Seniorenpolitisches Gesamtkonzept für den Main-Spessart-Kreis

Pflege »eine Mammutaufgabe für alle Akteure«

Main-Spessart
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Das seniorenpolitische Gesamtkonzept für den Main-Spessart-Kreis wird fortgeschrieben. Breiten Raum nimmt die Pflege darin ein. Begrenzender Faktor bei der stationären Pflege in Einrichtungen (hier das Kreisseniorenzentrum in Gemünden) wird der Fachkräftemangel sein.
Foto: Heinz Scheid
Das von 2011 stam­men­de se­nio­ren­po­li­ti­sche Ge­samt­kon­zept des Land­k­rei­ses Main-Spess­art wird fort­ge­schrie­ben. Es ent­hält 13 Hand­lungs­fel­der. Neu sind ge­ne­ra­tio­nen­über­g­rei­fen­de An­sät­ze. Brei­ten Raum nimmt das The­ma Pf­le­ge ein.

Über Inhalte und Schwerpunkte des Konzepts informierten Doris Rudolf und Christian Rindsfüßer (Arbeitsgemeinschaft Sozialplanung in Bayern) am Montag im Kreistagsausschuss für Gesundheit und Teilhabe. Die Empfehlungen sind an der demografischen Entwicklung ausgerichtet. So wird die Zahl der besonders hilfsbedürftigen Menschen über 85 in den nächsten zwei Jahrzehnten erheblich steigen.

Die Fortschreibung zieht auch eine Bilanz der seit 2011 erzielten Fortschritte. Die meisten Handlungsfelder sind freilich Daueraufgaben, etwa die Barrierefreiheit im öffentlichen Raum, die Versorgung in den Bereichen Demenz und Palliativ oder das Wohnen zu Hause. Eigentlich müsste in jedem Ort seniorengerechter Wohnraum geschaffen werden, sagte Doris Rudolf.

Ein »eklatantes Thema« seien die Hilfen im Haushalt für ältere Menschen, denn hier sei der Bedarf schon jetzt höher als das Angebot an Dienstleistungen. »Ausbaufähig« seien seniorengerechte Mobilität und gesellschaftliche Teilhabe. Um da voranzukommen, seien Seniorenvertretungen in allen Gemeinden nötig. Man müsse erreichen, »dass Menschen sich eingeladen und nicht ausgeschlossen fühlen«.

Wegen des steigenden Fachkräftemangels in allen Bereichen werde das Ehrenamt wichtiger und pflegende Angehörige bräuchten mehr Unterstützung. Auf diesen Punkt ging Christian Rindsfüßer besonders ein und untermauerte seine Ausführungen mit der Statistik. Bei Heimplätzen für stationäre Pflege sei Main-Spessart momentan zwar in einer komfortablen Situation, aber Personalmangel werde zu einem begrenzenden Faktor in den Einrichtungen; dort sei bereits ein Rückgang der Beschäftigtenzahlen sichtbar.

Rindsfüßer sprach von »dramatischen Veränderungen«. Die Daheimpflege durch Angehörige werde künftig eine noch größere Rolle spielen müssen. Es sei eine »geschickte Kombination« von Haupt- und Ehrenamt nötig, und man müsse »alle Möglichkeiten vor Ort aktivieren«. Dazu gehören Quartierlösungen, Einsatz von Jungsenioren und Gemeindeschwestern.

Ebenfalls nachgedacht werden sollte über Projekte wie das aus den Niederlanden stammende Buurtzorg-Konzept, einen ganzheitlichen Ansatz für ambulante Pflege. Insgesamt bleibe die Pflege »eine Mammutaufgabe für alle Akteure«.

Die Fortschreibung des seniorenpolitischen Gesamtkonzepts kommt noch in den Kreistag, danach werden alle Kommunen im Kreis eine Kurzfassung davon erhalten, kündigte Landrätin Sabine Sitter an.

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