Puppenspieler aus Leidenschaft

Kolja Liebscher: Der 60-Jährige eröffnet am Sonntag sein »Zimmertheater« in Frammersbach

Frammersbach
2 Min.

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Kolja Liebscher vor einer seiner Schattenfigurengruppen, die nur anlässlich der Eröffnung seines Zimmertheaters am Sonntag, 20. März, im Fenster stehen. Foto: Annette Helfmann
Foto: AnnetteHelfmann
Das »Zim­mer­thea­ter«, die Schat­ten­spiel­büh­ne von Kol­ja Lieb­scher, er­öff­net am Sonn­tag, 20. März. Rund drei Mo­na­te Vor­be­rei­tung ste­cken da­rin. Das Zim­mer­thea­ter bie­tet Platz für 15 bis 20 Be­su­cher. Schwe­re Vor­hän­ge an den Fens­tern tau­chen den Raum in Dun­kel­heit, da­mit das Le­ben der Schat­ten­fi­gu­ren auf der wei­ßen Büh­nen­lein­wand er­wa­chen kann.
Seit 2012 wohnt und arbeitet der 60-jährige Puppen- und Schattenspieler, der schon bei allen namhaften Puppenspielveranstaltungen aufgetreten ist, in Frammersbach. Als Kind drehte er mit seinem Vater Puppenschmalfilme. Zum Beruf gemacht hat er seine Berufung, wie er das Puppenspielen empfindet, über Umwege.
Liebscher war in seiner thüringischen Heimat Kalibergmann, Traktorist, Hausmeister, Friedhofswart, absolvierte eine Ausbildung zum Möbeltischler und entdeckte schließlich seine Liebe zum Puppentheater wieder. »Das Puppenspielen ist mir wie ein Schupfen aufgehupft - seitdem bin ich infiziert«, sagt er.
Tag der offenen Tür
Es ist kein Zufall, dass das Zimmertheater jetzt eröffnet. Denn nur einen Tag später, am 21. März, ist der internationale Tag des Puppenspiels, zu dem Liebscher in seinem Zimmertheater einen Tag der offenen Tür anbietet.
Seit 2001 ist der 60-Jährige als Puppenspieler selbstständig. Seitdem entwickelt sich seine künstlerische Arbeit zunehmend in Richtung Schattentheater. Ein Dutzend Stücke hat er im Programm. Dazu gehören 150 bis 200 Figuren, die er selbst entworfen und gebaut hat. Für jedes Stück entwirft und baut Liebscher auch die Kulissen neu.
Seine Stücke sind an Märchen und Sagen angelehnt. Er adaptiert und interpretiert sie mit einer eigenen Note. Seine Aufführungen sind authentisch. Statt Begleitmusik vom Band ist die musikalische Untermalung Handarbeit. Ein Xylofon und ein selbst gebautes Miniaturschlagzeug aus Papprollen, überzogen mit Resonanzmaterial, sind seine Hilfsmittel, um musikalisch die Spannung oder die filigrane Entwicklung der Protagonisten zu unterstreichen.
Viele kennen Liebscher von seinen Auftritten bei den saisonalen Märkten in Frammersbach. Auch beim Blumen- und Gartenmarkt am Sonntag, 3. April, ist er wieder mit seinem Bauchtheater zu sehen. Das ist eine kleine, transportable Bühne, die mit einem Gurt um den Hals getragen und quasi vor den Bauch geschnallt wird.
Das Puppenspielen ist Liebschers Leidenschaft und Berufung. »Ich möchte das bis ans Lebensende machen - es sei denn, es kommen schwerwiegende Gründe dazwischen«, sagt er.
Ein Anliegen ist ihm, die Menschen für die Kunst des Puppenspiels zu begeistern: »Ich möchte nicht nur spielen, sondern auch das Medium Schattentheater bekannt machen«. Als nächstes Projekt plant er Workshops für Schattenfigurenbau.
Seit mehreren Jahren macht Liebscher auch beim Türöffnertag der Sendung mit der Maus mit. Im September feiert Liebscher 15-jähriges Puppenbühnenjubiläum und sucht für ein Jubiläumsgastspiel einen geeigneten, größeren Veranstaltungsraum mit Charme.
Annette Helfmann
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