Sonntag, 16.05.2021

Esselbach muss nacharbeiten

Gemeinderat: 16 Stellungnahmen zum Bebauungsplan abgearbeitet - Wie Bildhauer Thomas Reuter den Kredenbacher Platz gestalten will

Esselbach
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Blick auf Esselbach mit der St.-Margaretha-Kirche. Foto: Roland Pleier Bildunterschrift 2020-10-10 --> Blick auf Esselbach mit der St.-Margaretha-Kirche. Archivfoto: Roland Pleier
Foto: Roland Pleier
Ent­steht ir­gend­wo ein neu­es Bau­ge­biet, ha­ben Be­hör­den und Ver­bän­de das Recht, Stel­lung­nah­men zum Be­bau­ungs­plan ab­zu­ge­ben. Im Fall des neu­en Es­sel­ba­cher Bau­ge­biets ha­ben das 16 Be­hör­den und Ver­bän­de ge­tan. In der Sit­zung ging der Ge­mein­de­rat dar­auf ein.

Eigentlich muss die Gemeinde nur noch einen Aspekt in den Stellungnahmen wirklich nacharbeiten: die Hecke, die erst im vergangenen Jahr versetzt wurde. Das Gehölz und die Bepflanzung, die laut Bürgermeister Richard Roos »schon schön ausgeschlagen« hatte, sind beschädigt, was die Untere Naturschutzbehörde kritisierte. Der Grund: Der Bauer, der die Wiese zuvor gepachtet hatte, hatte sie niedergemäht.

»Wir sind jetzt in einer Verteidigungssituation, die richtig doof ist«, sagte Roos. Das Landratsamt, dessen Teil die kritisierende Behörde ist, segne ja letzten Endes das Baugebiet ab. Aus dem Gremium hieß es, egal ob es Versehen oder Absicht gewesen sei, müsse die Haftpflicht des Verursachers geltend gemacht werden.

Forderung widersprochen

Die Forderung der Behörde, dass die Gemeinde die Hecke am ursprünglichen Ort hätte erhalten müssen, widersprach man jedoch. Im Beschlussvorschlag begründete die Gemeinde auch warum: »Die Erhaltung der Hecke im Plangebiet ist nicht möglich, da ansonsten keine Erschließung der Wohnbaugrundstücke erfolgen kann.« Zudem sei die Forderung nicht verhältnismäßig, da die Hecke ihre bisherige Funktion nicht mehr erfülle. Die Gemeinde widersprach ebenfalls der Anregung des Bauernverbands, das Baugebiet ob möglicher Lärm-, Staub- und Geruchsemissionen zu prüfen. Es befänden sich neben Ackerland auch ein Kohlemeiler und eine Pferdekoppel in der Nähe. Diese stellten jedoch keine erheblichen Emissionsquellen dar, steht in der Entgegnung des Gemeinderates.

Die Flächen wurden aufgegeben, auch der Wind wehe vom Baugebiet weg und die Pferde seien nur zu therapeutischen Zwecken. Der Gemeinderat beschloss, die Zahl auf drei zu begrenzen, um »erhebliche Beeinträchtigungen« auszuschließen. »Damit wäre der vorletzte Bebauungsplan, den wir aufstellen wollen, durch«, so Roos zum Abschluss. Er hoffe, diesen dann im Dezember abschließen zu können.

Bei einem Besuch beim Bayernwerk in Marktheidenfeld suchten die Gemeinderäte fünf neue Laternen für die Neugestaltung der Außenanlage des Dorfgemeinschaftshauses aus. Am Ende wurde es die billigere Lösung, dimmbare Leuchten mit einem Schirm und einem anthrazitfarbenen Masten für etwa 6000 Euro. Die Alternative waren ebenfalls anthrazitfarbene Stelen für etwa 9000 Euro.

Im Anschluss stellte Landschaftsarchitektin Katja Weissmann die Pläne für die gesamte Außenanlage noch einmal vor. An ihren Plänen änderte sich nicht mehr viel, nur dass die Bäume an der Weed nicht nur Quitten, sondern gemischt sein werden. Eine zwischenzeitlich diskutierte zweite Fahnenhalterung wird es nicht geben. Sollte eine zweite Fahne notwendig sein, kann der Mast wahrscheinlich auch in der Christbaumhalterung aufgestellt werden.

Standort diskutiert

Mehr Diskussionen gab es über ihre Pläne, das Kriegerdenkmal hinter der Kirche in eine Mauer zu integrieren. So brauche man weniger Fundamente, argumentierte die Architektin. Hinter der Kirche sei jedoch kein Platz und behindertengerecht sei die Stelle auch nicht, waren sich die Gemeinderäte einig. Man wolle das Denkmal außerdem offen präsentieren, so Roos. Die Architektin solle deshalb einen Plan für eine Platzierung am Kirchplatz machen.

Roos informierte die Räte außerdem noch über Zusatzkosten von 21 290 Euro bei den Rohbauarbeiten am Dorfgemeinschaftshaus. Das hereindrückende Wasser, der felsige Untergrund und die Abfuhr von Aushubmaterial waren der Grund dafür. Der Bau gehe aber sehr gut weiter.

Dies ist auch bei der Kredenbacher Schule der Fall. Das Haus sei nun komplett entkernt, so Roos. Damit die Sanitäranlagen weitergebaut werden können, vergab der Rat die Estrich- und Fliesenarbeiten an die Firma Pittner aus Leinach für 14 031 Euro. Außerdem wurde die Firma Stahl beauftragt, den Anbau zu streichen. Kostenpunkt: 4589 Euro.

Bildhauer Thomas Reuter stellte außerdem noch seine Vorstellung für den Kredenbacher Platz vor. Er soll die Ortsgeschichte repräsentieren, aber auch aktuellen Bezug haben. Reuter wählte deshalb eine Schranke aus rotem Sandstein und Marmor. Am Eingang zum Platz soll ein Schriftzug in den Boden eingelassen werden: »immer offen«. Dies soll auf die Bedeutung des Zolls für den Ort verweisen, so der Künstler.

Gleichzeitig sei das Thema »Grenzen« gerade jetzt aktuell. Der Schriftzug soll Besucher einladen, nicht nur auf den Platz zu kommen, sondern auch Grenzen zu überschreiten. Ob die Gemeinde das Kunstwerk für etwa 9500 Euro kaufen wird, wurde im Anschluss der Sitzung nichtöffentlich behandelt. Über das Ergebnis wird noch berichtet.

Hintergrund

Blick auf Esselbach mit der St.-Margaretha-Kirche. Archivfoto:

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