Kosmopolitisches Musikflair in Karlstadt

Dreitägige Konzertreihe »Musik in Historischen Häusern und Höfen« bringt renommierte Künstler auf die Bühne

Karlstadt
2 Min.

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»Norwegens phänomenale Stimme« Rebekka Bakken in Karlstadt - ein gelungener Auftakt zum 30. Geburtstag der beliebten Kulturreihe »Musik in Historischen Häusern und Höfen« in Karlstadt. Foto: Sylvia Schubart-Arand
Foto: Sylvia Schubart-Arand
Endlich wieder Kultur - und die Stadt als Veranstalter setzte alles daran, den 30. Geburtstag der beliebten jährlichen Kulturreihe »Musik in Historischen Häusern und Höfen« in einem besonderen Rahmen zu feiern - wegen der Corona-Pandemie um ein Jahr verschoben. An drei Tagen hintereinander traten internationale und national anerkannte Künstler auf, die unterschiedlicher nicht sein konnten.

Der Kirchplatz neben St. Andreas erwies sich als ideal für eine große Bühne, mit dem ehemaligen Schulgebäude im Hintergrund, eingerahmt von zwei Gassen mit städtischen Holzbuden zur Verpflegung der Zuhörer. Das Publikum fand dank der dynamischen Bestuhlung mehr Platz als etwa in einem der Innenhöfe oder Gärten der historischen Häuser.

Bürgermeister Michael Hombach verwies darauf, dass zu großen Geburtstagen der Kulturreihe auch große Locations - wie vor fünf Jahren die Karlsburg - sowie renommierte internationale Gästen gewählt werden.

Außerordentliche Stimmen

Das erste Konzert gab »Norwegens phänomenale Stimme« Rebekka Bakken mit ihren begeisternden Begleitmusikern Ola Gustaffson (Gitarre), Rone Arnesen (Drums), Svein Schultz (Bass) und Jorn Øien (Klavier und Orgel).

In der untergehenden Sonne setzte die Künstlerin, die in unserer Region bereits Fans beim Würzburger Hafensommer und beim Kissinger Winterzauber für sich gewonnen hatte, schon bald ihre Sonnenbrille ab, suchte den Augenkontakt. Sie fing ihr Publikum charmant ein, nicht nur mit dem Bekenntnis, keinen grünen Tee zu mögen aber umso mehr den fränkischen Müller-Thurgau.

Vollends überzeugte die Kosmopolitin zum Konzertende mit dem schönen Lied »Traurig« des verstorbenen österreichischen Liedermachers Ludwig Hirsch in einem sprachlichen Mix aus Österreichisch und Deutsch mit weichem norwegischen Akzent.

Die Band freute sich über den vom Bürgermeister überreichten Korb mit Stadtwein, bedankte sich mit Zugaben - und ließ es sich auch nicht nehmen, den Weg zum Hotel durch die Altstadtstraßen zu Fuß anzutreten.

Aber auch Deutschland hat außerordentliche Stimmen zu bieten: Sicherlich gehört dazu der Jazz- und Soulsänger Jeff Cascaro aus dem Ruhrpott, der den zweiten Abend bestritt. Mit feinstem Jazz und Soul ließ er seine Stimme auch mal lässig wie ein Instrument klingen. Auf dem Plakaten stand zwar nur der Name des Sängers - sein Trio war ihm mindestens ebenbürtig: der Pianist Olaf Polziehn, Professor für Klavier in Graz, der auch schon mal Top Jazzern wie Till Brönner oder Jasmin Tabatabai begleitet hat, Basslegende Christian von Kaphengst aus Berlin, der die Platten von Cascaro produziert und der Holländer Hans Egger am Schlagzeug.

Songs für Herz und Seele

Cascaro ist Sänger, Interpret und Komponist und nannte drei Kategorien von Songs - solche die man nachsingt, andere die man vielleicht nachsingen könnte und jene, bei denen man das erst gar nicht versuchen sollte. Genau das tat er sehr gekonnt mit seiner sonoren, variantenreichen Stimme, etwa beim »Inner City Blues« von Marvin Gaye.

Am dritten und letzten Abend schien das Wetter erst einen Strich durch die Rechnung zu machen, aber Markus Rill & The Troublemakers erwischten bei ihren Auftritt ein Regenloch und trotz kühler Temperaturen gelang es den Künstlern, die Besucher mitzureißen. Manchen »Karschtern« mag Rill bislang nur als Journalist bekannt sein - nun bekamen sie erstmals seine musikalische Seite zu hören. Der gebürtige Frankfurter und in Goldbach aufgewachsene American-Singer-Songwriter freute sich, endlich mal wieder mit der kompletten Band (Maik Garthe - Gitarre, Gesang; Jo Böhm - Bass; Daniel Feldmeier - Drums; Jan Reinelt - Keyboards; Dirk Rumig - Sax) aufzutreten und hatte eigens für diesen Gig Sängerin Elizabeth Lee aus Texas mit auf der Bühne. Rills Raspelstimme, die unter die Haut geht und Songs, die Seele, Herz und Verstand berühren - und das bei allen Generationen. Ein schöner musikalischer Abschluss.

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