Leben im intramontanen Becken

Vortrag: Jürgen Jung referiert vor rund 100 Zuhörern in Frammersbach über die Entstehung des Spessarts

Frammersbach
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225 Millionen Jahre zurück, zur geologischen Entstehung des Spessarts, führte Referent Jürgen Jung die rund 100 Zuhörer beim vierten von neun Vorträgen in der Reihe zur urkundlichen Ersterwähnung Frammersbach vor 700 Jahren.
Foto: Annette Helfmann
Um meh­re­re Hun­dert Mil­lio­nen Jah­re zu­rück dreh­te Re­fe­rent Jür­gen Jung die geo­lo­gi­sche Uhr beim Vor­trag »Vom Wer­den des Spessarts, na­tur­rä­um­li­che Grund­la­gen« am Don­ners­tag vor rund 100 Zu­hö­rern. Es war der vier­te Vor­trag der ne­un­tei­li­gen Vor­trags­rei­he zum Ge­mein­de­ju­bi­läum.

»Ein paar Jahrmillionen rauf oder runter spielen keine Rolle«, machte Jung zu Beginn deutlich, dass die geologische Geschichtsschreibung in sehr langen Zeiträumen denkt.
Kurzweilig und informativ vermittelte er fundiertes Fachwissen rund um Ablagerungen, Abtragungen, Tektonik, Sedimentgestein, dem Tertiärmeer vor den Toren Aschaffenburgs vor rund 225 Millionen Jahren und dem intramontanen Becken (Anm. d. Red.: beckenartige Verebnung innerhalb eines Gebirges, oft an einen Flusslauf gebunden), das sich durch die tropische Vergangenheit des Spessarts gebildet hat, in dem Frammersbach ruht.
Die morphologische Reliefentwicklung des intramontanen Beckens ist im Spessart eine Besonderheit, stellte Jung heraus. Der Beckencharakter ist im Wesentlichen durch die exponierten Höhenzüge erkennbar, die das Gebiet einrahmen.
Vergleich mit Treppensystem
Jung verglich die heutige Mittelgebirgslandschaft des Spessarts mit einem Treppensystem. »Der Spessart ist ein Höhenrückensystem, gegliedert durch Flüsse, die dazwischen liegen«, beschrieb Jung den Ist-Zustand. Entsprechend logisch seien die früheren Spessartbewohner vorgegangen, als sie die Wege, die den Spessart queren, entlang der Höhenrücken führten, sagte Jung am Beispiel des Eselswegs.
Landschaften sind entstanden durch Ablagerungen und Abtragungen im Laufe der Jahrmillionen.
Dazu kommen Verschiebungen im Boden, verursacht durch Brüche, die zu einem »Steigen« der Landschaft führen. Letzteres nennt man Tektonik.
In den Jahrmillionen wechselten sich im Spessart tropisches Klima und eine Eiszeit ab. Wobei der Spessart immer eisfrei gewesen sei, berichtete Jung.
Der Geowissenschaftler erklärte, dass der rote Buntsandstein im Spessart seine Farbe dem im Gestein enthaltenen Eisenoxid verdankt und der Boden im Spessart durch diese Eisenverbindung vor vielen Millionen Jahren »vielleicht ähnlich aussah wie in Tansania«. Eine Besonderheit des Buntsandsteins sei, dass er nahezu fossilienfrei sei, informierte Jung. Im Anschluss an seinen etwa einstündigen Vortrag nutzten Zuhörer die Gelegenheit für Fragen.
Annette Helfmann

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