Grüne erinnern an Super-GAU vor 35 Jahren

Tschernobyl: Reaktor explodierte am 26. April

MAIN-SPESSART
2 Min.

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Die Kreis-Grü­nen er­in­nern in ei­ner Pres­se­mit­tei­lung an den Su­per-GAU von Tscher­no­byl, der sich an die­sem Mon­tag, 26. April zum 35. Mal jährt. Bis heu­te sei­en die ge­sund­heit­li­chen und wirt­schaft­li­chen Fol­gen in der Re­gi­on im­mens.

Damals zogen über Wochen und Monate immer neue radioaktive Wolken aus Tschernobyl über Europa auch nach Deutschland. Örtlich seien in Südbayern auch heute noch Wild und Pilze hoch belastet, schreiben die Main-Spessarter Grünen.

Deren Kreisvorsitzender Gerhard Kraft bezeichnet die Nuklearkatastrophe von Tschernobyl im Jahre 1986 als »den größten Super-GAU in der unrühmlichen Geschichte der Atomkraft, deren Gefahren immer heruntergespielt wurden«. In der Ukraine und den sie umgebenden Staaten waren insgesamt direkt oder indirekt über acht Millionen Menschen betroffen und sind es zum Teil heute noch, schreiben die Grünen.

Krank durch Radioaktivität

Mehr als 800 000 Soldaten, Feuerwehrleute und andere Einsatzkräfte seien zur Bewältigung der Katastrophe vor Ort eingesetzt worden. Wie viele davon krank wurden und schließlich infolge der radioaktiven Strahlung bis heute verstarben, darüber gibt es bis heute keine belastbaren Zahlen so die Grünen. Die Erkrankungen reichen von Krebs in allen Facetten über Herz-Kreislauferkrankungen bis hin zu Erbgutschäden mit der Folge von Totgeburten und vielen Missbildungen. Ein großes Leid, das kaum mehr Beachtung findet, so die Grünen.

Auch in Deutschland sei grundsätzlich ein Super-GAU möglich, heißt es in der Pressemitteilung. Dass ein Naturereignis deutlich stärker ausfalle, als beim Bau des Kernkraftwerks angenommen, sei nicht einmal besonders unwahrscheinlich in Zeiten der Klimakrise, schreiben die Grünen. Sie verweisen auf zahlreiche andere Gefahren, wie Cyberattacken, Computerviren oder terroristische Angriffe, an die bei der Planung in den 1970er-Jahren noch niemand gedacht hatte.

Angst vor Materialversagen

Materialversagen, in den noch laufenden Atomkraftwerken aufgrund deren Alters werde mit jedem Tag wahrscheinlicher. Untersuchungen im AKW Neckarwestheim 2 haben im Juni 2020 zum wiederholten Mal in Folge, Schäden in den Dampferzeugern zutage gebracht. Zahlreiche Risse in den Rohrleitungen wurden festgestellt. Seither werde zurecht über eine vorzeitige Abschaltung der Anlage diskutiert, finden die Grünen.

Für den Grünen-Bundestagsdirektkandidaten Armin Beck ist Atomkraft »eine unbeherrschbare Hochrisikotechnologie«. »Trotz Atomausstieg werden uns Rückbau, Zwischenlagerung und die Endlagersuche in Deutschland noch Jahrzehnte hoch belasten und stark beschäftigen«, wird Beck zitiert. Selbst in Unterfranken oder gar im Kreis Main-Spessart sei im Rahmen der Endlagersuche ein Standort grundsätzlich nicht ausgeschlossen, so die Kreis-Grünen.

Kein Infostand in Karlstadt

Die letzten Atomkraftwerke in Deutschland werden voraussichtlich 2022 vom Netz gehen. »Bis dahin muss sichergestellt werden, dass von den noch laufenden keine Gefahr für die Bevölkerung ausgeht. Die Sicherheitsstandards müssen konsequent eingehalten und im Zweifel muss frühzeitig abgeschaltet werden«, betont Beck. Energieeinsparung und der Umstieg auf regenerative Energien sei der einzig richtige Weg.

Der traditionelle Infostand der Karlstadter Grünen am 26. April kann wegen Corona zum zweiten Mal nicht stattfinden. Das Infektionsgeschehen gebe das nicht her, schreiben die Grünen.

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