Sonntag, 18.04.2021
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Aufkleber in Briefkästen statt Klingeln an den Türen

Sternsinger-Aktion: Kreativität der Organisatoren sorgt für Segen an der Haustür trotz der Corona-Lage - Beispiel-Blick auf Esselbach

Esselbach
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Die Esselbacher Sternsinger mit Pfarrer Alexander Eckert. Foto: Dorothee May
Foto: Dorothee May
Auch zum Be­ginn des neu­en Jah­res ist vie­les an­ders als ge­wohnt. Für Stern­sin­ger-Ak­tio­nen wa­ren je nach Sta­tus der Co­ro­na-Am­pel ver­schie­de­ne Sze­na­ri­en im Ge­spräch. Dann wur­de von der Baye­ri­schen Staats­re­gie­rung ent­schie­den, dass die Stern­sin­ger nicht aus­ge­sandt wer­den dür­fen. Was nun?

Beispiel Esselbach: Dort war es für die Verantwortlichen rund um den Vorsitzenden der Kolpingsfamilie, Volker Roos, keine Option, das Sternsingen ganz abzusagen. Die Vorbereitungen waren bereits im Herbst losgegangen. Nun wurden in der Kolping-Vorstandschaft mit dem Pfarrer und dem Bürgermeister die verbleibenden Möglichkeiten diskutiert.

»Sternsinger sein bedeutet Segen bringen, Segen sein. Die frohe Botschaft in die Welt zu tragen ist besonders in der jetzigen Zeit wichtig«, so Roos. Zusätzlichen Ansporn zur bestmöglichen Durchführung der Aktion erfuhren die Verantwortlichen durch den Präsidenten des Kindermissionswerks »Die Sternsinger«, Pfarrer Dirk Bingener. Er schreibt: »Die Menschen sehnen sich nach dem Segen der Sternsinger. Nichts machen ist keine Alternative. Ich vertraue auf die Kreativität der Sternsingerinnen und Sternsinger.« Und so wurde auch Esselbach kreativ.

Das diesjährige Motto lautet »Kindern Halt geben, in der Ukraine und weltweit«. Wie in Esselbach schon seit Jahren üblich, fanden sich viele Kinder und Jugendliche, die bei den diesjährigen Sternsingern dabei sein wollten. Für alle lagen Umhänge und Kronen am Eingang der Spessarthalle gut verteilt bereit. Die Kinder konnten sich mit gebührendem Abstand bedienen.

Anschließend waren im Gottesdienst die ersten Reihen für die Dreikönigskinder reserviert. Wie an diesem Tag üblich zeigte Pfarrer Eckert den diesjährigen Sternsinger-Film, in dem kindgerecht erklärt wurde, wofür die diesjährigen Spenden verwendet werden. In der Ukraine wachsen viele Kinder ohne ihre Eltern auf, da diese in anderen Ländern arbeiten müssen. »Das ist schon traurig und ich finde es gut, dass wir dafür Spenden sammeln«, meinte ein Esselbacher Sternsinger. Am Ende des Gottesdienstes sprachen alle Sternsinger den Segensgruß, der auch auf Youtube abrufbar ist.

Dann mussten neue Wege beschritten werden. Die Sternsinger wurden nicht in Gruppen offiziell von der Kirche ausgesandt, sondern einzelne Sternsinger liefen mit ihren Familienangehörigen durch die Straßen. Die Routen durch Esselbach, Kredenbach und Steinmark waren per Whatsapp eingeteilt worden.

Die Kinder klingelten nicht an den Türen, sondern verteilten Anschreiben in die Briefkästen mit der Bitte um Spenden, dem Spendenkonto und dem Aufkleber für die Haustüren mit der Aufschrift »20+C+M+B+21«.

»Ein bisschen Normalität«

»Auch wenn ich den Aufkleber mit 20+C+M+B+21 selbst an die Tür kleben muss, bringt es wenigstens ein bisschen Normalität in dieser Zeit und der Segen an der Haustür ist mir sehr wichtig«, kommentierte eine Esselbacher Seniorin die Aktion.

Auch für die Kolpingsfamilie Esselbach ist es sehr wichtig, diese Aktion stattfinden zu lassen. Roos betrachtet das Sternsingen als eine großartige Aktion: Kinder engagieren sich für Kinder, denen es schlechter geht als uns. Dies sei eine wichtige soziale Komponente. Aus den Rückmeldungen der Kinder weiß Roos, dass es ihnen jedes Jahr großen Spaß macht, bei der Aktion dabei zu sein, so auch heuer. »Wir alle können die Welt etwas zum Besseren verändern - jeden Tag ein bisschen«, ist sich Roos sicher.

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