Souveränes Debüt von Kämmerer Simon Pfeufer

Ausgabenplanung: Finanzverwaltungsleiter stellt Haushalt der Gemeinde Erlenbach im Rat vor - 8,11 Millionen Euro Volumen

Erlenbach b. MAR
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In der jüngsten Gemeinderatssitzung in der Erlenbacher Festhalle stellte Kämmerer Simon Pfeufer, seit März Finanzleiter der Verwaltungsgemeinschaft Marktheidenfeld (VG), den Vorbericht zum Haushaltsplan 2021 vor. Die Gemeinderäte stimmten der Haushaltssatzung einstimmig zu. Der Gesamthaushalt hat ein Volumen von 8,11 Millionen Euro. Dies ist eine Steigerung gegenüber 2020 von 926 000 Euro.

Der größte Anteil fällt auf den Verwaltungshaushalt mit 5,55 Millionen Euro. Er hat sich im Vergleich zum Vorjahr 2021 um etwa 518 000 Euro erhöht. Dies sei auf eine interne Umbuchung von Fördergeldern für den Kindergarten Erlenbach zurückzuführen, so Pfeufer.

Den größten Teil der Einnahmen bilden Steuern und allgemeine Zuweisungen mit 3,19 Millionen Euro. Bedingt durch die Kurzarbeit in vielen Unternehmen wird der gemeindliche Anteil an Einkommensteuer-Einnahmen in diesem Jahr auf etwa 1,59 Millionen Euro (2020: 1,63) sinken. »Wir werden voraussichtlich erst 2023 wieder auf dem Niveau von 2020 sein«, schätzt Pfeufer. Auf der Ausgaben-Seite des Verwaltungshaushalts schlagen insbesondere die Umlagen zugunsten der VG, des Landkreises und der Gewerbesteuer mit 1,57 Millionen Euro und die Personalausgaben mit 1,28 Millionen Euro zu Buche. Der Stellenplan der Gemeinde bleibt im Wesentlichen unverändert.

703 000 Euro Überschuss

Für dieses Jahr hat der Kämmerer einen voraussichtlichen Überschuss im Verwaltungshaushalt von 703 000 Euro berechnet. Dieser Zuführungsbetrag in den Vermögenshaushalt »ist ein wesentlicher Anhaltspunkt für die Beurteilung der dauernden Leistungsfähigkeit einer Kommune«, so Pfeufer. Abzüglich der Kredittilgung ergibt sich die freie Finanzspanne, die dringend für die Investitionen im Vermögenshaushalt, etwa für den Neubau des Kindergartens, benötigt werden würde. Sie sei zudem ein Hauptkriterium für die Beurteilung und Genehmigung des Haushaltsplans durch das Landratsamt Main-Spessart.Gegenüber der ersten Ausarbeitung des Haushaltsplans, die Bürgermeister Georg Neubauer in der Gemeinderatssitzung im Mai vorstellte, wurden Baumaßnahmen in die Folgejahre verschoben. Dies betrifft insbesondere die Auswechslung der Trinkwasserleitung in den Gebieten »Unzberg« und »Dürre Wiese« (100 000 Euro). Aufgrund des niedrigeren Volumens des Vermögenshaushalts 2021 hofft man auf eine positive Beurteilung durch das Landratsamt.

Mehr Überschuss

Pfeufer vermeldete rückwirkend für das Haushaltsjahr 2020 eine Korrektur des Zuführungsbetrags: Der Überschuss war mit 1,64 Millionen Euro um 646 000 Euro höher als im Haushaltsplan vorgesehen. Die Forderungen entstanden aufgrund von höher anzusetzenden Gewerbesteuern, die sich durch Betriebsprüfungen ergaben. Allerdings sei das Geld bisher nicht eingegangen.

Der geplante Vermögenshaushalt 2021 schließt mit Einnahmen und Ausgaben von 2,56 Millionen Euro ab und ist damit 408 000 Euro größer als im Vorjahr. Dies entspricht einer Steigerung von 19 Prozent. Um die Investitionsausgaben decken zu können, ist eine Kreditaufnahme von 700 000 Euro notwendig. Auch für die Folgejahre werden weitere Kredite aufzunehmen sein.

Das größte Projekt der kommenden Jahre wird nach Aussage von Simon Pfeufer der Neubau des Kindergartens Erlenbach sein. Der Kämmerer schätzt, dass sich die Gesamtkosten bis zur Fertigstellung in vier Jahren hierfür auf etwa 7,02 Millionen Euro belaufen werden und eine Förderung von drei Millionen Euro zu erwarten ist. Zeitgleich gehen die Planungen für den Umbau des Anwesens »In der Röthe 2« als Bauhof und Unterkunft der Feuerwehr Erlenbach weiter. Die Gesamtkosten bis 2024 betragen nach derzeitigen Schätzungen 720 000 Euro (2021: 20 000 Euro).

Die Gemeinde plant für Grundstückskäufe zur Erschließung eines Baugebiets im laufenden Jahr mit insgesamt 905 000 Euro. Weitere umfangreiche Ausgaben 2021 betreffen die Sanierung der Ortsdurchfahrt in Tiefenthal (550 000 Euro), die Gestaltung der »Oberen Gasse« in Tiefenthal (430 000 Euro, Förderung durch das Amt für Ländliche Entwicklung: 258 000 Euro), die Möglichkeiten der Urnenbestattung auf den Friedhöfen (195 000 Euro), die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED (120 000 Euro, Förderung: 34 500 Euro), die Anschaffung eines Mannschaftstransportwagens für die Feuerwehr Tiefenthal (80 000 Euro), sowie die Asphaltierung der Straße »Am Bachgrund« in Tiefenthal für 80 000 Euro.

Die Rücklagen konnten 2020 um 1,08 Millionen Euro aufgestockt werden und betragen derzeit 1,44 Millionen Euro. Für 2021 ist eine Entnahme von 200 000 Euro vorgesehen. Zum Jahresanfang betrugen die Schulden der Gemeinde Erlenbach 2,33 Millionen Euro, 967 Euro pro Kopf. In den kommenden Jahren wird diese voraussichtlich auf bis zu 1610 Euro (2025) ansteigen.

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