Die Vereine bräuchten Klarheit, ob der Termin besetzt oder für eigene Aktivitäten frei sei. Der Bürgermeister will beim Festwirt nachfragen.

Märkte in Gemünden ziehen um

Bei zwei Gegenstimmen hat der Gemündener Stadtrat in der jüngsten Sitzung den Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan »Nahversorgungszentrum Ladestraße« auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs bei gleichzeitiger Änderung des Flächennutzungsplans gefasst. In der Sitzung wurde bekannt, dass der Discounter Lidl und die Drogeriekette dm von der Würzburger Straße an die Ladestraße umziehen wollen.

Nach Angaben von Peter Interwies, Sachgebietsleiter im städtischen Bauamt, hat die Würzburger Projektentwicklungsgesellschaft Rosbo GmbH die Einleitung des Bauleitplanverfahrens beantragt. Sie wolle dort ein Nahversorgungszentrum entwickeln. Rosbo werde sämtliche Verfahrens- und Erschließungskosten übernehmen.

Entstehen sollen laut Interwies auf dem knapp 1,7 Hektar großen Gelände ein Discounter mit maximal 1500 Quadratmetern Verkaufsfläche, ein Drogeriemarkt mit maximal 800 Quadratmetern und ein Getränkemarkt mit circa 1100 Quadratmetern. Diesen wird dem Vernehmen nach die Firma Weimann weiterbetreiben, die bereits vor Ort ist. Hauptzufahrt und Erschließung sollten über die Kreuzung von B 26 (Wernfelder Straße), Lade- und Bergstraße erfolgen, so Interwies.

Ampeln an Kreuzung

Mit dem Staatlichen Bauamt Würzburg sei der Umbau der bestehenden Kreuzung zu einem »ampelgeregelten Knotenpunkt« vorbesprochen worden. Dafür sei das grundsätzliche Einvernehmen eingeholt worden. Das denkmalgeschützte Gebäude des ehemaligen Güterbahnhofs solle einer neuen Nutzung zugeführt werden, kündigte Interwies an.

Bürgermeister Jürgen Lippert erinnerte daran, dass der Stadtrat bereits einige Male über eine »Entschärfung« des Kreuzungsbereichs diskutiert hat. In der Planung seien zwei Fußgängerampeln vorgesehen, die das Überqueren der B 26 gefahrloser möglich machten. Das sei auch notwendig, weil durch die neuen Märkte mehr Fußgängerverkehr zu erwarten sei.

Ferdinand Heilgenthal (SPD) sprach von einer »guten Entwicklung speziell für den Gemündener Osten«. Er hofft, dass sich der Verkehr aus Richtung Osten durch die Stadt zu den Märkten an der Würzburger Straße durch die Neuansiedlungen reduzieren wird. »Es wäre schön, wenn das so wäre«, meinte Lippert dazu.

Der Bürgermeister und Hans-Joachim Schüßler (Ökokreis) machten die umgekehrte Rechnung auf: Es könne auch zu mehr Verkehr, unter anderem aus dem Sinngrund, zu den neuen Märkten im Osten kommen. Zudem befürchtete Schüßler längere Leerstände an der Würzburger Straße nach dem Umzug von Lidl und dm. Diese Sorge teilte Peter Interwies nicht: Der Standort Würzburger Straße sei attraktiv.

Der Stadtrat müsse eine Willensbekundung abgeben, ob er Photovoltaikanlagen auf den Dächern der neuen Märkte haben wolle, forderte Matthias Risser (CSU). Dafür sei es noch zu früh, weil man erst beim Aufstellungsbeschluss sei, machte Peter Interwies deutlich. Darüber müsse man beim Entwurf für den städtebaulichen Vertrag mit Rosbo und beim Bebauungsplanentwurf reden.

Kein Kreisverkehr möglich

Statt einer Ampelkreuzung hätte der Stadtrat lieber einen Kreisverkehr gehabt, berichtete Klaus Strohmenger (Bündnis für Bürgernähe). Laut Staatlichem Bauamt sei an dieser Stelle kein Kreisverkehr möglich, entgegnete Interwies. Das liege am fehlenden Platz und an der Topografie, also der steilen Auffahrt der Bergstraße. Bei einem Kreisverkehr hätte es nach den Worten von Lippert keine Lösung für einen Übergang von Fußgängern und Radfahrern über die B 26 gegeben. Das ermöglichten künftig die beiden Fußgängerampeln. Deshalb sei eine Kreuzung »auch aus Fußgängersicht die bessere Lösung«.

Wolfgang Remelka (BfB) erfuhr, dass die Poststelle im Planungsbereich voraussichtlich bleiben wird, und forderte E-Ladesäulen an den Parkplätzen vor den neuen Märkten. Auch wenn der Ortseingangsbereich aufgewertet werde, sei die Planung letztlich ein »Sargnagel für die Verödung der Innenstadt«. »Wer dorthin zieht, ist jetzt schon in Gemünden«, erwiderte Interwies.

»Für die Würzburger Straße ist der Umzug schon ein Aderlass und damit für unseren größten Stadtteil Langenprozelten«, meinte Robert Lampert (CSU). Die Stadt müsse eine Nachnutzung »aktiv begleiten«.

Gegen den Aufstellungsbeschluss stimmten Schüßler und Remelka. Für ein beschleunigtes Bauleitplanverfahren ohne Umweltverträglichkeitsprüfung waren alle Mitglieder des Gremiums.

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