Führungstrio an der Spitze des TSV Lohr

Jahresversammlung: Ulla Menzel hört nach 13 Jahren als Vorsitzende auf - Lorenz, Burk und Graf nun gleichberechtigte Vorstände

Lohr a.Main
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Nach 13 Jahren hat Ulla Menzel (Zweite von rechts) das Amt der 1. Vorsitzenden des TSV Lohr abgegeben. An der Spitze des Vereins stehen künftig mit Dirk Lorenz, Carmen Burk und Thomas Graf (von links) drei gleichberechtigte Vorstände. Foto: Thomas Josef Möhler
Foto: Thomas Josef Möhler
Nach 13 Jah­ren als ers­te Vor­sit­zen­de hat Ul­la Men­zel am Don­ners­tag in der Jah­res­ver­samm­lung des TSV Lohr das Amt ab­ge­ge­ben. An der Spit­ze des größ­ten Sport­ve­r­eins im Kreis ste­hen künf­tig mit Dirk Lo­renz, Car­men Burk und Tho­mas Graf drei gleich­be­rech­tig­te Vor­stän­de.

In ihrem letzten Bericht verwies Menzel darauf, dass die interne Umstrukturierung des Vereins vorangekommen ist, um die Finanzverwaltung zu vereinfachen. Mehr Aufgaben würden über die Geschäftsstelle erledigt. »Aber alle Abteilungen sind nach wie vor Herren ihrer Finanzen«, versicherte sie.

Durch die Corona-Pandemie ist der TSV Lohr bislang recht gut gekommen. Nach Beginn der Pandemie hätten die Abteilungsverantwortlichen und Geschäftsführerin Carmen Burk alle Möglichkeiten ausgelotet, weiter Sport treiben zu können. Die »ständig wechselnden Bestimmungen« waren nach Menzels Worten eine besondere Herausforderung. Schnell habe der Verein auf virtuelles Training gesetzt, um die Mitglieder zusammenzuhalten.

Campingplatz jetzt einladender

Für den Campingplatz habe der TSV Lohr in Katja Lorenz eine tüchtige und erfahrene Platzwartin gefunden, deren Handschrift vom ersten Tag an zu spüren gewesen sei. Alles sei jetzt wesentlich freundlicher und einladender gestaltet. Die Camper seien voll des Lobes und die Umsatzzahlen sprächen für sich.

Sein Jubiläum von 175 Jahren wolle der Verein heuer immer noch feiern, versicherte die scheidende Vorsitzende. In Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Heimat und Geschichte der Volkshochschule werde eine Chronik zusammengestellt. Ein großer Erfolg sei der Spendenlauf im Mai gewesen, bei dem statt der erwarteten 17 500 Kilometer 29 221 Kilometer zusammengekommen seien.

»Immer eine Ehre«

Ulla Menzel kündigte an, sich nicht mehr als erste Vorsitzende zur Verfügung zu stellen. Es sei »immer eine Ehre gewesen, diesen traditionsreichen Verein zu führen, aber alles hat seine Zeit«. Einen Nachfolger zu finden, habe sich als sehr schwierig erwiesen. Deshalb solle die Satzung dahingehend geändert werden, dass künftig gleichberechtigte Vorstände gewählt werden könnten. Auch wenn sie sich aus dem Vorstand zurückziehe, »wird mein Herz immer für diesen Verein schlagen«, versicherte sie.

Petra Gryglewski verwies in einer Laudatio darauf, dass Ulla Menzel bereits in der Tennisabteilung Führungsqualitäten bewiesen habe. Mit der Übernahme des Vorsitzes Ende März 2008 habe sie »eine Männerdomäne durchbrochen«. In ihrer ruhigen Art habe sie alles gemanagt. Künftig werde Menzel mehr Zeit für Hobbys und ihre zwei Enkel haben.

Die geplanten Satzungsänderungen stellte dann Claus-Peter Schattmann vor. So soll der eigentliche Vorstand des TSV Lohr künftig aus drei bis fünf gleichberechtigten Mitgliedern bestehen. Diese sollen in der ersten Sitzung aus ihrer Mitte eine Sprecherin oder einen Sprecher wählen und bestimmte Aufgabengebiete übernehmen.

Verantwortung verteilen

Dazu kommen im »erweiterten Vorstand« bis zu fünf Beisitzer und der von der Jugendversammlung zu wählende Jugendvertreter. Laut Schattmann wird dadurch die Verantwortung auf mehr Schultern gleichmäßig verteilt. Die Wahlperiode beträgt zwei Jahre. Diese und weitere Satzungsänderungen wurden ohne Gegenstimme beschlossen.

»Wir sind durch Corona super durchgekommen«, stellte Schatzmeister Thomas Graf in seinem Kassenbericht fest. Die Mitgliederzahl zu Jahresbeginn bezifferte er auf 2168. Im vorigen Jahr seien es 2321 gewesen, ein Jahr davor 2283. Andere Vereine hätten viel stärkere Mitgliederrückgänge zu verzeichnen.

Die Finanzen seien »coronabedingt etwas dürftig, aber letzten Endes erfolgreich«. Laut Graf erzielten der TSV Lohr und seine Abteilungen 2019 einen Überschuss von 57 300 Euro. Im vorigen Jahr seien es sogar 124 700 Euro gewesen, aber diese Zahl sei vorläufig, weil eventuell Corona-Beihilfen zurückgezahlt werden müssten. »Uns geht's eigentlich gut«, so Graf.

Kommunikation kritisiert

»Die Kommunikation der Neuwahl und der Satzungsänderungen ist überhaupt nicht angekommen«, kritisierte Uwe Brzoska. Von knapp 2200 Mitgliedern seien nur gut 40 da. Laut Geschäftsführerin Burk bekamen die Abteilungsleiter Mails mit der Einladung zum Weiterleiten.

Die Einladung sei am TSV-Heim ausgehängt und auf der Homepage des Vereins und seinen Auftritten in den sozialen Medien veröffentlicht worden. »Rein rechtlich haben wir alles gemacht«, erklärte Carmen Burk. »Wir mussten die Versammlung jetzt durchziehen, wer weiß, was im Herbst ist«, meinte Ulla Menzel.

Volle Beisitzerzahl erreicht

Zu gleichberechtigten Vorständen wurden unter Leitung des früheren Stadtkämmerers Erwin Sicheneder Dirk Lorenz, Carmen Burk und Thomas Graf gewählt. Bei der Beisitzerwahl wurde die volle Zahl von fünf mit Matthias Meidhof, Claus-Peter Schattmann, Petra Schierig, Christiane Werthmann und Thomas Riedmann ausgeschöpft.

Die Kassen von Hauptverein und Abteilungen werden von Barbara Pfaff und Fabian Bahner geprüft. Im Namen der Fußballabteilung schlug Hans Lembach vor, der neue Vorstand solle in seiner ersten Sitzung darüber entscheiden, dass Ulla Menzel zur Ehrenvorsitzenden ernannt wird.

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