Pirsch im Steinfelder Wald begehrt

Eigenjagdrevier: Für fünf Pirschbezirke gibt es bereits 18 Bewerber - Gemeinderat für neues Pachtmodell

Steinfeld
2 Min.

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Ein­stim­mig hat der Stein­fel­der Ge­mein­de­rat am Mitt­woch be­sch­los­sen, das Ei­gen­jagd­re­vier der Ge­mein­de nicht mehr lang­fris­tig zu ver­pach­ten, son­dern in fünf Pirsch­be­zir­ke auf­zu­tei­len, die je­weils für nur ein Jahr zu pach­ten sind - wo­bei bei Zu­frie­den­heit auf bei­den Sei­ten Ver­län­ge­run­gen mög­lich sind.

Laut Bürgermeister Günter Koser haben sich bereits 18 Interessenten gemeldet.

Das Eigenjagdrevier der Gemeinde Steinfeld ist 818 Hektar groß. Davon entfallen 702 Hektar auf Wald und 116 Hektar auf Feld. Das Areal befindet sich nordwestlich der drei Ortsteile zwischen Mariabuchen, Pflochsbach, Waldzell, Hausen und der Staatsstraße 2437. Die fünf Pirschbezirke umfassen zwischen 112 und 204 Hektar, laut Förster Martin Volkmann-Gebhardt eine »Größe, die gut zu bejagen ist«.

Der langfristige Jagdpachtvertrag wurde laut Koser zum 31. März gekündigt. Die 18 Bewerber für die Pirschbezirke, die sich auf einen öffentlichen Aufruf hin meldeten, sind nach seiner Einschätzung noch nicht das Ende der Fahnenstange: »Der eine oder andere wird noch kommen.«

Konditionen für Gespräche

Koser und Volkmann-Gebhardt stellten in einer Präsentation, die der frühere Betriebsleiter im Gemeindewald Wolfgang Netsch erarbeitet hat, »Grobkonditionen« für die Verpachtung der Pirschbezirke vor. Sie sollen Grundlage für die Gespräche mit den Interessenten sein.

In der nächsten Sitzung sollen laut Koser ein oder mehrere Vertragsentwürfe sowie - nicht öffentlich - Bewerber vorgestellt werden, die bei der Vorauswahl übrig geblieben sind. Der Vorteil des neuen Verfahrens ist nach den Worten des Bürgermeisters, »dass wir nur für ein Jahr eine Verpflichtung eingehen. Wenn's nicht passt, wird der Vertrag nicht verlängert.«

Als »Hausnummer« für eine mögliche Pacht nannte Volkmann-Gebhardt 1000 Euro pro 100 Hektar. Das sei immer noch ein hoher Preis, aber weniger, als die Gemeinde früher bei der langfristigen Verpachtung eingenommen habe. Die Pächter könnten die Pacht durch den Verkauf des Wildbrets gegenfinanzieren, womit sich jeder Interessent einen Pirschbezirk leisten könne.

16 Stück Rehwild pro Jahr

Denn die »Grobkonditionen« sehen vor, dass die Pächter pro Bezirk im Durchschnitt 16 Stück Rehwild pro Jahr schießen müssen (je nach Größe und Struktur des Bezirks), das sie behalten dürfen. Erlegtes Wild muss vorgezeigt werden. Die Pirschbezirksinhaber müssen pro Jahr bis zu drei bezirksübergreifende Drückjagden dulden und mitorganisieren.

Als entscheidenden Effekt der intensiveren Bejagung verspricht sich Volkmann-Gebhardt eine Naturverjüngung im Wald ohne Zäune. Derzeit sei der Wildverbiss so schlimm wie noch nie, »teilweise kann man schon von Verwüstung sprechen«.

Von einer Ausweitung der Naturverjüngung wird die Gemeinde nach den Worten des Försters auch finanziell profitieren. Denn sie spare Geld für den Zaunbau, der »wahnsinnig kosten- und zeitintensiv« sei. Ferner bekomme die Gemeinde für die Naturverjüngung vom Staat 1300 Euro pro Hektar.

In der Diskussion gab es keine grundsätzlichen Äußerungen gegen das neue Modell, aber zahlreiche Fragen zu Details. Nicht einverstanden war das Gremium mit dem Vorschlag, Gemeinde und Pirschbezirksinhaber sollten sich bei Schwarzwildschäden die Kosten teilen. Die Schäden soll der Pächter nun allein tragen.

Regelmäßig Verbiss prüfen

Auf mehrfache Nachfrage von Edmund Knöferl (CSU) versicherte Bürgermeister Koser, der Gemeinderat entscheide, wer die fünf Pirschbezirke bekomme. Auch die Neuverpachtung bei Ablösung eines Pächters werde über das Gremium laufen. Ob die Pächter die Erwartungen erfüllten, werde man an den regelmäßigen Verbissgutachten sehen.

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