Schornsteinfeger: »Ein Beruf mit guten Aussichten«

Schornsteinfeger: Kaminkehrermeister Christian Zebisch hat einen der höchsten Arbeitsplätze in Lohr

Lohr a.Main
2 Min.

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Hoch hinaus im Beruf: Kaminkehrermeister Christian Zebisch mit seinem Gesellen Lukas Lettrari. Foto: Frank Zagel
Foto: Franz Zagel
Den Ka­min der Hei­zungs­an­la­ge am ehe­ma­li­gen Wei­senau- Hal­len­bad in 20 Me­tern Höhe zu er­rei­chen, stellt für Chris­ti­an Ze­bisch und sei­nen Ge­sel­len Lu­kas Let­tra­ri kein Pro­b­lem dar. Über ei­ne sch­ma­le Steig­schutz­lei­ter klet­tern die bei­den Ka­min­keh­rer be­hen­de auf das et­wa zwei Me­ter mal ei­nen Me­ter mes­sen­de Pla­teau.

Mit einer Federstahleinlage reinigen sie den Schacht. In solchen Momenten müssen sich die beiden Lohrer auf ihre Trittsicherheit und absolute Schwindelfreiheit verlassen. Eine Unachtsamkeit könnte schwere Folgen mit sich ziehen. Während Schornsteinfegermeister Zebisch mehrfach das metallene Reinigungsgerät durch den Kamin gleiten lässt, das von Lettrari geführt wird, schwärmt er von der Aussicht: »Von hier aus haben wir einen der schönsten Blicke auf Lohr.«

Bis zur Beilsteinhütte

Seine Stadt kennt der Pflochsbacher mit seinen fünf Angestellten, von denen drei als Kaminkehrer tätig sind, aus den verschiedensten Vogelperspektiven. Die Reinigungseinsätze an den Schornsteinen der Beilsteinhütte hoch über Lohr oder auf dem Dach des Bahnhofes zählen zu diesen besonderen Momenten, wenn der 40-Jährige wieder einmal in das Schwärmen über seinen Beruf gerät.

Insgesamt 1200-mal im Jahr steigt Zebisch mit seinen Männern den Lohrern auf das Dach, rechnet er vor. »Du bekommst einen Beruf mit guten Aussichten« habe ihm einst sein Meister beim Praktikum gesagt, als er Zebisch im Alter von 15 Jahren erst einmal auf einen Dachfirst klettern ließ, um seine Schwindelfreiheit zu testen.

Seit 1994 ist er auf den Dächern Lohrs unterwegs und hat einen der höchsten Arbeitsplätze in Lohr. Etwa ein Drittel aller Tätigkeiten sind Außeneinsätze, die jeden Tag kaum unterschiedlicher sein könnten. Die Arbeit in den vielen privaten Haushalten, bei denen er mit seinen Männern stets über Trittstufen auf das Dach steigen muss, mag er besonders.

Der Kontakt zu seinen Kunden ist Zebisch und Lettrari wichtig. »Natürlich nehmen wir uns Zeit für einen Plausch, das gehört dazu«, lacht Meister Zebisch. Wenn der Kaminkehrer nach besonderen Erlebnissen gefragt wird, sprudeln seine Berufsgeschichten aus ihm heraus. »Im Winter müssen wir schon manchmal mit dem Schäufelchen unseren Weg auf dem Dach zum Kamin freiräumen«, erzählt er.

Eine Frau habe sich auch einmal ausgesperrt. Über das Dach stieg Zebisch ein und konnte sie wieder in ihr Haus lassen: »Die hat sich riesig gefreut.« Überhaupt freue ihn und seine Mannen, dass der Beruf unter den Menschen sehr beliebt sei. Außer er wenn er in verstaubter Kluft durch frisch geputzte Häuser laufen muss: »Da schauen die Leute schon manchmal skeptisch«, meint Zebisch. Aber wer könne schon von sich behaupten, ein Glücksbringer zu sein.«

38 Meter in die Höhe

Den höchsten Kamin besteigen die Kaminkehrer Ende des Jahres außerhalb der Betriebszeiten auf dem Gelände der Firma Owi in Lohr. Gesichert über ein Seil an einer Laufkatze, steigen die Kaminkehrer auf 38 Meter Höhe. »Da oben pfeift der Wind und der Schornstein schwankt«, berichtet Zebisch. Absolute Konzentration sei gefordert. Kaum Platz sei an der Öffnung des Kamins und viel Ruß und Staub behinderten die Arbeit. »Danach freue ich mich jedes Jahr dreimal auf Weihnachten«, sagt der Schornsteinfegermeister lachend.

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