Schmökern statt schunkeln

Jubiläum: Karnevals-Club Wombach kann sein 44-jähriges Bestehen wegen Corona nicht feiern - Festschrift verteilt

Lohr a.Main
2 Min.

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Ein Bild aus den Anfängen: der spätere Sitzungspräsident (1986-1993) Leo Ullrich als "Milchfraa" beim Faschingszug 1980. Repro: KCW
Foto: KCW
Das "City-Ballett" der KCW-Männer bei einem Auftritt im Jahr 1982. Repro: KCW
Foto: KCW
Das när­ri­sche Ve­r­eins­ju­bi­läum zum 33-jäh­ri­gen Be­ste­hen des Wom­ba­cher Kar­ne­vals-Clubs wur­de noch stil­ge­recht mit ei­nem gro­ßen bun­ten Abend am 13. No­vem­ber 2010 ge­fei­ert. Das Glei­che hat­ten die Ver­ant­wort­li­chen des KCW am 13. No­vem­ber 2021 für das 44-Jäh­ri­ge ge­plant. Aber bei wie so Vi­e­lem: Co­ro­na hat dem Ve­r­ein ei­nen Strich durch die Rech­nung ge­macht.

Was es jetzt dafür noch gibt, haben Wombacher KCW-Mitglieder im Laufe dieser Woche in ihren Briefkästen vorgefunden: die Festschrift zum 44-jährigen Jubiläum. »Rest-Hefte haben wir an zentralen Stellen im Ort auch noch ausgelegt«, berichtet der KCW-Vorsitzende Egbert Roth. »Wir wollten sie eigentlich am Jubiläumsabend verteilen.« Die Hefte lagerten seit dem Druck bei der Zuständigen für Öffentlichkeitsarbeit, Maria Brönner.

Nachdem es im Sommer noch gut für einen Jubiläumsabend ausgesehen hatte, plante der KCW ein Programm mit Büttenreden, Gardetänzen, lustigen Auftritten und Ehrungen weiter. »Am Dienstag vor dem 13. November mussten wir dann schweren Herzens den Abend aufgrund der Lage kurzfristig verschieben«, sagt Roth, der seit über 30 Jahren dem Verein vorsteht. »Das war jammerschade, denn alle hatten sich schon gut vorbereitet.«

So wurden die Festschriften im November erst einmal eingelagert und jetzt wieder herausgeholt - »leider nicht für den Abend und auch nicht mehr für die Elferratssitzungen«, bedauert Maria Brönner. Denn ebenfalls abgesagt wurden jetzt der große Gala-Ball am 5. Februar, die beiden Elferratssitzungen, die Kinder- und Jugendsitzung sowie die Seniorensitzung im Jugendheim. Auch der Faschingszug am Faschingssonntag (27. Februar) wird nun zum zweiten Mal nicht stattfinden können.

Als kleiner Ersatz können die KCW-Mitglieder in den professionell gestalteten Heften mit vielen Bildern und einer Chronik des Vereins schmökern. Dessen Vorstand kann sich eine Neuauflage des Jubiläumsabends eventuell als Sommernachtsfest vorstellen. »Wichtig ist, dass wir wieder einmal in Erscheinung treten, auch im Sommer mit einem Ehrungsabend zum Jubiläum, das wir ja auch in diesem Jahr noch feiern«, meint Egbert Roth.

Den kompletten Fasching im Sommer abzuhalten, lehne der Fastnacht-Verband Franken allerdings ab - »und da sind wir voll bei ihm«, erklärt der Vorsitzende. »Fasenacht mit Kappe und Helau und Faschingszug im Sommer mit Badehose, das geht überhaupt nicht.« Roth hofft, den Ehrungsabend allerspätestens am Samstag nach dem 11. November durchführen zu können. Aber auch er denkt, dass »Corona uns noch lange begleiten wird«.

Er möchte nicht schwarzmalen, aber: »Wenn wir nächstes Jahr auch nicht feiern können, können wir fast den Verein auflösen.« Ein bisschen was will der KCW aber dennoch auf die Beine stellen. So soll es wie im vergangenen Jahr eine Kindersitzung online geben. Für diese werden Beiträge vieler Kinder - zu Hause aufgenommen - zusammengeschnitten und als Video bis zum geplanten Sitzungstermin online gestellt.

Dass die Wombacher ihren Humor nicht verloren haben, beweist das geplante »Klöaßköpf-Kult-Kino«. »Wir haben nicht nur 3G, sondern auch 3K«, witzelt Roth. In diesem »Kinofilm« werden in früheren Jahren aufgenommene Beiträge zu einem rund zweistündigen Film zusammengeschnitten und KCW-gerecht von den Wombacher Kultgrößen Hilmar Ullrich, Jürgen Schecher (»Schaber«), Thomas Ullrich und Egbert Roth witzig moderiert - fast wie eine Faschingssitzung eben.

»Auch am Faschingssonntag werden wir wie immer im Gedenk-Gottesdienst präsent sein. Ich könnte mir auch einen kleinen Empfang oder Frühschoppen vorstellen. Aber das muss alles kurzfristig geplant werden - so, wie Corona es gerade zulässt«, so Egbert Roth.

Hintergrund: Anfänge des Wombacher Faschings

Die Geburtsstunde des Karnevals-Clubs Wombach (KCW) schlug in den Jahren 1977 und 1978: Am Faschingsdienstag 1977 schlängelte sich der erste Gaudiwurm durch den kleinen Ort, danach wurde mit Musik der Wombacher Blasmusik im Vereinsheim gefeiert. Im Herbst 1977 formierte sich dann eine Gruppe von Wombachern, um die erste große "Elferratssitzung der Wombacher Klössköpf" für den 28. Januar 1978 im Vereinsheim zu planen. Diese war mit 600 Zuschauern gleich ein großer Erfolg.

Am 13. Oktober 1978 wurde der Karnevals-Club Wombach als Abteilung des Vereinsheims Wombach offiziell aus der Taufe gehoben. Aber auch vorher hatte es schon seit den Nachkriegszeiten Faschingstreiben in Wombach gegeben. So sind viele Veranstaltungen der Ortsvereine und Stammtische wie Bälle oder Kappenabende und auch ein Straßenfasching bekannt.

1962 gab es im Gasthaus Spessarttor auch schon einmal eine Elferratssitzung. Dem KCW liegt sogar eine "Eintrittskarte Karneval" vom 21. Februar 1925 für eine Veranstaltung in der Gaststätte Karl Nätscher vor. "Noch besser mit Kostüm" steht darauf geschrieben. näg

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