Corona: Lohr-Sendelbacher Teststation mangels Nachfrage zu

Die Hintergründe

Lohr a.Main
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Benedikt Porzelt und seine Angestellte Franziska Ebert in der Sendelbacher Buchen-Apotheke. Die Teststation hat der Apotheker geschlossen: Die Nachfrage war zu gering.
Foto: Frank Zagel
We­gen der dras­tisch ge­s­tie­ge­nen Zahl von Co­ro­na-In­fi­zier­ten nimmt die po­li­ti­sche De­bat­te an Fahrt auf, ob wie­der flächen­de­ckend kos­ten­lo­se Tests an­ge­bo­ten wer­den soll­ten. Das Pro­b­lem: Es gibt kaum noch Test­sta­tio­nen. Be­ne­dikt Por­zelt, In­ha­ber der Bu­chen-Apo­the­ke, sprach mit un­se­rem Me­di­en­haus über die Sch­lie­ßung sei­ner Sta­ti­on und die Mög­lich­keit ei­ner Wie­de­r­er­öff­nung.

Seit 25. Oktober ist die Teststation am Sendelbacher Sportplatz geschlossen. Entscheidend sei für ihn gewesen, so Porzelt, »dass immer weniger Leute einen Test gebraucht haben«. Das sei Anfang des Jahres anders gewesen, als ein Test für viele Gelegenheiten nötig gewesen sei, etwa für einen Friseurbesuch.

Zum Schluss habe sein Hauptklientel aus Kita-Kindern bestanden, die sich nach einer Erkältung »freitesten« mussten, um wieder in die Kindertagesstätte gehen zu dürfen. Das sei seit Ende Oktober auch Vergangenheit, weil die Eltern mit einem ausgefüllten Vordruck der Kita zehn kostenlose Tests in der Apotheke abholen könnten.

Diese sollten bei zwei Tests pro Woche fünf Wochen ausreichen. Die Tests zu Hause würden von den Kitas anerkannt. Bei seiner Teststation sei hinzugekommen, dass man vor dem Besuch keinen Termin vereinbaren musste. »Ich musste zwei Leute während der Öffnungszeiten abstellen, dann kam keiner, manchmal waren es zwei, manchmal fünf.«

Anfang des Jahres seien pro Monat 600 bis 700 Tests in seiner Teststation am Sportplatz vorgenommen worden. Im August und September seien es jeweils noch etwa 250 Tests pro Monat gewesen, im Oktober nur noch circa 100.

Zum Schluss sei jeweils ein Test von etwa 250 positiv gewesen. Anfang des Jahres habe man dagegen einen bis zwei Infizierte pro Woche entdeckt. Das sei ja gerade der Sinn des Testens: »Wir testen Symptomlose, um die Infektionsketten zu unterbrechen.«

Wegen alledem habe er sich entschlossen, die Teststation zu schließen. Daran habe auch eine Anfrage des Landratsamts nichts geändert, das ihn dazu bewegen wollte, zusätzlich PCR-Tests anzubieten. Darauf sei er nicht eingegangen, obwohl die Behörde in Karlstadt ihre Unterstützung angeboten habe.

Denn für PCR-Tests, die aufwendiger und zuverlässiger als Schnelltests sind, gibt es laut Porzelt zwei Varianten. In einem Fall schicke die Teststation das Röhrchen mit der Probe an ein Labor. Für die Untersuchung müsse man das Labor bezahlen.

Im anderen Fall »schafft man sich selbst eine Art kleines Labor für die Analyse an«, erläuterte der Apotheker. Das bedeute eine große Investition, die fast in den fünfstelligen Bereich gehe. Zusätzlich brauche man Zubehör, der Zeitaufwand sei größer und das Personal müsse geschult werden. »Man kann nicht von heute auf morgen PCR-Tests anbieten«, so Porzelt.

Eine Wiedereröffnung der Sendelbacher Teststation kann sich der Apotheker vorstellen, wenn sich eine entsprechende Nachfrage nach Schnelltests abzeichnet. »Dann kann man wieder darüber nachdenken.«

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