Literarisches Trio sucht Gleichgesinnte

Initiative: Autorinnen gründen den Stammtisch »Der Schreibtisch im Spessart« - Erstes Treffen am 12. November in Lohr

Lohr a.Main
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Christine Kunisch (von links), Lydia Gröbner und Anja Büdel schreiben gerne. Für einen Literatenkreis und Stammtisch suchen sie Gleichgesinnte. Noch steht jede einzeln auf ihrer Plattform. Geplant ist eine gemeinsame, zum Beispiel im Internet.
Foto: Monika Büdel
Of­fi­zi­ell ist es bis­lang ein li­tera­ri­sches Trio, das Ge­leich­ge­sinn­te sucht, um ei­nen Stamm­tisch für Hob­by­schrift­s­tel­ler und Pro­fi­au­to­ren zu grün­den. Ziel ist es, sich aus­zu­tau­schen über Ver­öf­f­ent­li­chungs­mög­lich­kei­ten, das ei­ge­ne Sch­rei­ben und sich ge­gen­sei­tig zu in­spi­rie­ren. Ei­nen Na­men für ih­ren Treff ha­ben die In­i­tia­to­rin­nen be­reits: »Der Sch­reib­tisch im Spess­art«.
Geplant ist, einmal im Monat zusammenzukommen, je nach Teilnehmerzahl in einer Gaststätte oder privat. Lydia Gröbner, Christine Kunisch und Anja Büdel haben gestern ihre Idee vorgestellt. Die drei haben bereits Kontakt zu weiteren Interessierten. Christine Kunisch schreibt seit ihrer Jugend und hat Lydia Gröbner ermutigt, Geschichten zu verfassen. Gröbner gab den Anstoß, den Stammtisch zu gründen. Ihre Gemeinsamkeit ist der Spaß am Schreiben. Ihr Geld verdienen sie in anderen Berufen.
Dennoch nehmen sie ihr Hobby ernst: Sie möchten Rückmeldungen von Lesern und ihre Texte mit anderen Autoren diskutieren und sich gegenseitig anregen. »Meine Kinder sind genervt, wenn sie meine Geschichten lesen sollen«, sagt Lydia Gröbner. In Christine Kunisch hat sie eine Gleichgesinnte gefunden. Von ihr akzeptiert sie Kritik.
»Ich möchte mich weiterentwickeln«, begründet Kunisch ihr Interesse am Austausch mit anderen Autoren. Einen professionellen Lektor könne sie sich nicht leisten.
»Ich würde niemals einen Lektor nehmen«, grätscht Anja Büdel ein. Ich lasse mir nicht von jemandem reinreden, der meine Gefühlswelt nicht kennt.« Kunisch könnte sich ein fachlich fundiertes Feedback vorstellen. »Man muss ja nicht alles übernehmen.«
Büdel hat als Einzige von den Dreien bereits ein Buch veröffentlicht. Es ist beim Windsor-Verlag erschienen. Bei dem sogenannten Self-Publishing-Verlag können Autoren ihre Bücher herausbringen, wenn sie dafür zahlen. Anja Büdel versteht sich nicht als Hobbyautorin. »Ich bin Schriftstellerin. Für mich ist das Berufung. Wenn ich schreibe, vergesse ich zu essen. Und wenn du Geld hingelegt hast, musst du Leistung bringen, dass du's wieder reinholst. Es bringt nichts, wenn du ein Buch rausbringst und kümmerst dich dann nicht darum.«
Für Gröbner und Kunisch steht eine Buchveröffentlichung nicht im Vordergrund. Publikationsmöglichkeiten können aber Thema beim Stammtisch sein. Die beiden können sich das Veröffentlichen im Internet - beispielsweise auf einer gemeinsamen Homepage - vorstellen. Von Kunisch war eine Geschichte bereits bei Neobooks.com im Internet erschienen. Sie hatte an einem Wettbewerb der Plattform teilgenommen. Hinter Neobooks steht die Verlagsgruppe Droemer Knaur. Außerdem erschien ein Text Kunischs in einer Anthologie (Sammlung).
Wer eine Geschichte noch bei einem Wettbewerb oder Verlag anbringen möchte, sollte diese aber nicht vorher ins Netz stellen.
Der Name »Der Schreibtisch im Spessart« ist abgeleitet vom »Wirtshaus im Spessart«, erklärt die Initiatorin Lydia Gröbner. Entscheidend ist nicht der Spessart als Handlungsort in den Texten der Schriftsteller. Es geht darum, Menschen anzusprechen, die Lust am Schreiben haben und im Main-Spessart-Kreis leben.
Weil Schreiben eine einsame Angelegenheit ist, wollen die Autorinnen raus aus den eigenen vier Wänden, sich gegenseitig unterstützen, motivieren und Erfahrungen austauschen. Auch, wer noch vorhat, unter die Schreiberlinge zu gehen, kann zum Stammtisch kommen. Es gibt keine Festlegung auf ein Genre, keinen Schreibdruck oder zeitliche Vorgaben. »Wir haben keinen Chef und keine Zensur«, sagt Gröbner.
Die Gründerinnen stellen sich neben dem Stammtisch noch andere gemeinsame Auftritte vor: Lesungen und eine Internetplattform. Der Weg in die Öffentlichkeit soll geebnet werden.
Monika Büdel
bDas erste Treffen ist am Dienstag, 12. November, um 19 Uhr im Weinhaus Mehling in Lohr. Kontakt über E-Mail Der-Schreibtisch-im-Spessart@t-online.de.
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