»Es tut sich was auf dem Dillberg«

Mittelstand: Dietmar Hamberger neuer Geschäftsführer von Fertig Motors - Eigenentwicklung als Erfolgsmodell

Marktheidenfeld
2 Min.

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Erwin Fertig (rechts) und Dietmar Hamberger mit ihren Motoren.
Foto: Steffen Schreck
Zum 1. Au­gust ist Diet­mar Ham­ber­ger als neu­er Ge­schäfts­füh­rer der Fir­ma Fer­tig Mo­tors er­nannt wor­den. Fir­men­grün­der Er­win Fer­tig zieht sich lang­sam aus dem ope­ra­ti­ven Ge­schäft zu­rück, bleibt aber als Ge­schäfts­füh­rer im Un­ter­neh­men.
»Es tut sich was auf dem Dillberg«, meinte Fertig am Donnerstagvormittag bei einem Pressegespräch. Zusammen mit Dietmar Hamberger gab er einen Einblick in das 2010 gegründete Unternehmen und einen Blick in die Zukunft.
Fertig gibt dem Unternehmen ehrgeizige Ziele mit auf den Weg. Dabei hört es sich nicht einmal überheblich an, wenn er erklärt, bis zum Jahre 2020 auf Platz drei hinter Siemens und Bosch bei den Motorenherstellern stehen zu wollen. Die bisherigen Zahlen des Unternehmens bestätigen vielmehr die eingeschlagene Richtung.
Produktion zwei Mal verdoppelt
In den letzten beiden Jahren konnte die Firma ihre Produktion jeweils verdoppeln, bei einer Steigerung von jährlich gut 20 Prozent hätte Fertig Motors bis 2020 eine Produktion von 100 000 Motoren jährlich. Derzeit liege man in etwa auf Platz sieben oder acht in Deutschland, so eine Schätzung.
»Insgesamt gibt es rund 1200 verschiedene Motoren«, erklärt Dietmar Hamberger. Natürlich würden sich nicht alle wesentlich unterscheiden. Oft liege der Unterschied nur im Detail. Eine Neuerung nennt Fertig und bezeichnet sie gar als »Revolution«: Während Servomotoren bisher mit zwei Kabeln betrieben werden, sind die Motoren von Fertig mit nur einem Kabel ausgestattet. Dies bringe nicht nur eine Gewichtsersparnis, sondern auch eine enorme Reduzierung der Kosten. »Es war wichtig, etwas neues zu machen«, betont Fertig. Eine weitere Philosophie des Unternehmens sei, nichts auf Vorrat zu produzieren. Alle gefertigten Motoren sind laut Fertig bestellt.
Sich in die Augen schauen
Er macht deutlich, dass er durch und durch ein mittelständischer Unternehmer ist und bleiben möchte. »Wenn du Verträge mit Lieferanten abschließt und brauchst dazu drei Rechtsanwälte, ist das nichts«, sagt der 67-Jährige.
»Sich gegenseitig in die Augen schauen und merken dass es passt«, beschreibt er seine Vorgehensweise. Das Unternehmen legt großen Wert auf Qualität und achtet penibel auf die Sauberkeit im Betrieb. Alle Bauteile werden geliefert, alles einschließlich des Endproduktes ist »Made in Germany«.
Ein großer Vorteil für Fertig Motors sei zudem die Zusammenarbeit mit dem wichtigsten Partner, der Firma Beckhoff Automation. Von dort werde das gesamte Marketing gesteuert. In Marktheidenfeld könne man sich so auf Entwicklung, Endmontage und Lackierung konzentrieren.
Wachsen statt wuchern
Mit Dietmar Hamberger kommt nun ein alter Bekannter von Erwin Fertig ins Unternehmen. Hamberger arbeitete bereits 14 Jahre für Fertigs erste Firma, die Elau GmbH.
Nach sieben Jahren bei den Firmen Lenze in Verl und Sick in der Nähe von Freiburg kam er exakt 21 Jahre nach seinem ersten Engagement für Fertig zurück. Fertig erklärt, das Unternehmen wolle »wachsen und nicht wuchern«. Das geht nur »mit den besten Leuten«.
Steffen Schreck
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