Bernd Rützel und Fachleute: Hoher Bedarf an Jugendsozialarbeitern im Kreis

Bildung

Main-Spessart
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Der SPD-Bundestagsabgeordnete Bernd Rützel spricht in einer Online-Diskussion mit Fachvertretern über das Thema der steigenden Nachfrage nach Jugendsozialarbeitern an Schulen in Main-Spessart.
Foto: Frank Zagel
Mob­bing, Be­lei­di­gun­gen, Kon­f­lik­te un­ter Schü­l­ern und zu­neh­men­des Cy­ber-Mob­bing: An­ge­sichts die­ser Pro­b­le­ma­ti­ken nimmt die Ju­gend­so­zial­ar­beit (Jas) an Schu­len ei­nen zu­neh­mend wich­ti­gen Platz in der Ge­sell­schaft ein. Aus die­sem Grund hat­te der SPD-Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Bernd Rüt­zel zu ei­ner On­li­ne-Dis­kus­si­on zum The­ma »Kein Kind zu­rücklas­sen« ein­ge­la­den.

Vor allem die Frage nach dem steigenden Bedarf an Sozialarbeitern, deren Aufgabengebieten und der Finanzierung wollte Rützel nachgehen. Die Fachleute in der Runde: Sarah Krüger, Jugendsozialarbeiterin an der Gemündener Mittelschule, berichtete von ihrem Alltag; Keoma Lambinus (Caritas) und Florian Schüßler (Rotes Kreuz) gaben als örtliche Träger der Jas einen Einblick in Finanzierung und Bedarf an Main-Spessarts Schulen. Pro Stelle müssten die Träger trotz Gegenfinanzierung durch Landkreis und Freistaat etwa zehn Prozent selbst beisteuern, äußerte beispielsweise Lambinus.

Ebenso zugegen war die SPD-Kreisrätin und stellvertretende Landrätin Pamela Nembach, die angab, dass an mittlerweile 17 Standorten in Main-Spessart Jugendsozialarbeiter an Schulen eingesetzt würden. Der Bedarf an Grund-, Mittel-, und Berufsschulen sei deutlich höher als an Gymnasien, so die Lehrerin. »Das Verhältnis zu Sozialpädagogen ist mehr von Vertrauen geprägt als zu uns Lehrern«, berichtete Nembach aus ihren eigenen beruflichen Erfahrungen: »Ein schulischer Erfolg hat nicht nur damit zu tun, seine Vokabeln zu lernen, sondern auch entspannt in die Schule zu gehen.« Der Landkreis stelle gegenwärtig die Summe von 200.000 Euro zur Finanzierung der Jas bereit. Die Tendenz sei steigend.

Von steigender Nachfrage - mitbedingt durch die Corona-Pandemie - sprach auch Krüger: »Der Bedarf ist bei Weitem nicht abgedeckt.« Krüger gab Beispiele von erhöhtem Aufklärungsbedarf zu den unterschiedlichsten Themen der Schüler und einer sich erst langsam aufbauende Bindung aus ihrem Arbeitsalltag an. Oftmals meldeten sich Eltern, deren Kinder die Schule nicht mehr besuchen wollen. Auch das Jugendamt vermittele individuell Schüler an sie. Die Jugendsozialarbeiterin sieht ihre Tätigkeit als Bindeglied zu den Lehrern. Über allem stehe jedoch die Schweigepflicht und die freiwillige Bereitschaft des Schülers, ein Gesprächsangebot anzunehmen.

Florian Schüßler wünschte sich als Träger eine größere Entlastung durch die Kommunen und möchte, genauso wie Keoma Lambinus von der Caritas, die »sehr wichtige Arbeit« der Jas an den Schulen im Kreis weiter ausbauen. »Jeder investierte Euro macht sich bei dieser Arbeit bezahlt, wir müssen an der Finanzierung dranbleiben«, sagte abschließend Bernd Rützel. »Wenn wir die Leistungen am Menschen mehr wertschätzen, können wir auch deren Leben verbessern«, erklärte er.

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