Reitlehrer, Therapeut, Turnierrichter und Verwaltungswirt i. R. Hans Steger wird 70 Jahre alt

Geburtstag am Dienstag

Lohr a.Main
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Hans Steger (Zweiter von links) zusammen mit seinen Brüdern Karl-Rainer, Franz-Josef und Michael sowie Vater Josef. Repro: Günter Weislogel
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Hans Steger feiert an diesem Dienstag seinen 70. Geburtstag. Foto: Weislogel
Foto: Günter Weislogel
Sein hal­bes Le­ben hat er als Reitthe­ra­peut ge­ar­bei­tet und eh­renamt­lich ge­wirkt. Er half ab 1967, den Reit- und Fahr­ve­r­ein Lohr auf­zu­bau­en, ist des­sen jüngs­tes noch le­ben­des Grün­dungs­mit­g­lied und bun­des­weit als Wett­kampf­rich­ter in al­len Reit­dis­zi­p­li­nen un­ter­wegs. An die­sem Di­ens­tag kann er sei­nen 70. Ge­burts­tag fei­ern:

Hans Steger.

Erfolge feierte er trotz seines körperlichen Handicaps als Spring- und Dressurreiter. Der aktive Reiter und Turnierrichter war maßgeblich daran beteiligt, dass die Reitanlage auf dem Gelände des Bezirkskrankenhauses entstehen konnte. »Er war immer da, wenn er gebraucht wurde«, erinnert sich Reitvereins-Ehrenvorsitzender Günter Fanta an den Jubilar, der zwei Wahlperioden auch als stellvertretender Vorsitzender für den Verein wirkte und sich mehr als alle anderen für das therapeutische Reiten einsetzte.

Schon als Kind

Schon als Kind war Hans Steger den Umgang mit Pferden gewohnt. Seine Eltern, Josef und Maria Steger, betrieben ein Fuhrunternehmen und eine Landwirtschaft. Die Zugtiere wurden unter anderem beim Holzrücken eingesetzt.

Hans Steger ist ein echter Mopper. Am 29. März 1952 erblickte er als Zweitjüngster von vier Buben mit einer starken Behinderung das Licht der Welt. Doch der einarmige Linkshänder kämpfte sich durch. Er besuchte die Knabenschule in Lohr und erwarb 1968 in Gemünden die mittlere Reife. Seine Lehre als Industriekaufmann absolvierte er im Baugeschäft Walter Senger. Zehn Jahre arbeitete er im Bauunternehmen Sager & Woerner, ab 1984 dann in der Controlling-Abteilung der Finanzverwaltung des Bezirkskrankenhauses und ab seinem 40. Lebensjahr bis zum Ruhestand hauptberuflich in der Reittherapie des Bezirks Unterfranken in Lohr. Nebenbei prüft er noch landwirtschaftliche Betriebe, macht Betriebsabnahmen und Begutachtungen fürs therapeutische Reiten. Auch heute gibt der in Warendorf geschulte Trainer und Turnierrichter wöchentlich Reitunterricht, um den Bezug zur Basis nicht zu verlieren.

Und der Vater zweier Kinder versucht zugleich seine beiden Enkelkinder bei Laune zu halten. Seine Tochter Barbara Goßmann, geb. Steger, ist als Ergotherapeutin mit der Zusatzausbildung in Reittherapie beim Bezirk in seine großen Fußstapfen getreten. Der Generationenwechsel vollzog sich Ende 2015 bei einer großen Fachtagung, bei der Hans Steger auch einen Vortrag zur »Geschichte der Reittherapie am Bezirkskrankenhaus Lohr« hielt. Über Jahrzehnte hinweg hatte er das therapeutische Reiten in Lohr aufgebaut und zum Erfolg geführt.

Modellprojekt in Bayern

Nach der Einweihung der neuen Reitanlage im Herbst 1993 wechselte Steger ganz in die Reittherapie. Die Reitanlage wurde Modellprojekt für Bayern. Bereits vor der Patientenausbildung hatte Steger schon über zehn Jahre mit Kindern und Jugendlichen der damaligen Wombacher Förderschule St. Nikolaus das Reiten gelehrt. Er engagierte sich in der Reittherapie des Leinreiter-Fördervereins und im Schulsport-Projekt der Georg-Kerschensteiner-Förderschule.

Obwohl manchmal der Amtsschimmel kräftig wieherte, nahm Hans Steger auch diese Hürden: »mit dem Dickschädel eines Kaltblüters«, mit dem Herz und Durchhaltevermögen eines Rennpferdes. Steger: »Mich haben Pferde ein Leben lang bewegt und ich konnte mit Pferden auch einiges bewegen.«

Der zu den Rettern des Lohrer Reitvereins gehörende Hans Steger wirkte nicht nur in Lohr und für die Lebenshilfe, sondern unter anderem über 20 Jahre als Jugendleiter des fränkischen Verbandes der Reit- und Fahrvereine mit Sitz in Ansbach. Und weil er über 60 Jahre unfallfrei geritten ist, stiftet er anlässlich seines 70. Geburtstags, den er mit Familienangehörigen und Reiterfreunden feiert, einen Geldbetrag zur Anschaffung eines Pferdes für die Weihnachtskrippe.

Der Jubilar fährt noch jeden Tag Rad und hält sich mit Gymnastik fit. Nebenbei fungiert er seit rund drei Jahrzehnten als Schriftführer der Angliederungs-Jagdgenossenschaft Lohr. Und er schmökert gern in seinem großen Bücher-Fundus, den reiterliche Kollegen mit gespeist haben. Auch ohne Auszeichnungen will der weitgereiste Hans Steger hochmotiviert ehrenamtlich weitermachen und sich noch einen Traum erfüllen: die legendären Island-Pferde in ihrer Heimat kennenlernen.

Hintergrund: Kontakt zu Pferden nie verloren

»Im elterlichen Holzfuhrunternehmen hatte Hans Steger schon als ganz kleiner Bub Kontakt zu Pferden - und hat ihn auch nie verloren. Der Franke war in Dressur- und Springprüfungen erfolgreich und arbeitet heute noch ehrenamtlich mit Patienten in der Hippotherapie«, stand in einer doppelseitigen Veröffentlichung der Fachzeitschrift »Bayerns Pferde« unter der Schlagzeile »Die Zügel fest in einer Hand« zu lesen.

In dem 2021 erschienenen Bändchen »Geschichten von Richtern, Rössern und Reitern«, zusammengetragen von Marle Koch-Schneider, ist der Lohrer Reitersmann auf sieben Seiten mit Episoden vor allem aus seinem Richterleben vertreten. ()

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