Immer noch voller Ideen

75. Geburtstag: Josef Harth, ehemaliger geschäftsleitender Beamter der Stadt Lohr, feiert im engsten Familienkreis

Lohr a.Main
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Josef Harth kurz vor dem 75. Geburtstag mit einem seiner Schnitzwerke. Foto: Weislogel
Foto: Günter Weislogel
Josef Harth in jungen Jahren. Repro: Harth/wl
Foto: Repro Harth/wl
Hei­mat­ge­schich­te be­g­lei­tet ihn seit Jahr­zehn­ten und auch in der Zu­kunft: Ver­wal­tung­samts­rat i. R. Jo­sef Harth, der am Neu­jahrs­tag 75 wird.

Er will weiterhin ehrenamtlich im Archiv der Stadt Lohr sowie daheim am PC an historischen Themen arbeiten und sich als 2. Vorsitzender dem Lohrer Geschichtsverein 2022 erneut zur Verfügung stellen, falls die Mitglieder ihn im Frühjahr wieder wählen sollten.

Es geht ihm »so weit gut«, versicherte er in diesen Tagen. Der Jubilar stand 47 Jahre im öffentlichen Dienst und wirkte zuletzt von 1987 bis 2. Januar 2011 unter drei Bürgermeistern als geschäftsleitender Beamter der Stadt Lohr. Am längsten unter Siegfried Selinger (1990 bis 2008). Altbürgermeister Selinger (SPD) erinnert sich: »Er war einer der Alten, die sich immer für die Stadt zuständig gefühlt haben. Er hat sich um vieles gekümmert.«

Ehrenamtlich im Archiv tätig

Seit fast zwei Jahren ist er aber durch die coronabedingten Einschränkungen ausgebremst. Zum 75. Geburtstag wird es nur ein gemeinsames Essen im engsten Familienkreis geben. »Die Feier heb' ich mir für den 80. auf«, sagt Harth, der noch gern und viel unterwegs wäre. Aber die Urlaubsaussichten sind in diesem Winter nicht gut. Vorträge sind gestrichen und Dutzende Führungen, die Harth und seine Frau mit Gästen zu Fuß in Lohr oder mit Busladungen von Touristen alljährlich durch den Spessart machen, fallen auch wegen der Pandemie ins Wasser.

Wie seit elf Jahren geht Harth jeden Donnerstagvormittag ins Rathaus, um ehrenamtlich im Archiv der Stadt zu arbeiten, zu recherchieren und Anfragen zu beantworten. Die Leitung des Stadtarchivs wird aber jetzt eine hauptamtliche Kraft übernehmen.

Daheim sitzt Harth stundenlang vor dem Computer und schreibt und schreibt. Bis auf dieses Jahr steckte er viel Arbeit in die Jahrbücher des Lohrer Geschichtsvereins, als dessen 2. Vorsitzender er seit 2003 fungiert. Er war der Vater dieses Jahrbuchs.

Im neuen Jahr soll aber nun endlich sein auf 350 Seiten angewachsenes Lohrer Häuserbuch herauskommen. Er feilt noch an letzten Feinheiten der Sammlung. Und er hofft wieder auf Stadtführungen. An einer Neuauflage seines gedruckten Stadtführers aber scheint derzeit kein Bedarf zu bestehen. Veranstaltungen und Treffen fielen und fallen aus oder werden verschoben. Vielleicht auch eine Gelegenheit für Harth, wieder ein Stück an seiner Ahnenforschung zu arbeiten und ein Erinnerungsbuch für seine Familie zu Papier zu bringen. Und Fragen zu klären wie: »Woher kommt der Name Ottenhof?«

Am liebsten würde er den wöchentlichen Mal- und Zeichenkurs wieder aufleben lassen, den er so gerne besuchte und den er seit einiger Zeit vermisst. Ebenfalls nicht verzichten möchte er auf den Schnitzkurs, der ihn seit 18 Jahren nach Oberammergau lockt. In den Hintergrund getreten ist bei seinen Hobbys in den vergangenen Jahren das Fotografieren. Dafür ist er öfter mit seinem jüngsten Enkel unterwegs. Harth und seine Frau, die vor drei Jahren goldene Hochzeit feierten, haben zwei Töchter und drei Enkel. Und sie kümmern sich unter anderem liebevoll um ihre Orchideen.

Gebürtiger Schollbrunner

In Schollbrunn im Südspessart geboren, ist der Beamtensohn in Lohr aufgewachsen. Josef Harth wollte ursprünglich Architekt werden. Seine Lehrjahre verbrachte er im Lohrer Landratsamt im Schloss. An der nächsten Station, in Alzenau, lernte er seine Frau Helga kennen. 1968 heirateten sie und bauten später ihr Eigenheim am Romberg in Sendelbach. 1969 trat Harth in die Dienste der Stadt Lohr ein. In der Bauabteilung war er zunächst zuständig für den Grundstücksverkehr. Anschließend übernahm er die Personalabteilung und später die Verwaltung der Kindergärten und Turnhallen. Über 30 Jahre fungierte er zugleich als Standesbeamter. 1982 wurde er Stellvertreter und 1987 Nachfolger des geschäftsleitenden Beamten Paul Burkhardt.

Der Diplom-Verwaltungswirt beschäftigte sich mit der Stadthalle, lehrte nebenbei an der Bayerischen Verwaltungsfachschule und berichtete für unsere Zeitung fachkundig aus der Lohrer Umgebung. Davon profitierte er auch bei seiner Tätigkeit als Pressesprecher und Öffentlichkeitsarbeiter der Stadt.

Früh engagierte sich Josef Harth für den Naturschutz, etwa in den 70er-Jahren als Jugendleiter und Kreisvorsitzender im Landesbund für Vogelschutz und als Mitglied im Naturschutzbeirat des Landkreises.

Beim Lohrer Spessartverein hat er die Satzung überarbeitet, aber nach zweieinhalb Jahren seinen Abschied vom Vorsitz genommen. Für ihn, der noch voller Ideen steckt, gab und gibt es genug Anderes zu tun.

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