Neuhüttener Rat debattiert über Pläne für den Kindergarten

Betreuung: Kommunalpolitikern fehlen Alternativen

Neuhütten
3 Min.

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Wie sollen die Planungen für den Kindergarten weitergehen? Im Gemeinderat gehen die Meinungen auseinander.
Foto: Jochen Kümmel
Zwei­ge­teilt war der Neu­hüt­te­ner Ge­mein­de­rat über die wei­te­ren Pla­nungs­schrit­te für den Kin­der­gar­ten. Ei­ni­gen Ge­mein­de­rä­ten fehl­ten in der Jah­res­ab­schluss­sit­zung am Mon­ta­g­a­bend im Pfar­r­heim die Al­ter­na­ti­ven zu den vor­ge­s­tell­ten Va­ri­an­ten. Ei­ni­ge wa­ren der An­sicht, es wä­re zu viel Zeit für Pla­nung un­ge­nutzt ver­s­tri­chen und man kom­me da­durch jetzt in Zug­zwang.

Rückblick: Vor 14 Tagen hatte Architektin Katja Naumann-Legler vom Architektenbüro Cirillo-Naumann aus Hösbach Umbaupläne für das Dachgeschoss vorgestellt, mit dem der benötigte Platzbedarf für das kommende Kindergartenjahr gedeckt wäre. Konkret sollen ein Mehrzweckraum, eine WC-Anlage und Garderobe umgebaut werden. Eine Stahltreppe soll den Flucht- und Rettungsweg sicherstellen. Die Kosten sind mit etwa 65.000 Euro veranschlagt.

Für Franz Wirzberger ist die Planung nur eine »halbe Lösung«: Er tue sich schwer, weil »nicht klar ist wo die Reise hin geht«, erklärte er. Aus seiner Sicht wäre die Auslagerung einer Gruppe in die alte Schule die »flexiblere und bessere Lösung«. Auch Markus Grimm fand die Schule als Vorschlag nicht schlecht, weil im jetzigen Kindergarten kein Turnraum gebaut und später zurückgebaut werden müsste. Grimm befürchtet, dass in zwei Jahren wieder nachgebessert werden muss, was wiederum Geld kostet. Weiter hätte er sich eine frühzeitigere Beteiligung des Gemeinderats gewünscht.

Britta Karl ging die Befragung der Eltern für den Waldkindergarten zu langsam. Auch war sie der Meinung, man hätte im Vorfeld schon mehrere Möglichkeiten parallel prüfen können. Bürgermeister Steigerwald gab zu bedenken, dass, wenn die Planung nicht zeitnah erfolgt, im September nächsten Jahres keine zusätzlichen Plätze zur Verfügung stehen. Nachdem nicht absehbar ist, wie die Entwicklung ist, befinde sich die Gemeinde in einer Zwickmühle.

»Wenn wir jetzt alle Planungen über den Haufen werfen, weil wir neue Ideen haben, fangen wir wieder von vorne an«, sagte Ingrid Karl. Sie war der Meinung, man müsse in den »sauren Apfel beißen damit alle Kinder, die in den Kindergarten gehen wollen, auch einen Platz bekommen«. Karl glaubt nicht, dass es an der Schule eine »schnelle Lösung für billiges Geld gibt«. Franz Wirzberger regte an, nochmals mit der Architektin zu klären, was in der Schule alles zu tun wäre. Britta Karl bat darum, auch die Containerlösung noch mal zu prüfen.

Steigerwald gab zu bedenken, dass auch in der alten Schule investiert werden müsse. Dass alle Kinder in einem Haus bleiben und Gruppen nicht auseinandergerissen werden, sieht er als Vorteile in der vorgestellten Planung. Im Haushalt seien 100.000 Euro für die Maßnahme eingestellt. Ein Waldkindergarten könnte die benötigte Entlastung schaffen. Über das Interesse soll in Kürze eine Abfrage starten. Ein Neubau ist nach Ansicht des Bürgermeisters in Anbetracht der angespannten Haushaltslage nicht stemmbar.

Nach gut 50 Minuten intensiver Diskussion stellte der Bürgermeister die vorgestellte Planung zur Abstimmung, die mit sieben zu fünf Stimmen angenommen wurde. Christoph Curs stellte danach den Antrag, das Thema Kindergarten sofort wieder auf die Tagesordnung zu setzen, um weitere Planungen auf den Weg zu bringen. Damit soll erreicht werden, dass der Gemeinderat nicht wieder in eine solche Situation kommt, wenn das Platzangebot für die Übergangsgruppe nicht ausreicht.

Gemeinderat in Kürze

Neuhütten. Weitere Punkte behandelte der Gemeinderat Neuhütten in seiner Sitzung:

Hybridsitzungen: Künftig können auch in Neuhütten die Sitzungen des Gemeinderats im Hybridformat stattfinden. In einer Videoschaltung kann, wenn dies beispielsweise pandemiebedingt notwendig ist, der Gemeinderat virtuell zusammenkommen und Beschlüsse fassen. Im Mai sah das Gremium dies noch nicht als notwendig an.

Wasserversorgung: Immer mehr Fehler in den alten Unterlagen über die Verlegung der Wasserleitungen werden aus den Erneuerungen von Schiebern ersichtlich, die kürzlich erfolgt sind. Bereits zwei Mal kam es laut Bürgermeister Steigerwald vor, dass in den Plänen eine größere Leitung eingezeichnet, aber eine kleinere Leitung verbaut war. Für die Überrechnung der Trinkwasserversorgung ist dies allerdings wichtig und von großer Bedeutung.

Datenlogger: Für 10.426 Euro beschaffte die Gemeinde Neuhütten Datenlogger zur Lokalisierung von Leckstellen im Wasserleitungsnetz. Den Auftrag vergab das Gremium an die Firma Ferrum Handel Rhein-Main am 30. November in nichtöffentlicher Sitzung.

Brücke: Die neue Fußgängerbrücke unterhalb vom Landschaftssee ist fertiggestellt worden.

Jahresrückblick: Als schwieriges Jahr bezeichnete Bürgermeister Bernd Steigerwald das zurückliegende Jahr. Die Herausforderungen für die Kommunen würden immer höher, der »Bürokratismus« nehme stetig zu. In den Ämtern und Verwaltungen herrscht laut Steigerwald »völlige Überlastung«. Dies mache sich durch lange Wartezeiten für Entscheidungen bemerkbar, was auch Neuhütten bei der Planung der Trinkwassersanierung zu spüren bekomme. Trotz schwieriger Haushaltslage hätten wieder zahlreiche Projekte in diesem Jahr umgesetzt oder zumindest angestoßen werden können, freute sich Steigerwald. jk

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