Lebensqualität durch Beziehung

Welt-Autismus-Tag: Förderverein will Betroffenen und Angehörigen helfen - Positive Effekte durch Alpakas

Main-Spessart
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Renate May (links) und Marie Anna Uschwa, beide Mütter mit autistischen Söhnen, engagieren sich seit einem Jahr für den Förderverein »Menschen und Autismus – Lebensqualität durch Beziehung«.
Foto: Pat Christ
Neue Pfa­de zur Un­ter­stüt­zung au­tis­ti­scher Men­schen zu bah­nen, das hat sich der För­der­ve­r­ein »Men­schen und Au­tis­mus - Le­bens­qua­li­tät durch Be­zie­hung« zum Ziel ge­setzt. Im Herbst 2011 wur­de er ge­grün­det. Ihm ge­hö­ren Mit­g­lie­der aus der ge­sam­ten Re­gi­on Würz­burg an.
In einem der ersten Projekte sollen Männer und Frauen mit einer autistischen Störung Begegnungen mit Lamas und Alpakas zu ermöglicht werden, informiert der Verein anlässlich des Welt-Autismus-Tages am 2. April.
Ruhe und Gelassenheit
Vor einem Jahr reiste das Gründerehepaar Rainer und Marie Anna Uschwa nach Chamerau in den bayerischen Wald, um den Alpakahof von Josef und Susanne Gigler zu besuchen. Beide waren sofort angetan von den exotisch wirkenden Tieren. »Sie strahlen eine solche Ruhe und Gelassenheit aus«, so Marie Anna Uschwa.
Das tut Menschen mit Autismus gut, wie sich wenige Monate später zeigte, als drei Besucher der nahe gelegenen Tagesstätte für Autismus in Waldenbach, darunter der 41 Jahre alte Sohn des Ehepaars, einen Ausflug auf den Alpaka-Hof machten. Die Kooperation soll fortgeführt werden, weitere Partner in Unterfranken werden gesucht.
Von hundert Menschen weist im Schnitt mindestens einer eine autistische Störung auf. Trotz dieser hohen Zahl gibt es noch zu wenige Angebote. Der 24 Jahre alte Johannes, Sohn von Fördervereinsmitglied Renate May aus Retzstadt, muss zum Beispiel täglich von Main-Spessart in die unterfrankenweit einzige Tagesförderstätte für autistische Menschen nach Aschaffenburg fahren.
Noch schwieriger ist es May zufolge, Freizeitangebote zu finden: »Das Problem wird drängender, da es immer mehr alleinerziehende Eltern mit einem autistischen Kind gibt.« Die hätten nicht die Kraft, sich auch noch am Wochenende intensiv um den Sohn oder die Tochter zu kümmern.
Über Sponsoren, Fördervereinsmitglieder und Zustifter versuchen das Ehepaar Uschwa und Renate May, Gelder für den Aufbau eines Pools an Freizeitassistenten für Menschen mit Autismus zu finden. Gegen eine Aufwandsentschädigung sollen diese künftig Eltern und Einrichtungen zur Verfügung stehen.
Bezugsperson ist wichtig
Autistische Menschen brauchen in fremder Umgebung, also in einem Restaurant, bei jedem Ausflug, im Café oder in der Disco, eine persönliche Bezugsperson, erklärt Marie Anna Uschwa. Angesichts knapper Kassen sei das jedoch für Heime nicht realisierbar: »In der Heimgruppe unseres Sohnes leben neun Menschen. Am Wochenende gibt es jedoch nur drei Betreuer.«
Kommen Menschen mit Autismus nicht vor die Türe, können sich die Symptome verschlimmern. Umgekehrt wirken laut Uschwa gute Beziehungen zu Menschen wie zu Tieren ausgleichend. Aggressionen aufgrund innerer Spannungen werden dadurch abgebaut. Erprobt werden soll dies auch durch eine Kooperation mit einem Lama-Hof in der Rhön.
Pionierarbeit im Bereich Weiterbildung will der Verein heuer mit einem ersten Kurs für künftige Freizeitassistenten leisten. Die werden von Erzieherin und Heilpädagogin Marie Anna Uschwa lernen, mit den oft bizarren Verhaltensweisen autistischer Menschen gut umzugehen. Pat Christ
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