Plötzliche Öffnung überrascht Fitness-Studio-Betreiber in Main-Spessart

Umfrage: Fitnessstudio-Betreiber im Main-Spessart-Kreis waren von plötzlicher Öffnungsmöglichkeit vor anderthalb Wochen überrascht

MAIN-SPESSART
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Überrumpelt fühlte sich Andrea Tomandl vom Fitness- und Wellnesscenter Vitalis in Lohr von der plötzlichen Möglichkeit der Öffnung von Fitnessstudios. Foto: Frank Zagel
Foto: Frank Zagel
Die Nach­richt, dass Fit­ness­stu­di­os nun wie­der öff­nen dür­fen, über­rasch­te vor an­dert­halb Wo­chen de­ren In­ha­ber, wie ei­ne te­le­fo­ni­sche Um­fra­ge bei ei­ni­gen Fit­ness­stu­di­os im Main-Spess­art-Kreis er­gab.

Trotz der Freude über die Genehmigung seitens der Regierung zeigten sich die von uns befragten Betreiber von der »Hau-Ruck-Aktion«, wie es der Assistenzstudioleiter des Clever Fit aus Marktheidenfeld, Samuel Spik, ausdrückte, verärgert. Die Kunden seien über das wieder mögliche Training erfreut, wenngleich auch allerorts etwa 20 Prozent der Mitglieder erst wieder nach dem Wegfall der Testpflicht trainieren wollten, die im Main-Spessart-Kreis wohl spätestens ab Mittwoch, 2. Juni, wegfällt.

Die Inzidenzlage im Main-Spessart-Kreis ist eigentlich so, dass diese besagte Testpflicht bereits ab 1. Juni wegfallen könnte, aber Angaben des Landratsamts vom Montagnachmittag war zu entnehmen, dass der entsprechende Genehmigungsantrag des Main-Spessart-Kreises beim bayerischen Gesundheitsministerium zu diesem Zeitpunkt noch lief und der Wegfall der Testpflicht vom Landkreis wohl erst am Dienstag bekannt gegeben und darum erst ab Mittwoch gelten wird (siehe nebenstehenden Text).

»Die Problematik unserer Studios war doch allgemein bekannt«, kritisierte Samuel Spik das in seinen Augen unüberlegte und plötzliche grüne Licht zur Öffnung. »Eine Vorbereitungszeit hatten wir überhaupt keine.« Die Mitglieder des Clever Fit wurden durch soziale Medien über die Wiedereröffnung informiert.

Ruhiger als im vergangenen Jahr ging es im Fit 4 Vita, ebenso im Marktheidenfeld, zu, berichtete der Geschäftsführer Lukas Albert. Ein neu gestalteter Outdoorbereich werde von den Gästen gut angenommen und verteile die Besucher weitläufig im Fitnessstudio. Mit einem reduzierten Beitrag und einer pausierenden Mitgliedschaft wollte Albert in den kommenden Wochen auch jenen Mitgliedern entgegenkommen, die sich von der bisherigen Testpflicht abschrecken ließen. Ab dieser Woche sollen im Fit 4 Vita auch wieder alle Kurse beginnen.

Wie ihre Kollegen zeigte sich Andrea Tomandl vom Fitness- und Wellnesscenter Vitalis in Lohr von der Möglichkeit zur Öffnung überrumpelt. »Wir haben unsere Kunden über das Telefon und über die sozialen Medien informiert«, erklärte die Geschäftsführerin. Auch Andrea Tomandl sah die bisherige Testpflicht als ein Hindernis: »Für viele Gäste ist das schon ein Hemmschuh.« Langfristige Verträge könnten im Vitalis jetzt auch monatlich gekündigt werden.

»Ich war definitiv überrascht«, sagte Sven Amend vom Lohrer Fitness- und Boxcamp. »Sieben Monate wurden wir gar nicht erwähnt und jetzt sollen wir innerhalb eines Tages öffnen«, bemängelte der Fitnesstrainer die »sehr unorganisierte« Meldung zur Öffnung. »Diese Leute sind nicht fähig, sich Gedanken über unsere Ausgangslage zu machen.« Amend hatte sofort sein 20-köpfiges Team angerufen. »Viele haben sich in der Zwischenzeit andere Jobs gesucht«, erklärte der Inhaber. Für die Öffnung vor einer Woche habe jedoch genügend Personal zur Verfügung gestanden.

Landratsamt nicht erreicht

Er habe mehrfach versucht, das Landratsamt in Karlstadt anzurufen, berichtete Amend. »Ich musste wissen, unter welchen Auflagen wir öffnen können.« Erreicht habe er zunächst niemanden. Erst am Abend habe er eine E-Mail mit mehrseitigem Anhang und »jede Menge Paragrafen« erhalten. »Das war unfassbar.« Vereinzelt habe er ebenfalls die Erfahrung gemacht, dass sich Kunden nicht testen lassen wollen. Seine Geräte stünden weit auseinander und eine Belüftungsanlage gewähre Trainingsmöglichkeiten für 40 Personen. In dieser Woche sollen im Fitness- und Boxcamp auch wieder Kurse stattfinden. Über den Zuspruch seiner Kunden sagte Amend: »Da sagen alle, dass sie glücklich sind, endlich wieder körperlich etwas machen zu können.«

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