»Handwerk muss gestärkt werden«

Stimmkreis Main-Spessart:Peter Sander ist FDP-Direktkandidat

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Kandidat der FDP für die Landtagswahl 2018 Peter Sander - hat im Rahmen seines Lehramtsstudiums Musik studiert. Der 42-Jährige spielt Trompete bei Swinging Lohr und Flügelhorn bei der Wombacher Blasmusik. In seinem Lohrer Stammcafé Rosenkranz gönnen er und seine Frau sich ab und zu eine Auszeit. Foto: Petra Reith Bildunterschrift 2018-09-19 --> FDP-Kandidat Peter Sander hat im Rahmen seines Lehramtsstudiums Musik studiert. Der 42-Jährige spielt Trompete bei Swinging Lohr und Flügelhorn bei der Wombacher
Blasmusik. Unser Foto zeigt ihn in seinem Lohrer Stammcafé Rosenkranz, wo er und seine Frau sich ab und zu eine Auszeit gönnen. Foto: Petra Reith Bildunterschrift 2018-09-19 --> FDP-Kandidat Peter Sander hat im Rahmen seines Lehramtsstudiums Musik studiert. Der 42-Jährige spielt Trompete bei Swinging Lohr und Flügelhorn bei der Wombacher Blasmusik. Unser Foto zeigt ihn in seinem Lohrer Stammcafé Rosenkranz, wo er und seine Frau sich ab und zu eine Auszeit gönnen. Foto: Petra Reith Bildunterschrift 2018-09-20 --> FDP-Kandidat Peter Sander hat im Rahmen seines Lehramtsstudiums Musik studiert. Der 42-Jährige spielt Trompete bei Swinging Lohr und Flügelhorn bei der Wombacher Blasmusik. Unser Foto zeigt ihn in seinem Lohrer Stammcafé Rosenkranz, wo er und
seine Frau sich ab und zu eine Auszeit gönnen. Foto: Petra Reith
Foto: Petra Reith
Pe­ter San­der hat nicht nur in Zei­ten des Wahl­kamp­fes ei­nen vol­len Ter­min­ka­len­der: Der 42-Jäh­ri­ge spielt in zwei Mu­sik­com­bos, ist ak­ti­ver Läu­fer bei RV Vik­to­ria Wom­bach, sitzt dem Fonds für Ju­gend­hil­fe und dem FDP-Orts­ver­band in Lohr vor und hat drei Töch­ter.

Zum Interview hat der Liberale sein Flügelhorn als Lieblingsgegenstand mitgenommen. »Ich habe unglaublich viel Spaß, in der Wombacher Blasmusik zu spielen. Das ist eine richtig eingeschworene Gemeinschaft von Musikern zwischen 16 und 80 Jahren«, sagt er. Nun möchte er sich auch in der Landespolitik Gehör verschaffen.

Herr Sander, warum haben Sie sich das Café Rosenkranz in Lohr als Ihren Lieblingsort ausgesucht?

Es ist mein Stammcafé, wo ich mit meiner Frau regelmäßig hingehe, wenn die Kinder in der Musikschule sind. Das ist eine Auszeit für meine Frau und mich. Es ist in der Lohrer Innenstadt gelegen, die ich wirklich schön finde.

Warum wären Sie ein guter Landtagsabgeordneter?

Weil meine Partei beste Bildung im Parteiprogramm festgeschrieben hat und ich als Konrektor prädestiniert dafür bin. Ich möchte mich auch dafür einsetzen, dass Main-Spessart als ländlicher Raum gestärkt wird. Ich bin davon überzeugt, dass die FDP mittlerweile die einzige Partei ist, die noch die bürgerliche Mitte vertritt.

Was ist für Sie das drängendste Thema im Stimmkreis Main-Spessart und was werden Sie dafür tun?

Das ist, wie gesagt, die Stärkung des ländlichen Raumes. Dazu gehört für mich ein hochleistungsfähiges Netz. Breitband muss flächendeckend ausgebaut werden. In Waldzell kann man bis heute nicht mit dem Handy telefonieren. Ich möchte mich außerdem für eine Entbürokratisierung einsetzen, damit der Mittelstand entlastet wird. Der ländliche Raum darf nicht nur in Zentren wie Lohr und Marktheidenfeld gestärkt werden, sondern auch im Sinntal. Das möchte ich erreichen, indem ich die Eigeninitiativen, die Allianzen und die Bürgerbeteiligungen unterstütze und die politischen Rahmenbedingungen dafür einführe. Ein Beispiel ist der Wiesenfelder Dorfladen. Das ist alles Eigeninitiative, die ungemein zur Stärkung der Ortschaft beiträgt. So etwas finde ich gut, weil ich denke, dass die Leute vor Ort die besten Lösungen bieten können.

Welches soziale Problem im Freistaat werden Sie im neuen Landtag zuerst angehen?

Das ist natürlich die Stär?kung des Handwerks. Wir müssen in der Bildungspolitik weg vom Akademisierungswahn und das duale System viel mehr fördern. Das, was wir bei Studenten machen, beispielsweise ein kostenloses Studium anbieten, müssen wir aufs Handwerk übertragen. Sprich: Fortbildungen auf IHK-Ebene, und Meisterausbildungen müssen kostenlos sein. Wir brauchen ein Azubiticket analog dem Studententicket. Die Stärkung aller Schularten, nicht nur des Gymnasiums, ist mir persönlich sehr wichtig. Bayern hat das Problem, dass der Bildungserfolg vom Geldbeutel der Eltern abhängt. In dem Bereich ist Bayern negative Nummer Eins.

Wer im Handwerk oder in der Industrie tätig ist, muss für sämtliche Fortbildungen tief in die Tasche greifen. Bei der Begabtenförderung im Handwerk liegt man bei 50 Millionen, im akademischen Bereich bei über 200 Millionen Euro.

Mit welchem Konzept wollen Sie die Infrastruktur auf dem Land verbessern?

Der Öffentliche Personennahverkehr muss verbessert werden. Dazu brauchen wir interkommunale Zusammenarbeit. Wir brauchen Ortsumgehungen, etwa in Lohr den Anschluss an die A 3 an Hafenlohr vorbei. Und wir brauchen wieder eine Stärkung der Schiene. Ein heißes Thema ist auch die B 26 n, wobei ich mich klar positioniere, dass wir unbedingt die B 26 n bis Helmstadt brauchen. Ich bin aber auch der Meinung, dass der Zubringer von Lohr nicht nötig ist, wenn die bestehenden Straßen mit Ortsumgehungen verbessert werden.

Die Regierung Söder ist ein halbes Jahr im Amt. War das für Sie ein gelungener Start?

Nein. Das Polizeiaufgabengesetz, die Debatte mit dem Kreuz, dieser Kindergarten um »Söder macht's« zwischen SPD und CSU. Für mich wirkt Söder arrogant. Seine Dienstzeit war bisher alles andere als glücklich. Er verwechselt zum Beispiel einen starken Rechtsstaat mit Bevormundung.

Was qualifiziert die FDP als Koalitionspartner der CSU?

Die FDP hat sich klar positioniert, dass sie liberale Inhalte umsetzen will, wenn sie in die Koalition geht. Ich denke, die FDP hat aus der Vergangenheit gelernt, dass sie diesen Schritt nur um des Regierens Willen nicht mehr geht.

Angenommen, Sie werden am 14. Oktober in den Landtag gewählt, inwiefern wird sich Ihr bisheriges Leben verändern?

Als Konrektor wäre ich dann erst mal freigestellt. Es wird eine komplette Neuausrichtung sein.

Boris Dauber
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