Rieneck: Jubliläumsüberzug für kleine Narren

Fastnacht: IG Brauchtum und Kultur Rieneck übergibt Sonderausgabe des Kostüms an die Grundschule

Rieneck
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Die Grundschulkinder freuen sich über ihre Jubiläumsüberzüge - gemeinsam mit (von links) Schulleiter Michael Bäuerlein, Olga Polinski (Kassenwartin IG Brauchtum und Kultur), dritte Bürgermeisterin Christina Neuf und Andreas Czerny (Vorsitzender IG Brauchtum und Kultur). Foto: Karl-Heinz Wiesenfelder
Foto: Karl-Heinz Wiesenfelder
Fasching wurde in Rieneck schon immer groß geschrieben, wie dieses historische Foto belegt. Foto: IG Brauchtum und Kultur Rieneck
Foto: IG Brauchtum, Kultur Rieneck
An­läss­lich des Ju­bi­läums 500 Jah­re Riene­cker Fa­se­nacht hat die IG Brauch­tum und Kul­tur Rieneck mit dem Ju­b­liäums­über­zug ein Ko­s­tüm der be­son­de­ren Art ent­wor­fen. Nun gibt es die ro­ten und blau­en Über­zü­ge auch für Kin­der. Die ers­ten Ex­em­pla­re über­gab der Ve­r­ein in der Grund­schu­le Rieneck Schul­lei­ter Mi­cha­el Bäu­er­lein.

Die Rienecker haben eine Fasenachtstradition, die im Landkreis Main-Spessart und darüber hinaus ihresgleichen sucht. Bereits vor 501 Jahren soll Graf Eberhard von Rieneck seine Bürger dazu aufgerufen haben, die Fasenacht angemessen zu feiern. Das 500. Jubiläum wollten die Rienecker im vergangenen Jahr deshalb eigentlich mit einem ganz besonderen Faschingszug feiern: In der Faschingshochburg war ein großer historischer Fasenachtsumzug mit Herolden und aufwendigen, selbstgeschnitzten Narrenmasken wie vor über 500 Jahren geplant.

Doch Corona machte der langen Planung leider einen Strich durch die Rechnung. »Ich bin aber optimistisch, dass wir die Feierlichkeiten im nächsten Jahr endlich nachholen können«, sagt Andreas Czerny, Vorsitzender der IG Brauchtum und Kultur Rieneck. Auch wenn der Jubiläumsumzug in diesem Jahr aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie wieder nicht nachgeholt werden konnte, ließ der Verein zumindest eine Aktivität bereits anlaufen. So entwarf Martina Czerny einen »Jubliläumsüberzug«.

Die Tradition des Rienecker Überzugs reicht zwar nicht bis in die Zeit der Rienecker Grafen zurück, aber zumindest bis weit ins 19. Jahrhundert. Die Narren zogen damals ihre Bettüberzüge über, um als Geister von Haus zu Haus zu ziehen. Seitdem ist der Überzug fester Bestandteil der Rienecker Fasenacht. Mit der Zeit kamen Masken und Verzierungen zu der Verkleidung hinzu.

Um diese Tradition wieder aufleben zu lassen, gibt es seit letztem Jahr den Jubiläumsüberzug für Erwachsene zu kaufen. Nun bietet die IG Brauchtum und Kultur das besondere Kostüm auch für Kinder an. Zu diesem Anlass haben IG-Vorsitzender Andreas Czerny, dritte Bürgermeisterin Christina Neuf und IG-Kassenwartin Olga Polinski mehrere Packungen der Kostüme in Kindergrößen an den Schulleiter Michael Bäuerlein in der Grundschule Rieneck übergeben. Passend dazu war im Schulhaus eine Bildergalerie mit historischen Fotos von Fasenachtsumzügen in Rieneck zu sehen.

Einige Schülerinnen und Schüler durften die blau und rot karierten Kostüme gleich anprobieren und waren davon begeistert. »Am liebsten hätten sie die Überzüge gleich angelassen und Fasching gefeiert«, sagte Czerny über die gelungene Aktion. Für die Kinder-Verkleidung hat die IG eine Föderung im Rahmen des Projekts »Unterstützung Bürgerengagement« durch die Lokale Aktionsgruppe Spessart (LAG) erhalten. Diese ermöglicht einen sehr günstigen Verkaufspreis.

Ob und in welcher Form bis zum Faschingsdienstag am 1. März närrisches Treiben erlaubt sein wird, bleibt abzuwarten. Der Verein gibt sich jedoch optimistisch, das bis dorthin zumindest einige kleinere Veranstaltungen im Freien möglich sein werden, damit die Rienecker Narren endlich einen Anlass haben, ihren Jubiläumsüberzug zu tragen. Czerny: »Ein bisschen Narretei wird vielleicht möglich sein, und mit den Jubiläumsüberzügen werden Jung und Alt Werbung für den historischen Festzug der Narren und ihrem 500. Geburtstag machen, der hoffentlich nächstes Jahr endlich stattfinden kann.«

Hintergrund: Rienecker Göikel

Leute aus anderen Ortschaften nennen die Rienecker neckisch "Göikel" oder "Göügel". Dieser Spitzname ist auf eine Anekdote aus dem Fasenachtstreiben des Jahres 1521 zurückzuführen: Das Herrschaftswappen der Grafen von Rieneck zierte seit Alters her ein Schwan. Der Baron Fritz von Thüngen soll jedoch damals das stolze Wappentier als Gockel verunglimpft und dies mit Kikeriki-Rufen untermalt haben. Daher werden die Rienecker "Göikel", also "Gockel", genannt. phl

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