Donnerstag, 03.12.2020
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Den Vereinen fehlen die Einnahmen

Pandemie: Corona lähmt auch das Vereinsgeschehen - So wie einigen Gruppierungen im Spessartdorf Bischbrunn geht es vielen anderen

Bischbrunn
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Am Wanderheim der Heimat- und Wanderfreunde stehen nach fast 30 Jahren Modernisierungsmaßnahmen an. Sie wurden aus Kostengründen verschoben, da durch die Schließung wichtige Einnahmen fehlen. Bildunterschrift 2020-10-26 --> Am Wanderheim der Heimat- und Wanderfreunde stehen nach fast 30 Jahren Modernisierungsmaßnahmen an. Sie wurden aus Kostengründen verschoben, da durch die Schließung wichtige Einnahmen fehlen. Foto: Richard Krebs
Foto: RICHARD KREBS
Die Co­ro­na-Pan­de­mie be­trifft auch das Ve­r­eins­le­ben stark. Wenn Per­so­nal zu be­zah­len und ei­ne Im­mo­bi­lie zu un­ter­hal­ten ist, ma­chen sich die Ein­nah­me­aus­fäl­le durch aus­ge­fal­le­ne Ver­an­stal­tun­gen in den Ve­r­eins­kas­sen be­merk­bar. Stell­ver­t­re­tend für an­de­re kom­men hier Ve­r­eins­ver­t­re­ter der Ge­mein­de Bisch­brunn zu Wort.

Klaus Reinfurt, Schützenmeister des Schützenvereins Bischbrunn, beklagt: »Die Aktivitäten im Verein beschränken sich leider auf das Nötigste. Nur Reparaturen, die unbedingt notwendig sind, werden durchgeführt.« Für das Training und die bevorstehenden Wettkämpfe haben die Schützen Hygienepläne ausgearbeitet. Diese sind zwingend einzuhalten. Reinfurt: »Finanziell ist das Jahr ein Desaster. Es fehlen Umsätze im fünfstelligen Bereich. Dadurch kommt es in jedem Fall zu einem Fehlbetrag in diesem Jahr. Das heißt, es wird negativ und man muss an die Reserven.«

Trainer verzichtete auf einen Teil seiner Entschädigung

»Wir sind einigermaßen gut über die Runden gekommen,« sagt Max Scholz, Leiter Öffentlichkeitsarbeit des SV Rotweiß Bischbrunn. Der Verein hatte weniger Einnahmen durch die Heimspiele und das ausgefallene Pfingstturnier, aber auch weniger Ausgaben, da der Trainer auf einen Teil seiner Entschädigung verzichtete. Jetzt läuft der Betrieb unter Corona-Bedingungen auf dem Sportplatz und der Turnhalle wieder halbwegs normal. Seit Wiederbeginn kommen wieder mehr Zuschauer. Scholz: »Ob das an den interessanteren Begegnungen liegt oder die Menschen froh über Abwechslung nach dem Lockdown sind, vermag ich nicht zu beurteilen.« Das jährliche »Kisteflaaschessen« an Kirchweih findet heuer als »To go« statt.

Die DJK Oberndorf bekommt demnächst neue Außentüren für das Sportheim. Die alten Türen sind kaputt. Inge Deffner, Leiterin Öffentlichkeitsarbeit, sagt: »Weitere Anschaffungen stellen wir zurück.« Das Freizeitturnier im Juni und die Sportwoche im Juli wurden ebenso abgesagt wie »Rock im Grund« in der Aula jetzt im Oktober. Auch gibt es keine Fahrt zu einem Weihnachtsmarkt. »Für unser Lakefleischessen im Januar überlegen wir uns aktuell, welche Möglichkeiten sich hier bieten.«

Bei der Spessarttrachtenkapelle Oberndorf sind alle Auftritte abgesagt, außer die kirchlichen, die im Freien stattfinden, berichtet Alfons Väth. Probe war im Sommer im Freien, um in Übung zu bleiben. »Jetzt ist bei uns alles ausgesetzt und das Vereinsleben ruht.«

Bei den »Bischbrunner Musikanten« wurden Ausgaben für Vereinskleidung und so weiter dieses Jahr zurückgestellt. Leiter Anton Roth sagt: »Keine Auftritte keine Einnahmen. Wir sind aber froh, dass wir den Probebetrieb und die Ausbildung unter Einhaltung der Coronaregeln schrittweise wieder aufnehmen konnten.«

Keine Hilfen für Carnevalvereine

Thomas Fuhrmann, Präsident des Oberndorfer Carnevalvereins (OCV) »Die Rattel«, bedauert, die Ausarbeitung von Hygienekonzepten und ähnliches habe die Verantwortung für Ehrenamtliche nochmals gesteigert. All das sei zeitintensiv.

Durch die Politik wurden zwar Sport- und Schützenvereine, die Mitglied im BLSV oder BDS sind, mit der Verdopplung der Vereinspauschale bedacht. Reine Karnevalsvereine gehen bislang jedoch leer aus. Einmalzahlungen, die zum Beispiel Musikvereine abrufen können, sind aktuell nicht vorhanden. Bei dem Carnevalverein steht Fasching - die einzige Einnahmequelle - vor der Türe, und die traditionellen Veranstaltungen können nicht stattfinden. Der Eingang von Sponsorengeldern ist nicht zu erwarten. Fixkosten wie zum Beispiel für Versicherungen, Verbandszugehörigkeit, Zuschüsse für Kostüme, Hallenunterhalt oder Mietkosten bleiben jedoch bestehen. Größere Anschaffungen wie ein geplanter Pelletofen und die Neugestaltung der Bühne wurden verschoben.

Die Feuerwehr Bischbrunn hat sich mit den Hygiene- und Schutzmaßnahmen mittlerweile gut arrangiert. Vereinsvorsitzender Horst Brehm sagt: »Die Übungen werden wie geplant durchgeführt. Auch die Einsätze werden vorbildlich abgewickelt.« Etwas anders sehe es im Feuerwehrverein aus.

Ohne Veranstaltungen fehlen Einnahmen. » Vor allem unser geplantes Jubiläumsfest, das noch nicht stattfinden konnte, hat unsere Stimmung etwas getrübt.« Dirk Schüssler, Heimat- und Wanderfreunde Oberndorf-Bischbrunn, resümiert: »Durch den Lockdown wurden fast alle Vereinsaktivitäten eingestellt, da auch viele zur Risikogruppe zählen. Wir hatten noch vor, eventuell ein behindertengerechtes WC im Wanderheim einzubauen, die Fassade herzurichten und die Außenhütte zu renovieren. Das ist erstmal alles auf unbestimmte Zeit zurückgestellt.«

Hintergrund

Am Wanderheim der Heimat- und Wanderfreunde stehen nach fast 30 Jahren Modernisierungsmaßnahmen an. Sie wurden aus Kostengründen verschoben, da durch die Schließung wichtige Einnahmen fehlen. Foto:

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