Eine Begegnung mit Joseph Beuys

Kultur: Workshop für junge Leute in Schloss Homburg öffnet den Blick in die Welt des bedeutenden Aktionskünstlers - 100. Geburtstag

Triefenstein
2 Min.

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Anina hat an dem Workshop für Schüler und Jugendliche »Der Baum, der Stein … und Joseph Beuys« teilgenommen - im Bild mit Elvira Lantenhammer und U We Claus. Foto: Stefanie Engelhardt
Foto: Stefanie Engelhardt
An­i­na weiß nun mehr über Jo­seph Beuys, den be­deu­ten­den Ak­ti­ons­künst­ler des 20. Jahr­hun­derts, und ist von der Ver­an­stal­tung über ihn am Sonn­tag bei »Kunst in Sch­loss Hom­burg« be­geis­tert.

Die Künstlerin Elvira Lantenhammer hatte für diesen Tag einen kostenfreien Workshop für Schüler und Jugendliche »Der Baum, der Stein ? und Joseph Beuys« angeboten, an dem sie teilnahm.

Anlass dazu, sich mit dem Künstler Beuys intensiver zu beschäftigen, ist der 100. Geburtstag des in 1921 in Krefeld geborenen und in Düsseldorf wirkenden Kunstprofessors, der 1986 auch dort verstarb. Mit von der Partie bei dem Workshop war auch U We Claus, ein ehemaliger Assistent von Beuys, der den Künstler und seine Intention sehr gut kennt.

7000 Eichen gepflanzt

Am Sonntag begann der Workshop mit seiner Erläuterung des Projekts »7000 Eichen«, das Beuys für die Documenta 7 (1982) realisierte. Sein Motto für dieses Projekt war »Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung«. Er pflanzte in Kassel mit vielen Menschen zusammen 7000 Eichen jeweils mit einer Basaltstele als Wächter.

Auf dem anschließenden Spaziergang mit U We Claus und Elvira Lantenhammer zum Pflanzort der Eiche in Homburg am Main notierte Anina möglichst viele Namen der Pflanzen und Bäume in der Natur, die ihr unterwegs begegneten. Mit einer schönen Ausbeute an Blättern, Blüten und Rindestückchen ging es zurück ins Atelier. Hier wurden die gesammelten und mitgebrachten Blätter in Frottagetechnik im Skizzenheft festgehalten. Was ist eine soziale Plastik? Was haben die Netzwerke der Bäume mit den Netzwerken der Menschen gemeinsam? Wie kommunizieren Bäume? Diese Fragen wurden eingehend besprochen.

»Jeder Mensch ist ein Künstler.« Dieser Satz von Beuys kann jeden Menschen inspirieren, kreativ zu werden. Jeder Mensch ist einzigartig und hat seine eigenen Netzwerke und Kommunikationsmöglichkeiten. Jedes Material hat seine eigene Wirkkraft, die durch die Kombination in der Wirkung verändert und verstärkt wird. Gerade so, wie es Beuys eben bei dem Projekt »7000 Eichen« von Bäumen mit Basalt kombiniert getan hat.

U We Claus schöpft aus einem umfangreichen, enzyklopädischem Wissen über Joseph Beuys und seine Kunst, aber auch über die Pflanzen, die Gesteine. Ganz im Beuys'schen Sinne gefällt es ihm, an diesem Wissen besonders die nächste Generation teilhaben zu lassen. Das Werk »Der Baum, der Stein« von U We Claus, Museum Schloss Moyland 1998, kann in Schloss Homburg erworben werden.

Anina spürt die Verantwortung, auch angesichts der Klimakrise, und wird die Eiche, die am 22. Oktober um 15 Uhr in Homburg in Erinnerung an Joseph Beuys zusammen mit einer Basaltstele gepflanzt wird, in Zukunft im Auge behalten. Bereichert an Wissen um die »Soziale Plastik«, um das Netzwerk der Natur und das Zusammenwirken und gemeinsame Gestalten der Gesellschaft, ist es für die Schülerin motivierend zu erkennen, dass der Mensch der Gestalter seines Lebens, des Lebens der anderen und der ganzen Welt ist.

Elvira Lantenhammer bietet diesen kostenlosen Workshop einen Tag nach der Baumpflanzung, also am 23. Oktober, von 14 bis 18 Uhr, noch einmal im Schloss Homburg an. Um Anmeldung wird gebeten.

bKontakt unter: info@kunstinschlosshomburg.com und https://www.kunstinschlosshomburg.de

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