Laurenzi-Bierprobe in Marktheidenfeld: Prominenz, Premieren und süffiger Gerstensaft

Volksfest mit Bieranstich eingeläutet

Marktheidenfeld
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Anstoßen mit dem Festbier (von links): Bürgermeister Thomas Stamm, Landätin Sabine Sitter, Joachim Papert, Brauer Helmut Eschenbach, Festwirt Christian Papert, Braumeister Luis Pfeuffer-Martin und Brauereichefin Maria Martin. Foto: Steffen Schreck
Foto: Steffen Schreck
Ein­zig Pe­trus schi­en am Frei­ta­g­a­bend sei­nen ge­häs­si­gen Abend zu fei­ern. Im Hof der Mar­tins­bräu war sc­hön de­ko­riert. Plät­ze für al­le im Frei­en war der Plan. Aber dann goss es in Strö­men, so dass die be­lieb­ten Frei­luft­plät­ze erst spä­ter zur Gel­tung ka­men.

Dies tat der prächtigen Stimmung bei der Festbierprobe zur 72. Laurenzi-Messe aber keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil: Nach zwei Jahren Corona-Pause waren alle Protagonisten prächtig gelaunt.

Allen voran Maria Martin. Auch wenn die Reihen wegen verschiedener Absagen etwas gelichtet waren, merkte man der Brauereichefin und dem Familienoberhaupt der Martins die Freude richtig an. »Es gibt sie also wieder, unsere Bierprobe und noch viel wichtiger, es gibt sie wieder unsere Mess'«, sagte Martin. Mit Verweis auf die jüngste Erhebung, in der die Stadt Marktheidenfeld als einzige Kleinstadt aus Franken unter den 30 lebenswertesten in Deutschland landete, sagte sie: »Ein riesiger Vorteil, in Marktheidenfeld wird noch Bier gebraut«.

Hintergrund: Festbier

Das Laurenzi-Festbier hat 13,4 Prozent Stammwürze und 5,4 Prozent Alkoholgehalt. Daneben legt die Martinsbräu wert darauf, ihre Biere mit Zutaten aus heimischer Produktion zu brauen. Gebraut wurde das Bier mit Pilsner und Münchner Malz, sowie Aromahopfen aus der Hallertau und Mittelfranken. Seit Februar 2022 gibt es zudem eine neue Partnerschaft unter dem Motto »Bier braucht Heimat« - Braugerste aus der Region. Zusammen mit dem langjährigen Mälzer Thomas Lang aus Mellrichstadt wurde ein Konzept erarbeitet, wonach ab sofort die Braugerste für die Martinsbräu ausschließlich von Landwirten aus der unmittelbaren Nachbarschaft bezogen wird. Maria Martin begrüßte die sechs Landwirte, die für die Braugerste sorgen: Stefan Hoh (Marktheidenfeld), Jochen Schäfer, Reinhold Heroth (beide Glasofen), Markus Niedermüller (Birkenfeld) sowie Sebastian Eyrich und Martin Öhrlein aus Urspringen unter den Gästen. (Steffen Schreck)


Für den Hinweis, die Stadt habe auch ein Schwimmbad, gab es anhaltenden Applaus von den Gästen. Unter den vielen Ehrengästen wurde einer begrüßt, der nicht mehr dabei sein konnte. Auf den im April verstorbenen Festwirt Jürgen Papert erhob die Runde ihr Glas und ließ ihn noch einmal hochleben.

Nachfolger stehen bereit

Dann spannte Maria Martin den Bogen wieder zur eigenen Familie. Sie sagte, es sei ihre 33. Festbierprobe als Chefin, aber geholfen habe sie bereits im Alter von sechs Jahren. »Auch an meinem Stuhl wird schon langsam gesägt, was mich aber offen gestanden sehr freut«, sagte die dreifache Mutter. Denn Sohn Luis als Braumeister und Sohn Veit als frisch gebackener Brauer und Mälzer stehen als Nachfolgegeneration schon in den Startlöchern.

In einem kurzen Rückblick schilderte sie, wie die Brauerei im März 2020 die Corona-Pandemie und alle Unwägbarkeiten gemeistert hat. »Es kann sich keiner hier vorstellen, wie es uns die Füße weggezogen hat«, so Martin. Als zweites Standbein habe sie einen langfristigen Vertrag mit der Stadt Marktheidenfeld über die Pacht des Biergartens geschlossen. Dies sei personell eine große Herausforderung, aber sie habe ein phänomenales Team vor Ort, dass sie immer aufs neue begeistere. Mit einem Augenzwinkern meinte sie, es könne ja nicht sein, dass vielleicht ein anderer Pächter »Würzburger Hofbräu« ausschenkt.

Laurenzi-Stimmung sei wie immer aufgekommen, als der erste Papert-Anhänger auf der Martinswiese abgestellt wurde. Nur wenig später habe man ihr die erste Maß Festbier ins Büro gebracht. »Der erste Sud am 25. April, filtriert am 28. Juni, getestet am 20. Juli«, schilderte Maria Martin. »Wunderbar bernsteinfarben, 13,4 Prozent Stammwürze und 5,4 Prozent Alkohol«, zählte sie auf. Mit ihrem Versprechen, beim ersten Schluck gehe das Herz auf, sollte sie recht behalten. Ein Blick in die Gesichter der Gäste bestätigte dies. Maria Martin schloss mit ihrem Lieblingszitat in Sachen Bier: »Wer kein Bier hat, hat nichts zu trinken«.

Alsbald schritt Marktheidenfelds Bürgermeister Thomas Stamm zur Tat. Seine erste Festbierprobe im traditionellen Ambiente und vor erlesenem Publikum. 53 Liter fasst das echte Holzfass, das in einer Küferwerkstatt in Bamberg generalüberholt wurde und mit einem echten Naturkorken das kühle Bier bewahrt. Zielsicher versenkte Stamm den Messinghahn im Fass. Die ersten Biere konnten ausgeschenkt werden.

Maradies ist wieder da

Nach der ersten Stärkung sprach Stamm zu den Gästen. »Es ist schon was anderes, den Tisch zu wechseln«, sagte Stamm, der schon früher Gast der Festbierprobe war. Er sei »fast im Amt angekommen«, nach zwei Jahren ohne Bierprobe und Laurenzi-Messe. Dafür bekam er Applaus. Nach dem nächsten Freitag, wenn alles gut geht beim Anzapfen im Festzelt, sei er dann richtig angekommen. Großen Beifall erntete er für den Hinweis, »unser Maradies ist wieder da«, was er am Vortag schon im Stadtrat öffentlich preisgegeben hatte. Für ihn und die Stadträte sei es nun leichter, auf der Laurenzi-Messe die Fragen nach dem Bad zu beantworten. Für Antworten auf die Frage: »Wann macht ihr denn auf?«, forderte er sein Gremium auf: »Lasst euch schon mal was einfallen!«

Endlich wieder Laurenzi-Messe

Wie in seinem Vorwort im Laurenzi-Prospekt bemühte Stamm auch am Freitagabend wieder das Wort »endlich«. Endlich wieder Volksfest, endlich wieder Laurenzi-Messe. Festbier habe großen Einfluss auf das Wohlbefinden der Menschen. »Vielen Dank, dass wir den 24. Rang erreicht haben«, richtete er an die Brauerei.

Main-Spessarts Landrätin Sabine Sitter meinte, auch sie habe den Eindruck: »Jetzt bist du endlich Landrätin«. Während sie als Stellvertreterin sechs Jahre nicht zu diesen Terminen kam, komme sie jetzt draußen rum. Eine Premiere also auch für die Landrätin. In Main-Spessart mit seinen vielen Möglichkeiten in Sachen Bier und Wein sei man als Politiker gefordert, mitzuhalten. Auch beim Trinken. Und im Gegensatz zu Thomas Stamm habe sie in den letzten zwei Jahren nur negative Botschaften verkünden müssen. Es gelte nun, die Zeit zu genießen, es sei schön, wieder in echte Gesichter zu blicken.

Kaltstart hingelegt

Festwirt Christian Papert meinte, »wir haben nichts verlernt«. Das Unternehmen habe einen »Kaltstart« hingelegt. Man habe das Personal an Bord und könne die Laurenzi-Messe in gewohnter Manier durchziehen. Auch wenn es in Sachen Personal Probleme gab und das Programm erst sehr spät organisiert werden konnte.

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