Güterverkehr-Lärm stört besonders

Lärmaktionsplan: Aktion des Eisenbahn-Bundesamts bis 30. Juni verlängert - Hohe Beteiligung in Gemünden

Lohr a.Main
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Mit vom Schie­nen­ver­kehr ver­ur­sach­ten Lärm müs­sen Tau­sen­de von Mit­bür­gern in den Tä­lern von Main, Sinn und im Hoch­spess­art le­ben. Kein Wun­der, rol­len lan­ge Gü­ter­zü­ge doch zeit­wei­se im Mi­nu­ten­takt auf den dor­ti­gen Schie­nen­strän­gen.

Im Rahmen der Vorbereitung eines »Lärmaktionsplans« des Eisenbahn-Bundesamts haben die Bürger jetzt erstmals Gelegenheit, ihre individuelle Lärmbelastung übers Internet zu melden (wir berichteten). Diese ursprünglich bis Ende Mai befristete Aktion wurde jetzt bis zum 30. Juni verlängert.
Bis zum Wochenende hatten 160 Bürger aus dem Main-Spessart-Kreis von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, sich auf der elektronischen Beteiligungsplattform www.laermaktionsplanung-schiene.de des Eisenbahnbundesamts anzumelden und dort einen acht Punkte umfassenden Fragebogen auszufüllen und online abzusenden. Wichtig sind exakte Angaben zum genauen Bereich der Bahntrasse (Emissionsort) und zur Lage der Wohnung (Immissionsort). Beide Orte erscheinen dann auf einer skalierbaren, interaktiven Landkarte. Klickt man einen dieser Orte an, öffnet sich ein »Pop-up«-Fenster zum Lesen des jeweils beantworteten Bürgerfragebogens.
Quietschende Bremsen
Betrachtet man die interaktive Karte im Detail, so wird unisono der hohe Lärmpegel des Güterverkehrs beklagt, und dies nicht nur in den Abendstunden und zur Nachtzeit, sondern von mehr als einem Drittel aller Bürger auch tagsüber. Sie haben Schwierigkeiten beim Telefonieren, beim Fernsehen oder beim Plausch auf der Gartenterrasse.
Störquellen sind durchweg ratternde Wagen, quietschende Bremsen, lautes Passieren von Schienenstößen und Weichen sowie dröhnende Brücken. Ins Auge fällt die Häufung von fast 40 Meldungen aus der Kernstadt Gemünden. 40 weitere Bürger beteiligten sich aus den Stadtteilen Schippach, Wernfeld, Langenprozelten und Harrbach.
Zu laute Durchsagen
In einer Rückmeldung ging es auch um zu laute Lautsprecherdurchsagen am Wernfelder Bahnsteig. Karlstadt mit seinen Stadtteilen Karlburg und Laudenbach ist bislang elfmal vertreten, Lohr mit Lindig und Sackenbach 18-mal. Trotz überwiegenden Einsatzes von geräuscharmen Triebwagen beklagt die Hälfte aller Bürger auch die Lärmbelästigung durch den Personenverkehr.
Im Sinntal fällt eine Häufung der Meldungen in Burgsinn auf, während sich in Rieneck offenbar niemand belästigt fühlt. Elf Rückmeldungen liegen vor aus Neuendorf sowie zwei aus Partenstein. Da all diese Meldungen zunächst nur in eine »Betroffenheitsanalyse« fließen, dürften die Kommunalpolitiker gefordert sein: Sie sollten die weitgehend identischen Bürgerbeschwerden sinnvoll bündeln, um sie in politische Initiativen umzusetzen - sonst dürfte die gut gemeinte Bürgerbeteiligung wirkungslos verpuffen: In einer Pressemitteilung des Eisenbahn-Bundesamts heißt es, dass der Lärmaktionsplan ab 2018 im Fünfjahresturnus zwar immer wieder aktualisiert wird, eine Berücksichtigung der vorgebrachten Bürgerwünsche »wegen des Umfangs im Detail nicht möglich sei.«
Allenfalls die »freiwillige Lärmsanierung«, für die der Bund in den vergangenen eineinhalb Jahrzehnten rund eine Milliarde Euro zur Verfügung gestellt habe, »könne um Maßnahmen aufgrund von Bürgervorschlägen ergänzt werden.«

Fragebogen Lärmbelastung

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