Ringleitung wird diese Woche fertig

Trinkwasser: Projekt zwischen den Ortsteilen soll Versorgungssicherheit verbessern - Kanalkataster nötig

Neuendorf
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Leitungswasser fließt aus dem Hahn in ein Glas: Um die Wasserversorgung für die Bürger sicherzustellen, hat die Gemeinde Neuendorf eine neue Ringleitung gebaut. Sie wird in dieser Woche fertig. Foto: Patrick Pleul/dpa
Foto: Patrick Pleul
Was­ser­ver­sor­gung und Ab­was­ser­ent­s­or­gung stan­den im Mit­tel­punkt der Ge­mein­de­rats­sit­zung in Neu­en­dorf am Di­ens­tag. Der Rat kam erst­mals wie­der im Sit­zungs­zim­mer des Rat­hau­ses statt in der Sc­hön­rain­hal­le zu­sam­men. Bür­ger­meis­ter Karl­heinz Al­bert kün­dig­te an, die Ring­was­ser­lei­tung zur Er­höh­ung der Ver­sor­gungs­si­cher­heit wer­de noch die­se Wo­che fer­tig.

Das Projekt der Ringleitung zwischen den Ortsteilen Neuendorf und Nantenbach befinde sich trotz unvorhergesehener Arbeiten im geplanten Zeitfenster. Laut Albert mussten im Bereich des Flurwegs und der Zufahrtsstraße zum Josefshof zwei Abwasserkanäle mit einem Düker unterquert und ein zusätzlicher Entlüftungshydrant gesetzt werden. Ab Dienstag sei die Druckprüfung vorgesehen. Anschließend erfolge die endgültige Grabenprofilierung und die Erstellung eines Hausanschlusses.

Dabei handelt es sich nach Angaben des Bürgermeisters um einen Sonderfall. Der Hausbesitzer wünsche einen zweiten Hausanschluss zur Trinkwasserversorgung, obwohl das Anwesen bereits grundversorgt sei. Diesen Anschluss könne er haben, aber laut Albert ist die Gemeinde nach dem Grundsatz einer wirtschaftlichen Haushaltsführung verpflichtet, die Herstellungskosten in Rechnung zu stellen. Die Rückbaukosten der Erstversorgung würden dagegen von der Gemeinde getragen.

Der Oberflächenwassergraben wird nach den Worten des Bürgermeisters etwas flacher angelegt, was dem Bauhof künftige Pflegemaßnahmen erleichtere, zudem falle weniger Aushub zur Entsorgung an. Den Abschluss der Arbeiten kündigte Albert für Mitte bis Ende der Woche an. Die beauftragte Firma Engelhaupt aus Mittelsinn werde sich anschließend bis Monatsende an anderen Stellen im Gemeindegebiet nützlich machen. So werde sie die Gemeindearbeiter bei der Verlegung der Abdeckplatten für die Friedhofsmauer unterstützen. Dafür stelle Manfred Nickel seinen Baukran zur Verfügung.

Weiterhin werde Engelhaupt bei der Vorbereitung der Pflasterfläche für die Unterstellhalle im Bauhof helfen. Ferner seien Nacharbeiten an der Erschließungsstraße Kurze Stückäcker in Nantenbach (wo die Mainfränkischen Werkstätten bauen) und »kleinere Maßnahmen in der Kommune« vorgesehen, so Bürgermeister Albert.

Lobende Worte fand er über die seit drei Jahren andauernde Zusammenarbeit mit der Baufirma, die vertrauensvoll und sachorientiert sei. Die Engelhaupt-Baukolonnen gingen umsichtig und kompetent vor und zeigten einen menschlichen und respektvollen Umgang mit den Anwohnern der jeweiligen Bauabschnitte.

Abgeschlossen ist laut Bürgermeister die seit Ende 2021 andauernde Kamerabefahrung der Abwasserkanäle. Nun gehe es um die Zustandsbeurteilung und Schadensklassifizierung, um den Handlungsbedarf zu klären und eine Prioritätenliste zu erstellen. Dazu sei die Firma, die die Kamerabefahrung vorgenommen habe, nicht authorisiert.

Die Gemeinde müsse daher ein zertifiziertes Ingenieurbüro finden. Die Erstellung eines digitalen Kanalkatasters sei unumgänglich, um später etwaige Schäden lokalisieren zu können. Aufbau und permanente Fortführung dieser Datenbank seien mittlerweile für die Kommunen eine wesentliche Pflichtaufgabe und würden in Zukunft Voraussetzung für Fördermittel im Abwasserbereich sein.

Hierzu seien zwei Angebote angefordert worden. Albert rechnet mit »nicht unerheblichen Kosten, die sich zwangsläufig auf die Gebühren niederschlagen werden«. Den Beschluss solle der Gemeinderat in der nächsten Sitzung fassen.

Noch ohne diese Voraussetzungen hat Neuendorf nach Alberts Angaben erhebliche Fördermittel für die bereits abgeschlossene Generalsanierung der Spessartstraße in Aussicht. Für die neue Kanalisation seien bereits knapp 250.000 Euro bewilligt worden. Nun seien per Bescheid für die neue Trinkwasserleitung weitere 118.500 Euro angekündigt worden, so dass insgesamt fast 370.000 Euro an Zuschüssen zu erwarten seien.

Gemeinderat in Kürze

Neuendorf. Der Neuendorfer Gemeinderat hat sich am Dienstag auch mit diesen Themen beschäftigt:

Kinderfeuerwehr: Sehr erfolgreich war nach Angaben von Bürgermeister Karlheinz Albert die Nachwuchswerbung der Feuerwehr Anfang Juni. Zwei Schnuppertage mit Löschübungen am mobilen Brandschutzanhänger des Feuerwehr-Kreisverbands hätten eine große Resonanz gefunden. Bereits dabei habe es erste Beitrittserklärungen zu der neu gegründeten Kinderfeuerwehr ab neun Jahren gegeben. Die Feuerwehr hoffe, dass noch weitere folgten. Die Nachwuchsgewinnung habe für den Brandschutz in der Gemeinde eine wachsende Bedeutung, betonte Albert.

Rohrbruch: Die Serie der Wasserrohrbrüche in der Gemeinde reißt nicht ab. Der Bürgermeister berichtete von einem weiteren in der Straße Am Trieb, der noch am Mittwoch repariert werden soll. tjm

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