Festwirt Jürgen Papert im Alter von 67 Jahren gestorben

Nachruf: Seine Familie betrieb die Festzelte auf Laurenzi in Marktheidenfeld und der Miltenberger Michelsmess

Marktheidenfeld
2 Min.

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Jürgen Papert ist tot
Jürgen Papert ist tot
Foto: Christian Weyer
Jür­gen "So­ny-Boy" Pa­pert ist tot. Der lang­jäh­ri­ge Fest­wirt der Lau­ren­zi-Mes­se in Markt­hei­den­feld und der Mi­chae­lis­mes­se in Mil­ten­berg aus dem mit­tel­frän­ki­schen Bech­ho­fen (Kreis Ans­bach) ist nach Aussage seiner Familie am Samstag, 9. April, nach schwerer Krankheit im Al­ter von 67 Jah­ren ge­s­tor­ben. Er hin­ter­lässt sei­ne Frau Ger­lin­de und zwei er­wach­se­ne Kin­der.

Wo er war, war vorne. Gut gelaunt, immer einen lockeren Spruch in seinem markanten mittelfränkischen Dialekt auf den Lippen und mit einem Krug in der Hand. So kannten ihn seine Festzeltgäste. Bereits mit seinem Vater Sony-Boy kam er in jungen Jahren 1965 nach Marktheidenfeld. Über 50 Jahre ist die Festwirt-Familie nun Gastgeber auf der Laurenzi-Messe. Von 1984 bis 2019 hat die Familie 35 Jahre lang auch das Festzelt auf der Miltenberger Michaelismesse betrieben. Dazu kommen viele weitere Feste in Bayern und Baden-Württemberg, darunter das Nürnberger Volksfest, auf denen Papert seine Zelte aufschlug.

2019, im letzten normalen Jahr vor der Corona-Pandemie, waren die Paperts an insgesamt 14 Standorten vertreten. Sie betrieben vier Zelte mit einem Team zwischen 100 und 200 Mann. In dem Familienbetrieb packte jeder mit an: Tochter Desiree in ihrem Weindorf, Sohn Christian als designierter Festwirt-Nachfolger und Paperts Frau Gerlinde, mit der er über 50 Jahre zusammen war. Sie ist der gute Geist vor und hinter den Kulissen. Jürgen Paperts Bruder Joachim sorgt für die gewaltige Logistik.

Der Chef selbst kümmerte sich gleichermaßen um die kleineren und größeren "Problemchen" von Kundschaft und Personal. Er liebte seine Tracht und war eine Art Prototyp fränkischer Gastlichkeit. Der "andere" Jürgen Papert war ein sportlich aktiver und kulturell interessierter Mann. Skifahren und Tennis gehörten zu seinen Leidenschaften genauso wie Städtereisen und die Kanarischen Inseln. "Halt immer im Winter", pflegte er stets zu sagen. Seine Daumen drückte er als Franke dem 1. FC Nürnberg. "Immer ein bisschen verbunden mit Kummer und Leid", wie er des Öfteren betonte.

Ebenso betonte er die vielen Freundschaften, die im Laufe der Jahrzehnte in und um Marktheidenfeld und Miltenberg entstanden sind. Als der Miltenberger Stadtrat 2019 entschied, dass die Ära Papert nach 35 Jahren auf der Michaelismesse enden wird, sprach der Festwirt von einem "großen Schock". Die ganze Familie habe zum Wohle der Bevölkerung alles gegeben, sagte er damals in einem Interview mit unserem Medienhaus.

Nicht nur während der Mess', auch bei vielen anderen Gelegenheiten traf man ihn in Marktheidenfeld, wenn es sein voller Terminkalender erlaubte. Bei der letzten offiziellen Laurenzi-Festbierprobe 2019 erzählte er von einer tückischen Krankheit, die er sich im Urlaub eingefangen hatte. Dass er im Koma gelegen und noch einmal mit Glück davongekommen sei.

Bereits die Jahre zuvor hatte Jürgen Papert Stück für Stück Verantwortung abgegeben. Zuletzt war er im vergangenen Jahr im Juni bei der "kleinen" Festbierprobe im Martinsbräu-Biergarten dabei gewesen. Auch hier zeigte er sich zurückhaltend und überließ seinem Sohn Christian, wie in den Jahren zuvor, den "offiziellen Teil". Gefreut hat er sich auf die Zeit nach Corona, wie er im Anschluss beim gemütlichen Teil sagte. "Wenn es endlich wieder eine richtige Laurenzi gibt", so Papert.

Dass die 71. Laurenzi-Messe 2019 seine letzte bleiben sollte, konnte damals noch keiner wissen. Eine Laurenzi-Messe ohne Jürgen Papert? Eigentlich so undenkbar wie ein Sommer ohne Laurenzi-Messe. Sommer ohne Laurenzi gab es nun bereits zwei. Ohne Jürgen Papert muss es nun weiter gehen. Jetzt müssen andere ran. Der "Sony-Boy" wird fehlen.

Sein Sohn Christian sagt, der Wunsch des Vaters sei es gewesen, alles in seinem Sinne weiter zu führen.  „Wenn ein Sony-Boy geht, kommt der nächste“, sagt er.  Auch Christian Papert trägt als Zweitnamen den Namen seines Großvaters. Weiter gab die Familie bekannt, dass der Trauergottesdienst mit anschließender Urnenbeisetzung am 11. Mai in der Herz-Jesu-Kirche in Bechhofen gehalten wird. 

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