Fertig Motors startet in die Zukunft

Wirtschaft: Servomotorenhersteller will in nächsten Jahren nach Siemens und Bosch zur Nummer drei aufsteigen

Marktheidenfeld
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So sieht das neue Produktionswerk von Fertig Motors auf dem Marktheidenfelder Dillberg aus, wenn es im September fertig sein wird. Computeranimation: Goldbeck GmbH
Foto: Christian Weyer
So sieht das neue Produktionswerk von Fertig Motors auf dem Marktheidenfelder Dillberg aus, wenn es im September fertig sein wird. Computeranimation: Goldbeck GmbH
Foto: Fertig Motors
Chris­ti­an Wey­er Mit dem ers­ten Spa­ten­stich ist am Don­ners­ta­gnach­mit­tag ein neu­es Un­ter­neh­mens­ka­pi­tel der Fer­tig Mo­tors GmbH auf­ge­schla­gen wor­den. Sie­ben Jah­re nach der Grün­dung er­rich­tet die Fir­ma auf dem Markt­hei­den­fel­der Dill­berg ein ei­ge­nes Pro­duk­ti­ons­werk.
Rund sieben Millionen Euro nimmt der Servomotorenhersteller mit seinen 66 Beschäftigten dafür in die Hand, um eine mechanische Fertigung für Wellen und Gehäuse in der Parallelstraße zum Firmensitz zu errichten. Im September soll dort bereits produziert werden, erläuterte Geschäftsführer Dietmar Hamberger die ambitionierten Pläne und gab dem Generalunternehmer Goldbeck gleich die Zeitvorgabe mit auf den Weg. Auf dem 12 000 Quadratmeter großen Grundstück entstehen eine 2400 Quadratmeter große Produktionshalle und ein 1000 Quadratmeter großes Büro- und Sanitärgebäude.
Seit 2014 alles verdoppelt
»Seit 2014 hat sich alles verdoppelt«, charakterisierte Hamberger das steile Wachstum des Unternehmens. Aus 30 Mitarbeitern seien 66 geworden, in den nächsten zwei Monaten werden es 70 sein. Der Umsatz sei im gleichen Zeitraum von neun auf 18 Millionen Euro gestiegen. Auch die jährliche Produktion der Servomotoren habe sich auf über 50 000 verdoppelt. Heute zähle man zu den zehn größten Herstellern in Deutschland. Ziel sei es, diese Zahl »nicht wesentlich später als 2020« auf 100 000 zu steigern, um damit nach Siemens und Bosch zur Nummer drei in diesem Geschäftsfeld aufzusteigen.
30 neue Arbeitsplätze
Die selbst entwickelten Servomotoren werden am Stammsitz auf dem Dillberg montiert, die Teile bezieht Fertig Motors von Zulieferern. Aufgrund des starken Wachstums habe man sich vor gut einem Jahr entschlossen, ein eigenes Produktionswerk zu bauen und die Teile selbst zu fertigen. Dort sollen einmal rund 30 Leute arbeiten, mit acht werde man im September starten, blickte der Geschäftsführer voraus.
»Petrus scheint es doch im letzten Augenblick mit uns gut zu meinen«, sagte Firmengründer Erwin Fertig angesichts des unvermittelten Sonnenscheins am Nachmittag. »Er hat wohl zuerst gedacht, wir bauen ein Schwimmbad«, kommentierte der 69-Jährige den Starkregen um die Mittagszeit.
Altbürgermeister Leonhard Scherg »hat mich sehr stark motiviert, nach Marktheidenfeld zu gehen«, blickte Fertig auf die Zeit zurück, als er mit seiner Firma Elau von Neustadt wechselte. »Wir fühlen uns vom ersten Tag an wohl hier«, sagte der Firmenchef.
Starker Partner
Fertig Motors entwickelt Synchronservomotoren. Diese werden zum Beispiel in Holzbearbeitungs- und Verpackungsmaschinen eingesetzt, wie auch in Robotern und Windkraftanlagen. Die Firma kann sich bei ihren Wachstumszielen auf einen starken Partner verlassen. Das Unternehmen kooperiert in einem Joint Venture mit Beckhoff Automation aus Verl, einem Unternehmen mit 3350 Mitarbeitern, das die Produkte aus Marktheidenfeld weltweit vermarktet.
Fachkräfte sind schwierig zu bekommen, deshalb hat Fertig Motors begonnen, den Nachwuchs selbst auszubilden. Zwei Industriemechaniker werden im September ihre Lehre beginnen mit dem Ziel, später einmal übernommen zu werden, wie Hamberger sagte. Auch ein Duales Studium ist bei Fertig Motors möglich.
»Sie haben Leute geholt, die mit Ihnen Ihre Visionen in Taten umsetzen«, sagte Bürgermeisterin Helga Schmidt-Neder zum Firmengründer. Auf die weiteren Arbeitsplätze freue sie sich im Namen der ganzen Stadt. Wie üblich werde sie zur Einweihung des Gebäudes einen Baum pflanzen.
Von einem Vorzeigeunternehmen sprach der stellvertretende Landrat Harald Schneider. Marktheidenfeld und der Landkreis könnten gar nicht genug Arbeitsplätze haben. Über den Firmengründer sagte Schneider: »Alles, was Erwin Fertig angefasst hat, hat Hand und Fuß.«
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