Erst Spessart, dann Verlegerin entdeckt

Sabine Fiedler-Conradi: Bei Rätseln in Buchform und Lesungen wird es nicht bleiben - Am 11. Juni in Miltenberg

Lohr a.Main
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Christian Conradi mit seiner Frau Sabine bei der Lesung im alten Lohrer Rathaus.
Foto: Urheber nicht bekannt.
Ih­re »Ent­de­ckun­gen im Spess­art« ga­ben ei­nem klei­nen, aber fach­kun­di­gen Loh­rer Pu­b­li­kum am Di­ens­ta­g­a­bend kei­ne gro­ßen Rät­sel auf. Kaum hat­te Sa­bi­ne Fied­ler-Con­ra­di aus Lohr-Sa­cken­bach ei­ne Aus­wahl von zehn ih­rer 30 Spess­art­ge­schicht­chen vor­ge­tra­gen, da schrieb ein knap­pes Dut­zend Be­su­cher schon wäh­rend der Le­sung die fast im­mer rich­ti­ge Lö­sung auf ei­nen klei­nen Zet­tel.

Meist kein Problem nach den ebenso unterhaltsamen wie informativen Vorlagen - und bei der Aufklärung lieferte die Autorin noch historische, literarische, ökonomische, geo- und biografische Details nach. Ihr Mann, Oberstudiendirektor Christian Conradi, der sie schon bei der Auswahl und den Recherchen unterstützt hatte, projizierte zu den einzelnen Themen Fotos oder eine Reihe hintersinniger Buchillustrationen von Horst Noll.
Glücksbotin Rosenberger
Sylvia Rosenberger eröffnete im Lesesaal der mitveranstaltenden Stadtbibliothek im alten Lohrer Rathaus nicht nur den literarischen Rätselabend, sondern spielte auch gleich die Glücksbotin.
Glücklich zeigte sich Autorin Sabine Fiedler-Conradi über die Resonanz ihres Buches in Lohr. Die im Vogelsberg aufgewachsene gebürtige Frankfurterin kam im Winter 2009 in den Spessart und nach Lohr. Sie frischte nicht nur gelegentliche Kindheitserinnerungen auf, sondern ging dann gezielt in den Arbeitskreis Heimat und Geschichte und an ihr Spessartwerk: Als ihr Mann sich als Sekretär beim Rotary-Club Lohr-Marktheidenfeld engagierte, mündeten die Spessart-Ausflüge jeweils montags in ein Heimaträtsel und daraus entstand ihr im Herbst 2014 erschienenes Buch »Entdeckungen im Spessart«.
Am Dienstagabend startete sie ihre Lesungen daraus mit dem Erzwilderer Johann Adam Hasenstab, sprang dann von Schollbrunn ins aktualisierte Bad Orb und streifte mit Kurt Tucholsky durchs Hafenlohrtal, kam über Franz Ludwig von Erthal aufs Lohrer Gymnasium, bevor eine Illustration gezielt auf Bieber führte. Schneewittchen leitete die zweite Serie ein. Mit den Rexröthern nahm die Autorin erneut einen Anlauf auf Lohr, um schließlich dem Frammersbacher Fuhrmann zu folgen, auf der Bayerischen Schanz und weiter auf rätselhafte Weise im ganzen Spessart zu landen.
Projekte im Köcher
Während die Conradis auf ihre Weise den Spessart erkundeten und markante Orte, Personen und Ereignisse ver- und enträtselten, entdeckte sich die Autorin Sabine Fiedler-Conradi ganz nebenbei als Verlegerin. Denn bei ihren im eigenen Miraba-Verlag erschienen und auch im Buchhandel erhältlichen Spessart-Kurzstories wird es nicht bleiben.
Die Selbstentdeckung hat bereits weitere Projekte im Köcher, die sie noch nicht verraten will. Aber das interessierte Publikum darf demnächst mit Anthologien rechnen. »Der Schreibtisch im Spessart« wird so schnell nicht leer. Die geglückte Verlagsgründung macht Mut zu mehr. Mehr von den Spessart-Entdeckungen gibt es schon bei der nächsten Lesung voraussichtlich am 11. Juni in Miltenberg mündlich - zugleich in Buchform und mit etwas Glück samt Autogramm. Günter Weislogel

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