Rechnen als Nervenkitzel

Mathe-Olympiade: Fünf Schüler aus Main-Spessart schlagen sich in Würzburg tapfer - Algebra und Geometrie

Main-Spessart
2 Min.

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Be­vor sie sich beim Nach­mit­tag­s­pro­gramm wahl­wei­se mit Kryp­to­gra­phie oder »ABC-Ver­mu­tung« be­schäf­ti­gen durf­ten, rauch­ten die Köp­fe von über 150 Schü­l­ern, die am Wo­che­n­en­de an der bay­ern­wei­ten Ma­the­ma­tik-Olym­pia­de teil­nah­men.
Vier Stunden lang schrieben sie am Samstagmorgen im Hörsaal des Informatikgebäudes der Universität Würzburg eine anspruchsvolle Klausur. Mit von der Partie waren drei Gymnasiasten aus Karlstadt sowie zwei Schüler vom Lohrer Gymnasium.
Wie bei einem wissenschaftlichen Kolloquium können »Rechenkünstler« unter Bayerns Schülern bei der Mathematik-Olympiade ein Wochenende lang mit Gleichgesinnten fachsimpeln. »In ihren Klassen sind diese Jugendlichen oft Einzelkämpfer«, sagt Albrecht Kliem vom Organisationsteam. Umso wichtiger sei es, Netzwerke zu schaffen, wo sich Jugendliche mit ungewöhnlich großer Leidenschaft für Mathematik begegnen können »und wo Mathematik für sie zum Erlebnis wird.« Schließlich werde bei der Mathe-Olympiade nicht im klassischen Sinn gerechnet. Es gehe vielmehr um logisches Denken und Kombinationsfähigkeit.
Sabrina Richter, die einzige Frau aus Main-Spessart, die an der Meisterschaft in Würzburg teilnahm, ließ sich auf die Herausforderung der Olympiade ein, obwohl sie wusste, dass die Aufgaben äußerst kniffelig sein würden. An einer Aufgabe zur Zahlentheorie scheiterte sie denn auch: »Ich wusste einfach nicht, wo ich anfangen soll.« Doch das frustrierte die Elftklässerin aus dem Karlstadter Gymnasium nicht allzu sehr. Zumal es den anderen Teilnehmern nicht viel besser ging. »Einige Aufgaben waren echt ziemlich schwer«, gab ihr Karlstadter Mitschüler Georg Kordowich zu. Ihm hätten die richtigen Ideen und die methodischen Werkzeuge gefehlt, um sie zu lösen.
Georg Kordowich interessiert sich seit langem für Mathematik und Technik und hat fest vor, nach dem Abitur etwas Technisches zu studieren. Das schwebt auch Nicolas Scherzer vor: »Ich habe schon im Kindergarten gern gerechnet.« Nicolas geht in die neunte Klasse des Lohrer Gymnasiums.
Um seine Mathe-Leidenschaft auszuleben, nimmt er mit seinem Mitschüler Nicholas Schwab regelmäßig am Mathe-Seminar der Karlstadter Mathematik-Lehrerin Christine Streib an der Uni Würzburg teil. Das Training scheint sich gelohnt zu haben: Nicholas Schwab gewann einen von elf ersten, Nicolas Scherzer einen von 26 zweiten Preisen. Die Aufgaben stammten aus den Teildisziplinen Geometrie, Kombinatorik und Algebra. Bei einer Aufgabe für die Achtklässler ging es zum Beispiel um das Mischungsverhältnis bei einer Apfelsaftschorle - eine Aufgabe, die sich einfach anhört, es aber in sich hat.
An solchen Aufgaben zeigt sich laut Kliem, dass Mathematik mit reinem Rechnen nichts zu tun hat. Dass es keinen vorgefertigten Rechenweg gibt, sondern viel Grips investiert werden muss, mache für die Schüler, die ein Wochenende lang freiwillig acht Stunden Klausuren schreiben, den »Nervenkitzel« aus. Gleichzeitig erhalten sie einen Vorgeschmack auf das Mathematikstudium. Pat Christ
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